Fiat Panda gebraucht: TÜV-Report 2026
Beim TÜV macht der Panda Rambazamba

–
Die Geschichte des Fiat Panda könnte die eines Goldbären sein – wäre da nicht das alljährlich mangelhafte TÜV-Zeugnis für das italienische Kultauto. Zwei Panda-Generationen im Check!
Bild: Sven Krieger
Der beliebte Fiat Panda ist ein wendiger, günstiger Alltagsheld mit erstaunlich viel Platz. Allerdings zeigt der TÜV beim Italiener überdurchschnittlich oft Mängel – vor allem an Federn, Dämpfern und Abgasanlage. Der Überblick aus dem TÜV-Report 2026!
Fiat Panda (312)
- Bauzeit: 2012 bis 2023
- Motoren: von 69 PS (1.2 8V) bis 95 PS (1.3 JTD MJ)
- Preis: ab 2500 Euro
Das ist er: Ein Kleinstwagen, der in der SUV-dominierten Welt mit erstaunlich viel Platz und cleveren Ideen gegenhält. Die Technik teilt er sich mit Lancia Ypsilon und Fiat 500. Auf 3,65 Meter Länge bietet der übersichtliche Fünftürer viele Ablagen, bei umgeklappter Rückbank bis zu 950 Liter Stauraum. Mankos: Ungleiche Spaltmaße rundum zeigen Verarbeitungsdefizite, ESP ist erst seit 2014 serienmäßig.

Bis 2022 konnten Panda-Käufer eine Allradversion ordern.
Bild: Sven Krieger
Das kann er: Italienisches Lebensgefühl vermitteln in der Stadt und auf Mittelstrecken, die besonders die kräftigen Diesel (75/95 PS) gut absolvieren. Die Euro-6-Norm erfüllt erst der 1.3 JTD Multijet mit 95 PS ab 2015. Beide Benziner, der zäh arbeitende 1.3-Vierzylinder mit 69 PS und der sparsame 0,9-Liter-Zweizylinder-Turbo mit 85 oder 90 PS (ab 2018), erreichen 6d-TEMP. Den Zweizylinder gibt's zudem in einer Erdgasversion. Allradantrieb ist für die kräftigeren Motoren verfügbar. 2020 kam eine Hybridversion. Ein Facelift brachte dem Panda 2021 ein frisches Infotainment sowie eine sportivere Innenausstattung.
Das macht Ärger: Defekte Batterien meldet die ADAC-Pannenstatistik, ansonsten recht wenig. Dafür zahlreiche Rückrufe, etwa aufgrund nicht öffnender Seitenairbags, Gurtpeitschen und 2024 Ausfall der Rückfahrscheinwerfer (defekter Schalter am Getriebe).
Fiat Panda (169)
- Bauzeit: 2003 bis 2012
- Motoren: von 54 PS (1.1) bis 100 PS (100 HP)
- Preis: ab 800 Euro
Das ist er: Minimalistisches Stadtauto mit hohem Nutzwert in zweiter Generation. Noch dazu ein Raumwunder auf 3,54 Meter Länge und fast so hoch wie ein Van. Der Platz reicht für vier, die Verarbeitung ist okay. Bis 2004 nicht zeitgemäße Sicherheit: Für ABS im 1,1-Liter verlangte Fiat Aufpreis.

Bis 2004 war die Sicherheit im Panda 169 nicht auf der Höhe der Zeit.
Bild: Uli Sonntag
Das kann er: Alles Nötige auf Stadttouren transportieren. Dynamisch in die Kurve gehen ist nicht seins, was am hohen Schwerpunkt und der gefühllosen Lenkung liegt. Die straffe Federung geizt mit Komfort. Gute Motorenwahl für Vielfahrer: der 75 PS starke 1,3-Liter-Diesel (ab 2006 mit Partikelfilter). Die Basisbenziner geben sich zäh; temperamentvollen Vortrieb entwickelt der Panda 100 HP mit 100 PS.
Das macht Ärger: Undichte Stoßdämpfer (Bj. 2006), später ausgeschlagenene Querlenker. Defekte Kurbelwellensensoren und Kraftstoffpumpen kamen vor. Rückrufe betrafen unter anderem Lecks an der Kraftstoff-Rückführungsleitung, Gefahr von Wasser-/Salzeintritt ins ABS-Steuergerät, undichte Bremsschläuche und defekte Lenkzwischenwellen. Positiv: Im Dauertest holte ein Panda 1.1 die Note 2–.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Federn und Dämpfer beider Generationen fallen überproportional oft auf. Typ 169 patzt sogar dreimal öfter als die Vergleichsgruppe. Auch die Achsaufhängungen sind überwiegend weniger haltbar (Ausnahme: zweite und dritte HU). Die Lenkgelenke des Typs 312 stehen ebenfalls in der Kritik. Vor allem die Spurstangenköpfe bereiten häufiger Probleme. Rost kennt vor allem der ältere Panda.
Licht
Die Einstellung des Abblendlichts, Frontleuchten und Blinker werden am Typ 312 überdurchschnittlich oft moniert, auch die Rückleuchten patzen zu oft. Besser bis durchschnittlich liefern die älteren Jahrgänge ab.
Bremsen
Die Fußbremsfunktion steht ab HU zwei überdurchschnittlich oft auf der Mängelliste. Als zuverlässiger wird die Handbremse beurteilt. Während Bremsleitungen und -schläuche überwiegend Durchschnittswerte einholen, steigt der Bremsscheibenverschleiß ab HU zwei überproportional an.
Umwelt
Ölverlust betrifft vor allem den jüngeren Panda, bei den Abgasanlagen nehmen die Probleme ab der zweiten HU zu. Das AU-Durchfallrisiko steigt ab dem achten Jahr.
Fiat Panda: Mängeleinteilung*
Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher | |
|---|---|---|---|---|
Alter | ||||
2-3 Jahre | 84,9 (Ø 89,4) | 7,4 (Ø 4,0) | 7,7 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 80,2 (Ø 84,7) | 7,4 (Ø 5,3) | 12,4 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 74,3 (Ø 78,8) | 8,5 (Ø 7,6) | 17,1 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 67,2 (Ø 71,7) | 10,0 (Ø 10,0) | 22,9 (Ø 18,3) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 64,1 (Ø 64,7) | 10,9 (Ø 12,4) | 25,1 (Ø 22,9) | 0,0 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | 48,6 (Ø 56,0) | 16,0 (Ø 15,5) | 35,5 (Ø 28,4) | 0,0 (Ø 0,1) |
Fazit
Trotz klassentypisch geringer Laufleistungen sind mängelfreie Exemplare des kultigen Stadtautos nur unterdurchschnittlich oft zu finden. Ölverlust, marode Federn und Dämpfer, rostende Abgasanlagen bleiben bekannte Problemzonen. Der Liebe zum praktischen Italiener scheint das keinen Abbruch zu tun. Gebrauchtwagenkäufer sollten gepflegte Panda mit frischer Plakette bevorzugen.
Service-Links









