Ford B-Max: Kaufberatung
Gesucht: Der beste Ford B-Max

Der Ford B-Max gehört nach wie vor zu den Beliebtesten seiner Klasse: Das originelle Türkonzept sowie das luftige Raumgefühl machen ihn ebenso attraktiv wie sein agiles Handling und der starke Dreizylinder-Turbomotor. Preis: ab 15.950 Euro. Wie viel man draufzahlen muss für den perfekten Mini-Van, klärt die Kaufberatung.
- Julia Winkler
Der Einstieg in den Text fällt beim B-Max so leicht wie der Einstieg in den Van selbst, denn der kleine Van kommt ohne B-Säulen aus. So innovativ die Idee klingen mag, neu ist sie nicht: Schon der Hochdachkombi Nissan Prairie kurvte in den 80er-Jahren ohne B-Säulen durch die Lande. Wegen mangelnden Erfolges nahm Nissan das Modell jedoch 1994 wieder vom Markt. Es sollte 18 Jahre dauern, bis sich ein Hersteller wieder auf das Konzept besinnt: Im Herbst 2012 bringt Ford seinen Mini-Van B-Max zu den Händlern; der nutzt die Plattform des Fiesta und macht dem Opel Meriva mit seinen Portaltüren Konkurrenz.
Überblick: Alle News und Tests zum Ford B-Max
Fürs Zuziehen der Türen von innen braucht man reichlich Kraft

Der B-Max verzichtet auf eine B-Säule und gibt so eine stattliche Einstiegsluke von anderthalb Metern frei.
Bild: Tobias Kempe
Der kleine Van bietet Sportlichkeit und Langstreckenqualitäten

Die Kombination aus präziser und zügig ansprechender Lenkung sowie straff abgestimmtem Fahrwerk lässt Spaß beim Kurvenräubern aufkommen.
Bild: Tobias Kempe
An Übersichtlichkeit mangelt es
Freilich wird es dann recht eng im Fond, denn bei einer Innenraumbreite von 1,32 Metern sitzt man lieber zu zweit, wenngleich der kaum aufbauende Mitteltunnel genug Raum für die Beine des mittig Sitzenden lässt. Überhaupt sind Kopf- und Beinfreiheit großzügig bemessen, sodass hinten auch Erwachsene mit 1,80 Metern kommod reisen können. Vorn genießen dagegen selbst Hünen ausreichend Platz, sitzen leicht erhöht und finden in den bequemen Polstern guten Seitenhalt. Da kann man sich sogar den Luxus eines Panoramadaches erlauben, das zwar etwas Kopffreiheit kostet, dafür aber mehr Licht in den Innenraum lässt. An der Übersichtlichkeit mangelt es dennoch: Die Front ist durch die steil abfallende Motorhaube schlecht einzuschätzen, und die in die Türen integrierte B-Säule sowie die C-Säule mit den schicken, aber unpraktisch geschnittenen Dreiecksfenstern erschweren den Blick nach hinten.
Motorenprogramm: vier Benziner, zwei Diesel, ein LPG

Die Leistung des 1.4 Duratec ist für einen Basismotor in Ordnung. Unangemessen ist dagegen der hohe Normverbrauch.
Bild: Ronald Sassen

Den 1.6 Ti-VCT gibt es ausschließlich mit Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Unter Umweltgesichtspunkten ist er die schlechteste Wahl.
Bild: Tobias Kempe
1.0 EcoBoost (125 PS): Ganz im Gegensatz dazu steht der Dreizylinder-Turbo, dessen leistungsstärkere Version einen glatten Tausender mehr kostet als die 100-PS-Variante. In der Praxis bedeuten 25 PS und 30 Newtonmeter Zuwachs mehr Druck über das gesamte Drehzahlband, souveräneres Beschleunigungsverhalten, etwa bei kurzentschlossenen Überholmanövern, und vor allem mächtig Fahrfreude. Der stärkste Motor im Feld passt hervorragend zu Fords kleinem Van – Preis und Gegenwert stimmen.1.5 TDCi: Wer lieber Diesel fahren will, hat mit dem 1.5 TDCi die günstigste Möglichkeit dazu. Er leistet jedoch nur 75 PS und braucht über 15 Sekunden, bis der Tachozeiger 100 km/h erreicht, der schließlich schon bei Tempo 158 verharrt. Für Vielfahrer – und genau die wählen ja in der Regel einen Diesel – ist dieser Motor keine Empfehlung, für den häufigen Einsatz in der Stadt dagegen schon. 1.6 TDCi: Also raten wir zum 1.6 TDCi, der exakt so wenig Sprit verbraucht wie der kleinere Bruder. Dank 20 PS und 25 Newtonmetern mehr verhält er sich aber deutlich souveräner, meistert Überholmanöver zügig und ist auf der Autobahn gleichermaßen leise wie kräftig unterwegs. Die zusätzliche Investition von 1000 Euro für das stärkere Aggregat lohnt sich in jedem Fall. 1.4 LPG: Apropos Vielfahrer: Für diese Klientel wäre auch der B-Max LPG (Liquefied Petroleum Gas = Autogas) eine Alternative, der sich preislich auf der Höhe des großen EcoBoost einsortiert. Voraussetzung: Man verzichtet auf sportliche Fahrleistungen, denn die Autogasversion baut auf dem Basisbenziner auf, der weder besonders durchzugsstark noch sparsam ist.
Ausstattung: Wer Komfort will, muss zahlen

Das Cockpit ist gut verarbeitet, doch die Chrom- und Klavierlackoberflächen wirken anfällig.
Bild: Tobias Kempe
SYNC Edition mit bestem Preis-Leistungs-Verhältnis
Wie der Name schon sagt, hat die SYNC Edition die Sprachsteuerung gleich ab Werk an Bord, ebenso Klimaanlage, Nebelscheinwerfer, 15-Zoll-Leichtmetallräder und den programmierbaren Zweitschlüssel, mit dem Sicherheitssysteme nicht abschaltbar sind und sich etwa die Höchstgeschwindigkeit begrenzen lässt. Das ist vor allem sinnvoll, wenn Fahranfänger den Wagen mitnutzen. 2200 Euro Aufpreis zahlt man für die mittlere Linie – ein guter Preis angesichts des Mehrangebots. Obendrein kostet das Navigationssystem hier nur 505 anstatt 1705 Euro wie bei Trend. Schade jedoch, dass die Anzeige generell auf einem kleinen Bildschirm mit nur 12,7 Zentimeter Diagonale erfolgt, dem Ford noch dazu eine wuchtige Blende gegen Spiegelungen übergestülpt hat. Für 300 Euro mehr enthielt Titanium bis vor Kurzem kurioserweise kein Infotainmentsystem, doch die Kölner haben dies hier nun ebenfalls zum Standard gemacht. Zudem zählen Lederschaltknauf, Mittelarmlehne hinten, Fahrersitz mit Lendenwirbelstütze, Ambientebeleuchtung, schlüsselloses Startsystem sowie ein ausklappbarer Zusatzspiegel, über den man die Kinder auf der Rückbank im Blick hat, zum Serienumfang. Optisch wird der B-Max mit LED-Tagfahrlicht, Alurädern in 16 Zoll und Chromzierrat unter den Seitenscheiben sowie rund um den schwarzen Kühlergrill aufgehübscht. Zwingend notwendig ist das alles nicht, weshalb wir die 300 Euro lieber in die Einparkhilfe investieren würden, die wesentlich sinnvoller ist, aber auch bei Titanium und Individual extra kostet.
Wer dagegen noch Einstiegsleisten im Edelstahl-Look wünscht, eine zusätzliche Zierleiste im Grill, getönte Scheiben ab der B-Säule, speziell designte Fußmatten sowie Lederpolster inklusive Sitzheizung, muss zum Topmodell greifen. Horrende 3200 Euro Aufpreis gegenüber Titanium verlangt Ford dafür – unserer Meinung nach nicht gerechtfertigt, zumal man die Klimaautomatik immer noch zusätzlich zahlen muss. Verlockend klingt da das Paket für 550 Euro, das zusätzlich Regen- und Lichtsensor enthält, für weitere 270 Euro auch die Rückfahrkamera. Doch Vorsicht: Dann ist automatisch das unübersichtliche und für seine Tastenflut viel kritisierte Sony-Audiosystem an Bord, das alles andere als eine intuitive Bedienung mitbringt. Obwohl wir oft in den Autos der Kölner sitzen, müssen wir immer wieder überlegen, wie man mit dem großen Drehdrückschalter in das gewünschte Untermenü gelangt.
Weitere Infos zum Ford B-Max sowie unsere konkreten Kaufempfehlungen finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.
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