Wohnmobil-Dauertest Eura Integra Line HS 650

Eura Mobil Integra Line 650 HS: Wohnmobil-Test

Im Dauertest zeigt sich der Eura Mobil Integra Line 650 HS als Relaxmobil

Im Dauertest hat der Eura Mobil Integra Line 650 HS bereits über 12.300 Kilometer auf dem Tacho. Nach dem guten Abschneiden bei den Fahrdynamik-Tests muss das vollintegrierte Wohnmobil nun seine Alltagskompetenz zeigen.
Gemütlich wie ein rollendes Wohnzimmer überzeugt uns der Eura Mobil Integra Line 650 HS mit seinen inneren Werten. Das Interieurdesign namens Chalet mit gebeizter Holzoptik gefällt vielen Testern. Und die warme und dimmbare LED-Innenbeleuchtung verstärkt das wohlige Wohngefühl. Der Grundriss mit der Rundsitzgruppe ist für den deutschen Markt eher ungewöhnlich, aber doch ganz praktisch. Gerade abends, wenn es kühler wird, oder an ungemütlichen Tagen bietet das "Sofa" im Heck eine willkommene Entspannungsecke. Ideal auch für spontane Gäste, denn die Sitzgruppe lässt sich bei Bedarf zum Bett umbauen (2,00 x 1,40 Meter). Fotograf Christoph Börries hat gleich einen Verbesserungsvorschlag: "Anstatt eines sperrigen Zusatzpolsters für den Bettumbau wäre es doch schlauer, dieses als zweigeteiltes Rückenpolster in der Sitzgruppe zu integrieren."
Viel Lob gibt es auch für das auf dem Dach angebrachte Fernlicht, das nachts auf unbeleuchteten Straßen beste Übersicht verschafft. Auf Entspannung setzt der Eura auch während der Fahrt. Vor allem auf langen Etappen zeigen sich nämlich die Vorteile der hochwertigen Pilotensitze. Ihre ergonomische Passform und die Lordosenstütze zum Aufpumpen mindern Rückenschmerzen und Verspannungen. Die spezielle Sitzfunktion ist im Ausstattungspaket Mondial für 2820 Euro inbegriffen. Ein durchaus lohnendes Investment für Rückengeplagte. Ganz perfekt ist das Wohlfühlmobil aber nicht.

Geräusche und ein Abwasser-Problem trüben das Bild

Zwei Sachen stören den ansonsten guten ersten Eindruck des Eura: Geräusche und Abwasser. Die Lärmproblematik hat zwei Gründe: Lautsprecher, die ab einer gewissen Lautstärke blechern klingen, und zunehmende Klappergeräusche aus dem Aufbau. Des Weiteren fließt in Bad und Küche das Grauwasser nur sehr schlecht und langsam ab. Und es tröpfelt ab und zu aus dem hinteren Aufbau, und die Heckgarage ist feucht. Die Vermutung: Der Abwasserschlauch ist abgeknickt. Woher die Feuchtigkeit stammt, ist nicht genau klar. Da hilft nur eins: ab in die Werkstatt!

Der kürzeste Integrierte im Eura-Programm

Die Karosserie des Eura besteht aus GFK – das schützt vor Hagelschäden.

©Sven Krieger

Das ist er: Ein 6,50 Meter langes Wohnmobil für zwei Personen mit außergewöhnlichem Grundriss. Im Heck gibt es eine herrlich große Rundsitzgruppe zum Entspannen oder für gesellige Runden. Geschlafen wird entweder im manuellen Hubbett über den Fahrerhaussitzen oder im Heck in der umgebauten Sitzgruppe. Der 650 HS ist der kürzeste Integrierte, den Eura aktuell im Programm hat. Er fährt serienmäßig mit Fiat-CCS-Tiefrahmenchassis und 140-PS-Motor vor. Preislich startet der 650 HS bei 74.490 Euro. Kein Schnäppchen, aber die Gründe für den gehobenen Grundpreis zeigen sich schnell bei Technik und Aufbau. Eura gewährt auf die komplett abgedichtete GFK-Karosserie mit holzfreien Wänden zehn Jahre Dichtigkeitsgarantie. Die Elektronikzentrale des Aufbaus ist sicher und gut zugänglich in einem Kasten neben dem Beifahrersitz untergebracht. Das Abwasser lässt sich per Knopfdruck elektrisch entleeren. Für die Entleerung des Frischwassertanks muss lediglich ein Hebel betätigt werden. Solchen Komfort lernt man in der Praxis zu schätzen.

Stärken Schwächen
– Hoher Schlafkomfort mit 7-Zonen-Kaltschaummatratzen – Abwasser fließt schlecht ab
– Elektrisches Ablassventil für Abwassertank – Keine Verstaumöglichkeit für Matratze des Zusatzbetts
– Beste Sicht durch LED-Scheinwerfer mit Kurvenlicht – Frisch- und Abwasseranzeige nur in 25-%-Schritten
– Elektronikzentrale gut erreichbar – Tisch bei Fahrersitzen mehr störend als nützlich
– Winterfestigkeit durch beheizten Doppelboden – Wenig Stauraum in der Heckgarage

Ein Gefühl der Behaglichkeit stellt sich unmittelbar ein

Innen punkten natürliches Holzdekor und warme Lichtstimmung. Die Fahrersitze werden schnell zur zweiten Sitzgruppe.

©Sven Krieger

Das hat er: Einen beheizbaren Doppelboden als technisches Highlight. Der macht den Eura zum einen winterfest, da die Wassertanks frostsicher untergebracht werden können. Zum anderen ist durch den Doppelboden die Bordtechnik in der Heckgarage leicht zugänglich. Einziger Nachteil dieser Bauart: Das Gefälle zum Abwassertank ist gering, und das Wasser fließt bei leichter Neigung des Fahrzeugs schlecht ab. Typisch Eura ist das wohnliche Dekor namens "Chalet", das an leicht gebeiztes Holz erinnert. Im Zusammenspiel mit der warmen indirekten LED-Beleuchtung und den geschwungenen Möbeln stellt sich gleich beim Betreten des Mobils ein Gefühl der Behaglichkeit ein – umso mehr, als die Beleuchtung auch dimmbar ist. Besonders formschön sind die Lampen im Hubbett. Statt langer Listen mit Ausstattungsoptionen bietet Eura seinen Kunden Pakete an. Unser Testmobil hat davon reichlich an Bord: Mondial Edition (2190 Euro), welches das Komfort- und Exklusiv-, das Prestige- (990 Euro) und das Exclusiv-Design-Paket (1990 Euro) beinhaltet. Obendrein gibt es für unseren Dauertester eine Dunstabzugshaube (420 Euro), Teppichboden für den Aufbau (390 Euro) und die Vorverkabelung für eine Solaranlage (250 Euro).

Ausstattung
Serie
MultiJet II 140 PS (103 kW)
Fiat CCS-Tiefrahmenchassis
Abwassertank, isoliert und beheizt
Umbau Sitzgruppe zum Bett
Fahrerhaussitze mit Wohnraum-Polsterstoff
Verdunklungssystem Fahrerhaus
Heckgaragentür links
Extras
160-PS-Motor 2500 Euro
Alufelgen 990 Euro
Teppichboden Aufbau 390 Euro
Dunstabzugshaube 420 Euro
Vorverkabelung für Solaranlage 250 Euro
Mondial Edition (Komfort- und Touringpaket) mit Klimaanlage Fahrerhaus, Tempomat, Pilotensitzen mit Lordosenstütze und Höhenverstellung, Radio-Navi-System, Rückfahrkamera, Fahrerhausteppich, Dachhaube mit Heki, Fliegenschutztür, elektrischem Dachlüfter, Zentralverriegelung 2190 Euro
Prestige-Paket: Lenkrad mit Bedienelementen und Schaltknauf in Leder, Klimaautomatik 990 Euro
Exklusiv-Design-Paket: LED-Scheinwerfer mit Kurvenlicht und Nebellampen, Kühlergrill und Zierblenden in Chromoptik, Heckstoßfänger mit Chromapplikationen 1990 Euro

Überholmanöver auf der Autobahn sind kein Problem

Alle Sicherheitssysteme wie ESP greifen im Grenzbereich rechtzeitig und wohldosiert ein.

©Sven Krieger

So fährt er: Egal ob Teststrecke, Langstreckenetappe auf der Autobahn oder Stadtverkehr – der Eura überzeugt überall. Testredakteur Henning Klipp ist von dem Fahrwerk begeistert. Alle Sicherheitssysteme wie ESP greifen im Grenzbereich rechtzeitig und wohldosiert ein. Die erste Dienstreise des Eura führt Redakteurin Helene Schmidt 3127 Kilometer einmal quer durch Deutschland – von Hamburg nach Schwerin, weiter nach München und über Düsseldorf zurück in die Hansestadt an der Elbe. Mit dem aufpreispflichtigen 160-PS-Motor (2500 Euro) ist der Eura mit seinen Maßen und dem Gewicht mehr als gut motorisiert. Selbst die Kasseler Berge und Überholmanöver auf der Autobahn meistert der Vollintegrierte zügig und entspannt. Besonders bemerkenswert sind zwei Dinge zum Thema Sicht, die der Eura besser macht als so mancher Konkurrent: Bei Dunkelheit punkten die LED-Scheinwerfer samt Kurvenlicht, und allgemein ist das Sichtfeld nach vorne auf die Straße durch die kurze Frontpartie angenehm groß. Top!

Wohnmobil-Dauertest Eura Integra Line HS 650

Eura Integra Line 650 HSEura Integra Line 650 HSEura Integra Line 650 HS

Eura Integra Line 650 HS
Technische Daten
Motorisierung MultiJet 160
Motor/Bauart/Zylinder/ Einbaulage Diesel/in Reihe/ vier/vorn längs
Hubraum 2287 cm3
kW (PS) bei U/min 117 (160) bei 3500
Nm bei U/min 400 bei 1500
Höchstgeschwindigkeit 130 km/h
Getriebe Sechsgang manuell
Antrieb Vorderradantrieb
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung 225/75 R 16 CP
Reifentyp Michelin Agilis Camping
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 75 l/Diesel
Anhängelast gebremst/ ungebremst 2000/750 kg
Länge/Breite/Höhe 6500/2320/2880 mm
Radstand 3800 mm
Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h 6,1 s
0–80 km/h 12,8 s
0–100 km/h 20,6 s
Elastizität
60–100 km/h 12,0 s (4. Gang)
80–110 km/h 18,0 s (letzter Gang)
Masse fahrbereit 3080 kg
Zuladung/zul. Gesamtgew. 420/3500 kg
Wendekreis links/rechts 14,1/14,3 m
Bremsweg aus 100 km/h kalt 51,1 m
aus 100 km/h warm 51,1 m
Innengeräusch bei 50 km/h 64 dB(A)
bei 100 km/h 71 dB(A)
Testverbrauch – CO2 11,9 l D – 315 g/km
Reichweite 892 km
Aufbau
Außenmaterial Wand/Dach/Boden GFK/GFK/GFK
Isoliermaterial Wand/Dach/Boden XPS/Styrofoam/XPS
Wandstärke Wand/Dach/Boden 30/30/38 mm
Fenster 5
Dachhauben 4
Max. Innenhöhe/-breite 1980/2170 mm
Bettenmaß Heck (L x B) 1850 x 2000 mm
Herd 3 Flammen
Kühlschrank/Eisfach 140/12 l
Toilette Thetford
Sitzplätze/ mit Dreipunktgurten 4/4
Heizung Truma Combi 4
Steckdosen 12/230 V 1/3
Leuchten 14
Aufbaubatterie 80 Ah, Gel
Frischwassertank 140 l
Abwassertank 100 l
Gasvorrat 2 x 11 kg
Kosten/Garantien
Abgasnorm Euro 6d-Temp
Steuer pro Jahr 240 Euro
Versicherungen (HPF/VK)* 332/1876 Euro
Werkstattintervalle 24 Monate/48.000 km
Garantie Basis/Durchrostung 2/12 Jahre
Garantie Aufbau/Dichtheit 3/10 Jahre
Mobilitätsgarantie 2 Jahre
Preise
Grundpreis (mit Basismotor) 74.490 Euro
Testwagenpreis 83.200 Euro
* VK SB 300 Euro. TK SB 150 Euro, jährliche Zahlweise; Alle Angaben ohne Gewähr
Weitere Themen: Lotusgrills im Vergleich

Autor: Helene Schmidt

Fotos: Sven Krieger

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.