Fahrbericht Fisker Karma
Der totale Anti-Prius

Fisker wagt den Gegenentwurf zum vernuftgetriebenen Öko-Mobil: Der Karma soll Glamour, nicht Verzicht ausstrahlen. AUTO BILD hat den Prototypen des schicken Hybriden ausprobiert.
Bild: Volker Corell
- Johannes Köbler
Die Zukunft beginnt ganz bescheiden. 2811 McGaw Avenue ist ein kleines Bürogebäude in Irvine, einer Bürostadt bei Los Angeles – und die Keimzelle eines Unternehmens, das vielleicht die Autowelt aufmischen wird. Fisker Automotive Inc. plant mit seinem Hybridauto Karma den ganz großen Wurf. Kalifornien, das Land der Optimisten, ist eine Bühne für jeden, der den Mut hat, sie zu betreten. Henrik Fisker, gebürtiger Däne, ist so ein Siegertyp – groß, blond, blauäugig, entspannt, gut gekleidet. Als Top-Designer der Autoindustrie hat der 44-Jährige für BMW den Z8, für Aston Martin den DB9 entworfen. Vor fünf Jahren ging er nach Irvine und baute Luxusautos um. Dann kam der Herbst 2006, in dem sich die ersten Hollywood-Stars im Toyota Prius sehen ließen. Fisker spürte: Da dreht sich was. Und beschloss, auf der Welle mitzureiten, und zwar gleich richtig. Er konzipierte den Anti-Prius – der Karma ist groß, schön, stark und schnell, ein schicker Anzug für Leute wie George Clooney. Öko-Autos müssen nicht Verzicht, sondern Glamour ausstrahlen, meint Henrik Fisker: "Wir sind neu, wir sind grün und sexy."
Ausgerechnet ein Militärauto liefert die Öko-Antriebstechnik

Bild: Volker Corell
Die Fahrleistungen sind absolut auf Sportwagen-Niveau

Bild: Volker Corell
Fazit von AUTO BILD-Autor Johannes Köbler: Karma bedeutet Schicksal – es ist ein guter Name für den Prototyp von Fisker. Die Idee, ein Hybridauto speziell für Wohlhabende zu bauen, ist schlüssig, der Mut zur Gründung einer grünen Autofirma ist bewundernswert. Für die Beurteilung der Technik ist es zu früh, da lässt Fisker wichtige Fragen noch offen. Aber das Auto macht schon jetzt richtig an. Öko mit Sex-Appeal – ein Däne aus Kalifornien will der Welt zeigen, wie das geht. Respekt!
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