Fehler beim Reifenwechsel: Felgen, Radmuttern, RDKS, Wagenheber

Diese 5 Fehler können viel Geld kosten

Bei den meisten Autofahrern steht zweimalim Jahr der Reifenwechsel an. Was viele nicht wissen: Hier lauern ein paar Tücken, die am Ende bares Geld kosten können.
Der halbjährliche Rädertausch - der umgangssprachlich meist als Reifenwechsel bezeichnet wird - ist schnell und einfach in der heimischen Garage gemacht (Anleitung Reifenwechsel). Deswegen verzichten viele Autofahrer auf die Fahrt in die Werkstatt und wechseln die Reifen einfach selbst. Das spart Zeit und vor allem Geld. Doch auch wenn die Arbeitsschritte einfach sind, gibt es ein paar Tücken! Im schlechtesten Fall führt das Nichtbeachten zu Schäden, die letztlich deutlich teurer sind und schlimmstenfalls auch noch die Sicherheit gefährden. Hier sind fünf Fehler, die viele unterschätzen:

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1. Keinen Drehmomentschlüssel benutzen

Die Reifen müssen mit dem korrekten Anzugsmoment festgezogen werden.

Bei der Reifenmontage müssen die Schrauben mit einem bestimmten Anzugsmoment festgezogen werden. Zieht man sie zu fest, können die Gewinde überdrehen. Außerdem stehen die Schrauben dann stark unter Spannung und können unter Belastung (z.B. scharfe Bremsung, Unfall) brechen. Sitzen sie hingegen zu locker, können sich die Räder während der Fahrt lösen. Deswegen zum Festziehen unbedingt einen Drehmomentschlüssel nutzen. Das richtige Anzugsmoment findet man im Fahrzeughandbuch. Und: Nachziehen der Schrauben nach ca. 50 Kilometern nicht vergessen. Welche Drehmomentschlüssel gut sind, lesen Sie im Test

2. Wagenheber falsch ansetzen

Was viele nicht wissen: An der Karosserie gibt es bestimmte Punkte, an denen ein Wagenheber angesetzt werden darf. Wo sie sich befinden, ist von Auto zu Auto unterschiedlich. Deswegen immer in der Bedienungsanleitung nachsehen! Zudem sind die Punkte oft mit einem Dreieck oder Kreis markiert. Wer die falsche Stelle nutzt, riskiert verbogene und verbeulte Schweller. Außerdem auf den richtigen Untergrund achten. Er sollte glatt und rutschfest sein. Kopfsteinpflaster oder Rasen sind also tabu. Der Wagenheber könnte einknicken und schwere Schäden anrichten. Vor allem, wenn das Rad bereits abmontiert ist. Mehr dazu: Wagenheber im Vergleich

3. Sichtprüfung vergessen

Das Restprofil lässt sich mit einem Profiltiefenmesser bestimmen.

Bei der Montage der neuen Räder muss nicht nur die Profiltiefe überprüft werden (idealerweise minimal 2 mm bei Sommer- und 4 mm bei Winterreifen, auch wenn der Gesetzgeber bis 1,6 mm erlaubt). Die Reifen sollten einer umfassenden Sichtprüfung unterzogen werden: Gibt es Beschädigungen? Wirkt das Gummi porös? Ebenfalls wichtig: Ist der Reifen gleichmäßig abgefahren? Bei einseitigem Verschleiß deutet es auf eine falsch eingestellte Spur hin. Ist der Reifen eher mittig oder an den Kanten abgefahren, könnte der Reifendruck zu hoch bzw. niedrig gewesen sein.

4. Mit falschem Reifendruck fahren

Der Reifendruck wird von vielen Autofahrern unterschätzt, dabei kommt es schnell zu schwammigem Fahrverhalten und erhöhtem Verschleiß, wenn der Druck zu hoch oder niedrig ist. Gerade wenn die Reifen über eine Saison eingelagert wurden, haben sie oft Luft verloren. Deswegen ist es wichtig, direkt nach der Montage den Reifendruck anzupassen. Der richtige Wert für die jeweiligen Reifen steht meist auf einem Aufkleber im Tankdeckel oder innen an der B-Säule. Weiteres zum Thema Reifendruck lesen Sie hier

5. Laufrichtung nicht beachten

Nicht bei allen Reifen, aber bei vielen ist durch das Profil eine Laufrichtung vorgegeben. Zu erkennen in der Regel an einem Pfeil und dem Wort "Direction" oder "Rotation" an der Reifenflanke. Außerdem ist das Profil meist V- oder U-förmig. Das Profil ist immer so angelegt, dass das Regenwasser optimal abgedrängt wird, um Aquaplaning zu verhindern. Wird das Rad falschherum montiert, haftet der Reifen nicht so gut auf der Straße. Das führt zu höherem Verschleiß und schlechterer Kraftübertragung. Auch das Fahrgeräusch wird lauter. Und: Sind die Reifen falsch montiert, kann die TÜV-Plakette verweigert werden.

Weitere Tipps zum Reifenwechsel

Achtung RDKS: Wer ein direktes Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS) hat, kann den Rädertausch nicht selbstmachen. Die Sensoren müssen bei jedem Wechsel gewartet werden. Bei indirektem RDKS muss das System nach der Reifenmontage neu angelernt werden. Wie das geht, steht im Fahrzeughandbuch. Weitere Infos zum Reifenwechsel mit RDKS gibt es hier
Richtig lagern: Reifen müssen dunkel, trocken und kühl gelagert werden. Kompletträder am besten auf speziellen Felgenbäumen oder gestapelt, Reifen ohne Felgen werden aufrecht gelagert und regelmäßig gedreht.

Rostige Radbolzen sollten ausgetauscht werden.

Rost nicht ignorieren:
Eine verrostete Radnabe und verrostete Radbolzen sorgen dafür, dass der nächste Rädertausch zum nervigen Kraftakt wird. Deswegen sollte man dem Rost an der Radnabe mit einer Drahtbürste zu Leibe rücken. Die rostigen Radbolzen werden gegen neue getauscht.
Nicht mit Unwucht fahren: Laufen die Reifen unrund, ist das Fahrgeräusch lauter, flattert das Lenkrad und die Pneus sind ungleichmäßig abgefahren. In diesem Fall sollte man die Räder beim Profi auswuchten lassen. Sonst können nach einiger Zeit Fahrwerk und Lenkung Schaden nehmen. Alle Infos zum Auswuchten
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