Ein Test mit so vielen positiven Erkenntnissen – trotzdem gibt's Schimpfe: Warum müssen Fahrassistenzsysteme (die in großen Teilen bereits ins Auto hineinkonstruiert werden) Aufpreis kosten? Frechheit!
Denn: Elektronik ist günstig, gerade derartige Assistenztechnik hilft erfolgreich, Unfälle zu verhindern. Und sie kann Folgen eines möglichen Aufpralls hervorragend minimieren. Also: Bitte, liebe Hersteller, baut so etwas in jedes Modell in vollem Umfang ein – OHNE Aufpreis!

Assistenzsysteme im Test

Aktuelle AngebotePreis
BMW i7
BMW i7
UVP 115.700,00 EUR
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Genesis Electrified GV70
Genesis Electrified GV70
UVP 68.400,00 EUR
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Mazda CX-60
Mazda CX-60
UVP 47.390,00 EUR
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Mercedes EQE
Mercedes EQE
UVP 67.188,00 EUR
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Assistenztest DEKRA
Opel Astra
UVP 27.110,00 EUR
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VW ID.5 GTX
VW ID.5
UVP 48.970,00 EUR
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So, nach der Peitsche nun das Zuckerbrot. Nach Tests in verschiedenen Disziplinen mit sechs Automodellen aus allen Klassen stellen wir fest: Die Nummer mit der elektronischen Sicherheitsleine klappt bestens. Für Autofahrer gilt somit: keine Angst vor Fehlauslösungen, keine Sorge vor unerwarteten Eingriffen in Bremse oder Lenkung während der Fahrt.
BMW i7 Genesis GV70 Mazda CX-60 Mercedes EQE Opel Astra VW ID.5 GTX
Licht und Schatten: Alle Testkandidaten machen ihre Sache gut, die volle Ladung Assistenz kostet aber Aufpreis.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD

Assistenzsysteme im Check: die Test-Disziplinen

Spurhalte-System

Wie gut erkennt die Technik Fahrspuren und Markierungen, wie sauber korrigiert die Lenkung Abweichungen davon?

Totwinkel-Überwachung

Wird der Nebenmann erkannt, erfasst die Technik von hinten nahende Objekte – und steuert rechtzeitig gegen?

Automatische Bremshilfe

Frontcrash droht, Stauende naht – wann erkennen Sensoren was, wie gut klappen Warnung und aktive Verzögerung?

Schilder-Erkennung

Tempolimit, Durchfahrtsverbot, sogar Ampeln – wie gut scannen Kameras die Umwelt, und wie sauber setzt das Auto Gebote um?

Fußgänger-Erkennung

Kinder vor dem Kühler, Passanten kreuzen die Rückwärtsfahrt – kann das Auto so etwas "sehen" und darauf reagieren?
Die Systemgrenzen der Assistenten sind unterschiedlich weit ausgereizt, in verschiedenen Regelungsabstufungen ausgelegt, zudem gestalten die Hersteller die Bedienung über (meist) komplex verschachtelte Menüstrukturen des Multimediasystems unterschiedlich aufwendig. Entsprechend haben wir uns Regelgüte, Bedienkomfort, Einstellungsmöglichkeiten und natürlich die Qualität der Hinderniserkennung gleichermaßen angeschaut.

Aufprallsituationen ohne Blechschaden

Für unseren Test haben wir uns die Unterstützung der DEKRA gesichert. In Klettwitz bei Dresden betreibt das Unternehmen eine Testanlage, auf der alle Systeme unter realen Bedingungen geprüft werden können. Die Experten können hier auf Fahrbahnen und Streckenabschnitten mit genormten Markierungen, Verkehrszeichengrößen und Asphaltbeschaffenheiten reproduzierbar Brems- und Lenkmanöver testen, zudem Kamera- und Erfassungsqualitäten abgleichen.
Mazda CX-60
Achtung, drohender Aufprall: Bei unserem Test blieb die Aktion folgenlos – die Unfallgegner sind blechschonend weich.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Gleichzeitig ermöglichen ferngelenkt bewegliche und "weiche" Fahrzeug- und Fußgängerdummys, mögliche Aufprallsituationen schadenfrei zu überstehen. Wie sich unsere sechs Testkandidaten – BMW i7, Genesis Electrified GV70, Mazda CX-60, Mercedes EQE, Opel Astra und VW ID.5 GTX – geschlagen haben, zeigt AUTO BILD in der Bildergalerie!

Bildergalerie

BMW i7 Genesis GV70 Mazda CX-60 Mercedes EQE Opel Astra VW ID.5 GTX
BMW i7
BMW i7
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Assistenzsysteme im Test

Fazit

Unser Test deckt unterschiedliche Auslegungen auf, jedoch keine Schwächen in der Wirkung. Allenfalls undramatische Differenzen in der Handhabung wie etwa in Menüs verborgene Bedienschritte oder Komfortaspekte sind uns aufgefallen. Traurig: Bei allen Herstellern kostet totale Sicherheit zusätzliches Geld.