Die spektakulärsten Formel-E-Unfälle

Erster Formel-E-Sieg von Jaguar

Abbruch nach Massencrash

Siebter verschiedener Sieger im siebten Saisonrennen der Formel E: Mitch Evans sorgt im Katzenduell gegen André Lotterer für den ersten Sieg für Jaguar.
Duell der Katzen in Rom: Jaguar gewinnt mit dem deutschen Sponsor Viessmann erstmals ein Formel-E-Rennen, nachdem sich Mitch Evans im Duell mit dem Duisburger André Lotterer durchgesetzt hat. Lotterer fährt für das DS-Techeetah-Team, also den Geparden-Rennstall.
So lief das Qualifying: Hier klicken
Schlüsselszene: Evans aktiviert vor Lotterer den Attacke-Modus, kommt so in einem starken Manöver an Lotterer vorbei. Der kann nicht mehr kontern.
Sieger Mitch Evans: „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. André hat sich gut verteidigt. Ich hätte nie gedacht, dass es an der Stelle passiert. Ich weiß gar nicht, wie das genau passiert ist. Das muss ich mir noch mal anschauen.“
Lotterer zeigt sich als fairer Verlierer: „Das Racing war super, er war einfach schneller. Ich konnte an der Stelle nicht verteidigen. Ich kam nicht mal im Attacke-Modus richtig vorbei. Gegen das Manöver kann ich nichts sagen – das ist Racing.“

Mitch Evans ist der Sieger des Rom ePrix 2019

Nach sieben Rennen haben nun sieben verschiedene Fahrer auf Pole-Position gestanden, sieben verschiedene Piloten das Rennen gewonnen – aus sieben verschiedenen Teams.
Pech hatten die ZDF-Zuschauer, wo das erste Rennen der Voestalpine-Europatour (bestehend aus Rom, Paris, Monaco, Berlin und Bern) neben Eurosport übertragen werden sollte: Nach einem Massencrash (ausgelöst von Sam Bird und José María López) muss das Rennen 45 Minuten lang unterbrochen werden, die Zuschauer verpassen daher den Hauptteil des ePrixs, weil der Sender um 17 Uhr zu den Nachrichten und dem Länderspiegel schaltet.
Die Rote Flagge im Motorsport ist die, die nur selten zu sehen ist. Weil sie bedeutet: Jetzt geht gar nichts mehr. Beim Rom-ePrix kam sie zum vierten Mal in sieben Rennen zum Einsatz. Dieses Mal wird das Rennen sogar für mehr als eine halbe Stunde unterbrochen. 
Zum Vergleich: In der Formel 1 musste die rote Flagge in 999 bisherigen Rennen nur 70 Mal gezeigt werden. Meistens wenn Sturzregen einsetzte und die Strecke nicht mehr befahrbar war.
Was macht die Formel-E-Rennen so chaotisch? In Rom war die Strecke nach dem Massencrash blockiert. Es gab gar keine andere Chance als den ePrix abzubrechen. Die engen Stadtkurse machen solche Verstopfungen wahrscheinlicher als gewöhnliche Rennstrecken mit Auslaufzonen.
Es gibt aber auch noch einen zweiten Grund, warum in dieser Saison besonders oft unterbrochen wird. Erstmals können die Fahrer mit einem Auto durchfahren. Energiesparen ist nur noch in wenigen Rennen ein Thema. Vor allem, weil immer wieder auch Gelbphasen die Autos einbremsen. Um die Fahrer dennoch beim Energiemanagement zu fordern, versucht die Rennleitung bei Zwischenfällen die Gelbphasen so kurz wie möglich zu halten. Notfalls wird das Rennen lieber unterbrochen.
Und diese Zwischenfälle häufen sich. Das liegt nicht nur an den Stadtkursen, die kaum Auslaufzonen bieten. André Lotterer weiß: „Die Autos sind so robust, dass du vor allem als Hinterherfahrender viel Risiko gehen kannst. Bei Berührungen gehen die Autos nicht gleich kaputt, das wissen wir Fahrer.“ Also wird auch härter gefahren. Das erhöht die Chance auf Kollisionen und Zwischenfälle.

Die spektakulärsten Formel-E-Unfälle

Zumal die Strafen bei Kollisionen bisher nicht besonders hart waren. Sehr zum Unmut auch von Audi-Motorsportchef Dieter Gass: „Ich mache mir Sorgen: Die Formel E muss aufpassen, dass sie kein Demolition-Derby wird.“
Audi spielte in Rom sportlich keine Rolle. Lucas di Grassi wird nur Siebter, Daniel Abt nach einem Fahrfehler sogar nur 18., vor Maximilian Günther, der seinen fünften Startplatz nach einem Fehler ebenso nicht nutzen kann. Einen Punkt sammelt immerhin noch Pascal Wehrlein als Zehnter.
In der Gesamtwertung führt nach sieben von 13 Rennen Jérôme D’Ambrosio (Mahindra, heute Achter). In zwei Wochen geht es in Paris weiter.
Rom ePrix
1. Mich Evans (Jaguar)
2. André Lotterer (DS-Techeetah)
3. Stoffel Vandoorne (HWA-Venturi)
4. Robin Frijns (Virgin-Audi)
5. Sébastien Buemi (Nissan e.dams)
6. Oliver Rowland (Nissan e.dams)
7. Lucas di Grassi (Audi Sport Abt Schaeffler)
8. Jérôme D’Ambrosio (Mahindra)
9. Anitonio Felix da Costa (BMW-Andretti)
10. Pascal Wehrlein (Mahindra)
Fahrerwertung
1. Jérôme D’Ambrosio (BEL) 65
2. Antonio Felix da Costa (POR) 64
3. André Lotterer (GER) 62
4. Mitch Evans (NZL) 61
5. Lucas di Grassi (BRA) 58
6. Robin Frijns (NED) 55
7. Jean-Eric Vergne (FRA) 54
8. Sam Bird (GBR) 54
9. Edoardo Mortara (SUI) 52
10. Daniel Abt (GER) 44
11. Pascal Wehrlein (GER) 37
12. Oliver Rowland (GBR) 35
13. Sébastien Buemi (SUI) 29
14. Stoffel Vandoorne (BEL) 18
15. Alexander Sims (GBR) 18
16. Felipe Massa (BRA) 15
17. Oliver Turvey (GBR) 6
18. Gary Paffett (GBR) 4
19. José María López (ARG) 2
20. Nelson Piquet jr. (BRA) 1
21. Tom Dillmann (FRA) 0
22. Maximilian Günther (GER) 0
23. Felipe Nasr (BRA) 0
24. Alex Lynn (GBR) 0
25. Felix Rosenqvist (SWE) 0
Teamwertung
1. DS Techeetah 113
2. Virgin-Audi 109
3. Audi Sport Abt Schaeffler 103
4. Mahindra 102
5. BMW-Andretti 82
6. Venturi 67
7. Nissan e.dams 64
8. Jaguar 62
9. HWA-Venturi 22
10. Nio 6
11. Dragon 2
Diese Berichterstattung wurde unterstützt von der Formel E. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhängigkeit

Fotos: Picture-alliance

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