Nun ging es ganz schnell! Mit Ende des dritten Advents werden keine neuen Anträge mehr für den Umweltbonus angenommen. Zunächst war es unklar, wann der Umweltbonus für neue E-Autosals Sparmaßnahme für den Haushalt 2024 auslaufen soll. Keine Förderung in voller Höhe von rund 6000 Euro bis Ende des Jahres. Keine reduzierte Kaufprämie für E-Autos in 2024. Die Autohersteller und Händler werden jetzt von Anfragen zu laufenden Bestellungen, eventuellen Stornierungen überrannt.
"Bereits zugesagte Förderungen sind vom Förderende nicht betroffen und werden ausgezahlt", erklärte das Ministerium. "Vorliegende Anträge, die bis einschließlich 17. Dezember 2023 beim BAFA eingehen, werden in der Reihenfolge ihres Eingangs weiterbearbeitet, und, sofern die Fördervoraussetzungen vorliegen, bewilligt."

Was wird aus der Garantie für die Umweltprämie?

Autohersteller und Händler werden jetzt von Anfragen zu laufenden Bestellungen, eventuellen Stornierungen überrannt. Bis zu unserem Schlusstag zeichnete sich ein negatives Stimmungsbild bei Händlern. Immerhin: Stellantis garantiert bis einschließlich 31.12.2023 für Elektrofahrzeuge, die nach den bisherigen Bafa-Richtlinien bonusberechtigt sind, den vollen Umweltbonus. Das gilt für Privatkunden, die ihr bereits bestelltes, vollelektrisches Fahrzeug der Marken Abarth, Citroën, DS Automobiles, FIAT, Jeep, Opel und Peugeot bis zum Ende des Jahres zulassen.
Auch Kia garantiert den vollen Umweltbonus für den Niro EV, EV6 und EV6 GT. Bei verbindlicher Bestellung bis zum 31. Dezember 2023 ist die volle Förderung nach den Konditionen des Jahres 2023 garantiert, sogar, wenn das Fahrzeug erst 2024 zugelassen wird.

Was bedeutet die Hauruck-Entscheidung für die Zukunft des E-Autos?

Die Nachfrage für E-Autos wird vorerst weiter zurückgehen. Möglicherweise drastisch. Die sogenannten "Early Adopter" (Frühzeitigen Anwender) haben bereits ein Elektroauto. Der Rest hat etliche Vorbehalte gegen E-Autos. Die Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen gingen im November laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) stark zurück. Zulassungen für Batterieelektrische Autos (BEV) sanken im November um 22,5 Prozent (Hier eine Topliste der beliebtesten Autos). Insgesamt verzeichneten die BEV seit Jahresbeginn dennoch einen Zuwachs von 28,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil von BEV lag im November bei 18,3 Prozent, der von Plug-in-Hybriden bei 7,4 Prozent. Der Marktanteil für E-Autos wird nun allerdings schrumpfen.

Es fehlen die Anreize für E-Autos, der Wertverlust ist hoch

Neben dem Umweltaspekt sowie der linearen und lautlosen Beschleunigung spricht nach Wegfall der Prämie immer weniger fürs E-Auto. Viel zu teuer. Die Ladezeiten sind bei vielen noch immer zu lang. Strompreise werden nächstes Jahr ebenfalls steigen. Und dann wird es noch Technologie-Sprünge bei Elektroautos geben, die eine jetzige Kaufentscheidung erschweren und die die Angst vor Wertverlust schüren. Laut AutoScout24 sind E-Autos die Antriebsart mit dem höchsten Wertverlust. Mit einem Durchschnittspreis von 36.703 Euro geben sie um 17 Prozent auf dem Gebrauchtwagenmarkt nach.

Steigen jetzt die Rabatte für E-Autos?

Die Flottenbestände sind voll mit E-Autos. Sie wurden besonders in den letzten Monaten aufgefüllt. Das könnte immerhin zu größeren Rabatten auf dem E-Auto-Markt führen. Ein schwacher Trost für den Ausfall der Prämie und eine zusätzliche Belastung für die Autoindustrie.

Was wird nun aus dem E-Auto?

Wir stehen vor einem Tiefpunkt bei der Nachfrage für Elektroautos. Kurzfristig wird der Verbrenner ein starkes Comeback erleben. Zum Glück bringen viele Hersteller im nächsten Jahr zahlreiche neue, aber auch die vorerst letzten Verbrenner-Generationen auf den Markt wie zum Beispiel das Facelift des Golf 8, den Passat, den Skoda Superb oder das Opel Crossland Facelift. Hersteller wie BMW, die zweigleisig bei den Antriebsarten fahren, dürften bessere Chance haben, auf die zurückhaltende Kauflaune bei E-Autos zu reagieren.
Stellantis-Vorstandschef Carlos Tavares hatte erst kürzlich im Rahmen einer Pressekonferenz laut "Automobilwoche" angekündigt: "Wir müssen womöglich unsere Strategie ändern, wenn die öffentliche Meinung in Richtung weniger Elektrofahrzeuge tendieren sollte."
Das Problem: Die Pläne für den Verbrenner-Ausstieg stehen bei den meisten Herstellern längst fest. Die neuen E-Autos sind für die nächsten acht Jahre fest eingeplant! Vielleicht nicht mehr in der Mitte dieses Jahrzehnts, aber spätestens zum Ende werden nur noch E-Autos in vielen Showrooms stehen. Preisanreize könnten eine neue, vor allem günstigere Batterietechnologie sowie eine effizientere Produktion mit sich bringen. Doch bis dahin wird es das E-Auto nun sehr schwer haben.