Fisker Karma: Historie des E-Sportlers
Das schönste Öko-Auto der Welt

Henrik Fisker und seine Start-up-Firma sagen den Auto-Konzernen den Kampf an. Der Karma, ein Plug-in-Hybrid, fährt bald zu uns. AUTO BILD erzählt die Geschichte des Elektro-Sportlers.
Bild: Volker Corell
Der Messestand ist klein, keine 100 Quadratmeter. Der Platz reicht für ein Auto, einen kleinen Tresen, einen abgetrennten Besprechungsraum. Es gibt keine laute Musik, keine Lichteffekte, keine Hostessen in kurzen Röcken. Es steht nur das Auto da. Show hat es nicht nötig. Dann taucht Henrik Fisker auf. Fast unbemerkt hat er seinen Stand betreten, dunkler Anzug, weißes Hemd, jede Bewegung ruhig und bedacht. Fisker beantwortet Fragen zum Auto, erntet Komplimente, ein Lächeln huscht über sein Gesicht. Ja, erklärt er in akzentfreiem Englisch, ja, das ist der erste Karma, der in Finnland vom Band gelaufen ist. Das Warten habe ein Ende. Es sei so weit. Noch vor dem nächsten Sommer kommt das schönste Öko-Auto der Welt auf den Markt.
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Bild: Volker Corell
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Ein Meilenstein waren die umgerechnet rund 400 Millionen Euro, die das US-Energieministerium Fisker im September 2009 mit niedrigen Zinsen lieh. Da störte auch ein Prozess gegen Tesla Motors nicht wirklich. Henrik Fisker hatte Tesla bei der Entwicklung des Siebensitzers Model S unterstützt, und als er den Karma präsentierte, witterte Tesla Industriespionage. Die Klage gegen Fisker wurde abgewiesen. Als der Däne im Mai 2010 weitere 245 Millionen Euro von Privatinvestoren gesammelt hatte, konnte die Serienfertigung geplant werden. "Wir waren dennoch sehr schnell", sagt Henrik Fisker. "Das ist der Vorteil bei einer 300-Mann-Firma. Türgriffe? Materialien? Wir konnten rasche Entscheidungen treffen." Der edle Innenraum wurde am Ende noch einmal überarbeitet, er bietet jetzt etwas mehr Platz. Solardach und Rückfahrkamera wurden in die Serienausstattung genommen.
Das kostet. Der Karma ist Luxus. Nina ist Masse. Unter dem Projektnamen soll ab Ende 2012 ein Öko-Konkurrent für den BMW 3er in den USA gebaut werden. Pro Jahr 100.000 Stück. Preis: unter 40.000 Dollar. Denn Henrik Fisker plant Großes: In fünf Jahren sollen die Kunden aus sechs Modellen – drei auf Karma- Plattform, drei auf Basis des Nina – wählen können. "Viele der großen Autobauer entwickeln ihre E-Modelle nur aus Imagegründen und um die zukünftigen Zulassungsregularien in den USA zu erfüllen", glaubt Henrik Fisker. Daher machen ihm Modelle wie Mercedes SLS E-Cell oder Audi R8 e-tron auch keine Angst. Er habe 2007 Fisker Automotive gegründet, weil "die Zeit reif war für eine Veränderung beim Antrieb". Dann schreitet Henrik Fisker um sein Werk auf diesem kleinen Messestand. Er erklärt einem Gast, warum das Auto einfach 22-Zoll-Räder haben muss. Er ist ganz bei sich.
Technische Daten Fisker Karma: zwei E-Motoren hinten (je 150 kW) • Zweiliter-Turbobenziner (260 PS) als Reichweitenverlängerer • Drehmoment 1300 Nm • Lithium-Ionen-Akkus • Kapazität 20 kWh • Hinterradantrieb • Reichweite 80 km im reinen E-Betrieb bzw. 483 km (Hybrid-Modus) • Reifen 255/35 R 22 vorn, 285/35 R 22 hinten • L/B/H 4998/1986/1330 mm • Preis: circa 90.000 Euro
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