Es gibt Modellnamen, die sagen jedem Camper etwas: VW California, der knuffige der berühmte Karmann Gipsy, der legendäre Hobby 600. Oder der beliebte Ford Nugget. 1986 brachte Westfalia Mobil den augeklügelten Campervan mit Heckküche auf Basis der vierten Transit-Generation auf den Markt.

Heute fährt das Original auf dem Kleinbus Transit Custom. Neuester Coup: Der Big Nugget auf dem großen Ford Transit. Doch kann der mit seinem kleinen Bruder mithalten? (Überblick: Alles zum Thema Wohnmobile)

Der Ford Big Nugget macht vieles anders

Ford Big Nugget
Der Innenraum ist hell, schnörkellos und individualisierbar gestaltet.
Das ist er: Auf den ersten Blick ein Kastenwagen wie jeder andere. Der Grundriss aus Sitzgruppe hinterm Fahrersitz, Küche, Bad und Querbett im Heck ist zunächst nichts Besonderes. Auf den zweiten Blick macht der Nugget dann aber (fast) alles anders. Angefangen mit dem schnörkellosen Interieur. Statt Holzdekor gibt es hier viele weiße Oberflächen, gepaart mit ein wenig Grau. Individualisten dürften sich über die weiße Leinwand freuen, an der sie sich gestaltungstechnisch austoben können. Minimalisten schätzen die optische Zurückhaltung. Wer ein durchdesigntes Wohnmobil sucht, der findet den Big Nugget aber vielleicht etwas zu steril.

Stauraum ist im Ford Transit Nugget leider Mangelware

Ford Big Nugget
Die eingelassenen Fächer am Küchenblock reichen nur für Kleinkram aus.
Das hat er: Auf den dritten Blick einige ungewöhnliche Lösungen. So besteht die Sitzgruppe nicht aus einer Eigenkonstruktion mit steiler Lehne, sondern der originalen Zweiersitzbank, die auf Langstrecken mehr Komfort verspricht. Den Kühlschrank mussten wir erst suchen. In Form von zwei Schubfächern ist er elegant in den Küchenblock integriert. Außergewöhnlich ist auch die Heizlösung: Statt Gebläse-Wärmer wird im Big Nugget serienmäßig die dieselbetriebene Hydronic von Eberspächer verbaut. In Sachen Stauraum sieht es dafür leider düster aus. Bei nur vier Dachschränken und ein paar Ablagefächern im gesamten Fahrzeug müssen sich Camper beim Packen zusammenreißen.

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Ford Big Nugget
Ford Big Nugget
Ford Big Nugget
Kamera
Wohnmobil-Test Ford Big Nugget
Weitere Themen: Koffersets im Vergleich
Ab Werk kommt der Big Nugget dafür mit einem ansehnlichen Ausstattungspaket. In unserem Testfahrzeug kamen vom Ausbauer Westfalia nur ein zusätzliches Dachfenster (290 Euro), die Optikblende außen (759 Euro) und Markise (879 Euro) hinzu – alles andere ist serienmäßig drin. Anders bei der Ford-Basis: Leichtmetallräder, Beifahrerairbag, Sicht- und Audio-Paket sowie Klimaanlage (u. a.) schlagen mit über 8000 Euro zu Buche.

Im Handling verhält sich der Ford-Camper wie ein großes SUV

So fährt er: Wendig, spritzig und sehr automotiv! Das Sechsganggetriebe schaltet butterweich. Mit seinen kurzen sechs Meter Länge fährt sich der Transit außerdem nicht komplizierter als ein großes SUV. Das Mitschwimmen im Verkehr klappt auch dank des 170-PS-Diesels. Unser Testwagen ist allerdings ein Vorserienmodell. Final kann der Big Nugget mit 130 PS (Serie) oder 185 PS (2394 Euro) konfiguriert werden.

Fazit

von

Jenny Zeume
Der teure Big Nugget wird seinem Namen nicht ganz gerecht – an mancher Stelle wird's nämlich echt eng. Dafür zeigt er kreative Lösungen, die begeistern. Auch der Ford Transit als Basis kann sich sehen lassen! Urteil: 3,5 von fünf Punkten.

Von

Jenny Zeume