Fahrassistenzsysteme im Test
Testen bis in die Puppen: So gut sind moderne Fahrassistenzsysteme
Assistenzsysteme im Test
Bild: AUTO BILD
Ein Test mit so vielen positiven Erkenntnissen – trotzdem gibt's Schimpfe: Warum müssen Fahrassistenzsysteme (die in großen Teilen bereits ins Auto hineinkonstruiert werden) Aufpreis kosten? Frechheit!
Denn: Elektronik ist günstig, gerade derartige Assistenztechnik hilft erfolgreich, Unfälle zu verhindern. Und sie kann Folgen eines möglichen Aufpralls hervorragend minimieren. Also: Bitte, liebe Hersteller, baut so etwas in jedes Modell in vollem Umfang ein – OHNE Aufpreis!
So, nach der Peitsche nun das Zuckerbrot. Nach Tests in verschiedenen Disziplinen mit sechs Automodellen aus allen Klassen stellen wir fest: Die Nummer mit der elektronischen Sicherheitsleine klappt bestens. Für Autofahrer gilt somit: keine Angst vor Fehlauslösungen, keine Sorge vor unerwarteten Eingriffen in Bremse oder Lenkung während der Fahrt.

Licht und Schatten: Alle Testkandidaten machen ihre Sache gut, die volle Ladung Assistenz kostet aber Aufpreis.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Assistenzsysteme im Check: die Test-Disziplinen
Spurhalte-System
Wie gut erkennt die Technik Fahrspuren und Markierungen, wie sauber korrigiert die Lenkung Abweichungen davon?
Totwinkel-Überwachung
Wird der Nebenmann erkannt, erfasst die Technik von hinten nahende Objekte – und steuert rechtzeitig gegen?
Automatische Bremshilfe
Frontcrash droht, Stauende naht – wann erkennen Sensoren was, wie gut klappen Warnung und aktive Verzögerung?
Schilder-Erkennung
Tempolimit, Durchfahrtsverbot, sogar Ampeln – wie gut scannen Kameras die Umwelt, und wie sauber setzt das Auto Gebote um?
Fußgänger-Erkennung
Kinder vor dem Kühler, Passanten kreuzen die Rückwärtsfahrt – kann das Auto so etwas "sehen" und darauf reagieren?
Die Systemgrenzen der Assistenten sind unterschiedlich weit ausgereizt, in verschiedenen Regelungsabstufungen ausgelegt, zudem gestalten die Hersteller die Bedienung über (meist) komplex verschachtelte Menüstrukturen des Multimediasystems unterschiedlich aufwendig. Entsprechend haben wir uns Regelgüte, Bedienkomfort, Einstellungsmöglichkeiten und natürlich die Qualität der Hinderniserkennung gleichermaßen angeschaut.
Aufprallsituationen ohne Blechschaden
Für unseren Test haben wir uns die Unterstützung der DEKRA gesichert. In Klettwitz bei Dresden betreibt das Unternehmen eine Testanlage, auf der alle Systeme unter realen Bedingungen geprüft werden können. Die Experten können hier auf Fahrbahnen und Streckenabschnitten mit genormten Markierungen, Verkehrszeichengrößen und Asphaltbeschaffenheiten reproduzierbar Brems- und Lenkmanöver testen, zudem Kamera- und Erfassungsqualitäten abgleichen.

Achtung, drohender Aufprall: Bei unserem Test blieb die Aktion folgenlos – die Unfallgegner sind blechschonend weich.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Gleichzeitig ermöglichen ferngelenkt bewegliche und "weiche" Fahrzeug- und Fußgängerdummys, mögliche Aufprallsituationen schadenfrei zu überstehen. Wie sich unsere sechs Testkandidaten – BMW i7, Genesis Electrified GV70, Mazda CX-60, Mercedes EQE, Opel Astra und VW ID.5 GTX – geschlagen haben, zeigt AUTO BILD in der Bildergalerie!
Fazit
Unser Test deckt unterschiedliche Auslegungen auf, jedoch keine Schwächen in der Wirkung. Allenfalls undramatische Differenzen in der Handhabung wie etwa in Menüs verborgene Bedienschritte oder Komfortaspekte sind uns aufgefallen. Traurig: Bei allen Herstellern kostet totale Sicherheit zusätzliches Geld.
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