Euro 7 Abgasnorm  Symbolbild

Euro 7: Abgasnorm, Grenzwerte, Schadstoffe, Benziner, Diesel

Verbrenner-Aus durch neue Abgasnorm Euro 7 ist vom Tisch

Die geplante Euro-7-Norm bringt 2025 schärfere Abgasregeln für Neuwagen, doch das Aus für Benziner und Diesel ist wohl abgewendet. Neue Details zu den EU-Abgasplänen!
Die neue Euro-7-Norm zugunsten eines besseren Klimaschutzes dürfte weniger scharf ausfallen als erwartet: Einem jüngsten Vorschlag zufolge rückt die EU ab von den ursprünglich geplanten Grenzwerten für Stickoxide (NOx) und andere Schadstoffe, die ein Verbrenner-Aus für Diesel und Benziner ab 2025 nach sich gezogen hätten. 
Nach AUTO BILD-Informationen sind die besonders harten Grenzwerte von bis zu zehn Milligramm Stickoxid pro gefahrenem Kilometer vom Tisch.
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Nun ist bei Pkw und leichten Lieferwagen in einem Modellentwurf ein Wert von 30 Milligramm, in einem zweiten Szenario von 20 Milligramm im Gespräch. Das ist immer noch eine deutliche Verschärfung gegenüber den aktuellen Werten, aber weniger hart als erwartet. Die neuen Flottenwerte für den CO2-Ausstoß sind schon beschlossen.

Wie entwickelt sich die Autoindustrie?

In Deutschland hängen rund fünf Millionen Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Autoindustrie ab. Doch die Bedeutung der Autoindustrie geht zurück: Insgesamt sank die Zahl der in Deutschland zugelassenen Neuwagen im Jahr 2020 auf 2,9 Millionen Fahrzeuge, das ist im Jahr des Coronavirus ein Minus von 19,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den ersten drei Monaten 2021 sanken die Neuzulassungen um weitere fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Höhere Schadstoff-Grenzwerte bei schweren Lieferwagen

VDA-Präsidentin Müller zeigt sich erleichtert über die neuen Vorschläge für Abgaswerte.

©DPA

Entgegen dem ursprünglichen Vorschlag soll für Lieferwagen der gleiche Grenzwert wie für Pkw gelten. Bei schweren Lieferwagen soll dem Gewicht bei den Grenzwerten Rechnung getragen werden. Vom Tisch ist den AUTO BILD-Informationen zufolge auch die Idee, Toleranzen für Messungenauigkeiten zu streichen. Dem Vernehmen nach reagierten die Autohersteller erleichtert auf den neuen Vorschlag der Advisory Group on Vehicle Emission Standards (AGVES), dem Gremium, das der EU die neuen Grenzwerte vorschlägt. Die Chefin des Branchenverbands VDA, Hildegard Müller, bewertet die neuen Vorschläge positiv: "Die (...) vorgelegten Pläne für die neue Euro-7-Norm für Pkw zeigen, dass die EU-Kommission die Grenzen des technisch Machbaren akzeptiert und sich von unerreichbaren Zielen verabschiedet hat."

Euro 7 bringt gleiche Grenzwerte für Diesel und Benziner

Bei der Abgasmessung werden alle Schadstoffe am Auspuff registriert.

©Daimler AG

Allerdings will die EU-Kommission dem neuen Vorschlag zufolge Diesel und Benziner bei den Grenzwerten gleich behandeln. Eine Änderung ist den Informationen zufolge auch bei der Toleranz für Kaltstarts geplant. Derzeit können Verbrennungsmotoren in der Kaltlaufphase für kurze Zeit höhere Schadstoffemissionen ausstoßen, um den Motor nicht über Gebühr zu belasten und die Abgasreinigungssysteme für die Betriebstemperatur aufzuheizen. Für diese Phase soll es künftig Schadstoff-Budgets geben. Verschärft wird die Anforderung, den Katalysator zur Abgasreinigung möglichst schnell auf Arbeitstemperatur zu bringen. Kritiker an den vormals verschärften Abgasplänen hatten argumentiert, dass die Autofahrer durch längeres Nutzen ihrer bisherigen Fahrzeuge einem Technologiewechsel aus dem Weg gegangen wären. Damit wäre dem Klimaschutz nicht gedient. So argumentiert auch VDA-Chefin Müller: "Der bisherige EU-Vorschlag hätte uns beim Klimaschutz um Jahre zurückgeworfen."

Warnung von Verkehrsminister Andreas Scheuer

Zuletzt hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die EU-Kommission vor zu scharfen Regelungen für die Autoindustrie gewarnt. "Man soll mutig sein in den Vorgaben, aber den Grundsatz des technisch Möglichen im Blick haben. Wir dürfen die Automobilindustrie in Europa nicht verlieren, weil sie sich sonst woanders niederlassen wird." Er wolle, dass die Autoindustrie eine Zukunft habe. Zuletzt hatte BMW-Betriebsratschef Manfred Schoch vor dem Verlust unzähliger Arbeitsplätze gewarnt, wenn bedingt durch Euro 7 in der EU keine Benzin- und Dieselautos mehr zugelassen werden könnten. "Wir werden eine Arbeitslosigkeit erleben, wie wir sie noch nie gehabt haben. Wenn die Politiker hier den Hebel umlegen, wird es zappenduster in Deutschland", sagte der BMW-Mann Anfang März 2021 in München bei einem Forum des Automobilklubs "Mobil in Deutschland". (Mit Material der dpa)

Fotos: AUTO BILD Montage

Hintergrund / DPA

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Abgasnorm

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