Fahrbericht Lexus IS 250C
Einfach laufen lassen
Lexus lässt am 3. Juli 2009 sein viersitzes Cabrio aus dem Stall - den IS 250C. Frische Luft und üppige Ausstattung gibt es dann ab 49.650 Euro. Das ist fair. Doch der Japaner wird es in Europa trotzdem schwer haben.
- Tomas Hirschberger
Unter all den Güteklasse-A-Autobauern gilt Lexus gemeinhin als besonderer Streber. Alles, was die noble Toyota-Tochter macht, macht sie richtig. Top-Qualität, hohe Zuverlässigkeit, reife Hybrid-Technik. Nur zum Thema Fahrfreude haben die Japaner bislang nicht wirklich Bewegenes beigetragen. Das soll sich jetzt – sie ahnen es schon – grundlegend ändern. Mit dem IS 250C steht ab dem 3. Juli 2009 Lexus' erstes viersitziges Cabrio beim Händler. Und bei dem von oben luftgekühlten Asiaten soll die gute Laune quasi auf Knopfdruck aus dem Verdeckkasten springen. Optisch ist der 4,63 lange Ableger der IS-Limousine gar nicht mal übel. Mit der Tendenz zu: ja, kann man machen. Geschlossen legt sich das dreiteilige Alu-Hardtop formal einwandfrei über den Innenraum, ein Coupé mit durchaus eleganten Linien.
Massiges Heck, riesige Türen, Badewannen-Feeling

Bild: Werk
Der Kofferraum schluckt bescheidene 165 bis 420 Liter

Bild: Werk
Einer für die Langstrecke
Gegen BMWs 3er Cabrio soll der Lexus IS 250C antreten, gegen das Mercedes CLK Cabrio und gegen den offenen Audi A5 ebenfalls. Wer den Startknopf gedrückt hat wird nach wenigen Metern feststellen, dass diese deutschen Cabrio-Kaliber, zumindest was Fahrspaß, Dynamik und Agilität angeht, in einen anderen Liga fahren. Der Japaner ist eine Offenbarung für alle, für die der Weg das Ziel ist. Ein gemütlicher Cruiser, ohne rechte Lust auf hektisches Kurvensurfen. Dafür ist er einfach zu behäbig, zu schwer (1730 Kilo), ja, auch zu lustlos. Der seidenweiche 2,5 Liter V6 versteckt seine 208 PS so geschickt, dass man ihm glatt auch eine Leistung von 150 Pferdchen abnehmen würde. Okay, das ist etwas gemein. Denn der Sechszylinder spielt sich das Drehmoment mit der komplett ruckfreien Sechsgang-Automatik wirklich auf höchstem Niveau und extrem leise hin und her. Das hat schon Klasse. Spaß definiert der hauptsächlich für den US-Markt komponierte IS 250C eben anders. Reinsetzen, Wählhebel auf D und einfach mal laufen lassen. Wenn es sein muss von Hamburg bis nach Nizza in einem Rutsch. Was da die Schaltwippen nach Schumacherart am Lenkrad sollen, weiß wohl nur die Marketingabteilung der Luxusmarke.
In Europa wird es der luftige Japaner schwer haben

Bild: Tomas Hirschberger
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