Eine illustre Elektrikerrunde, die hier zum Test antritt. Da wäre das Tesla Model Y mit maximaler Reichweite. Unser auf dem Model 3 basierendes SUV stammt tatsächlich aus der Gigafactory im brandenburgischen Grünheide, was ihm einen deutlichen Qualitätssprung verschafft.
Neuwagen online kaufen
Ford Mustang Mach-E GT

Ford Mustang Mach-E GT bei carwow.de

Sichern Sie sich die besten Angebote für den Ford Mustang Mach-E GT, und sparen Sie bei carwow.de bis zu 3551 Euro. (Stand: 15.12.2022)

zum Angebot
An seiner Seite fährt der Genesis Electrified GV70. Anders als der GV60 ruht er auf der gleichen Plattform wie Benziner und Diesel. Der Dritte im Bunde ist der Ford Mustang Mach-E GT. Das elektrifizierte Muscle-Car wurde in den USA bereits 2019 präsentiert und ist in der GT-Version die schärfste Variante.
Genesis Electrified GV70
Der elektrische GV70 basiert auf den Modellen mit Verbrennermotor, er hat als Einziger im Test keine eigene Elektro-Plattform.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD

Während der Tesla in jeder Hinsicht ein Minimalist ist, glänzt der Genesis mit gepflegtem Luxus. Der Ford hingegen soll denen, die in der Namensgebung ein Sakrileg sehen, klarmachen, dass Ford auch elektrisch die Muskeln spielen lassen kann.

Ford will ein bisschen zu viel

Folgerichtig bringen es zwei Elektromotoren im Overboost auf stattliche 487 PS. Noch überzeugender wirken die 860 Newtonmeter maximales Drehmoment, die bei spontaner Pedalbewegung ansatzlos und zu großen Teilen an die Hinterräder gereicht werden. Wer mit eingeschlagenem Lenkrad durchtritt, kann sicher sein, dass der Mach-E quer geht. Um es kurz zu machen: Das elektrisierte Pferdchen wirkt übermotiviert.
Ford Mustang Mach-E GT
Heckschwenks nicht ausgeschlossen: 487 PS und 860 Nm fallen bei voll durchgetretenem Fahrpedal über die Mustang-Hinterachse her.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD

Und trifft mit Tesla sowie Genesis Electrified GV70 auf starke Gegner. Letzterer leistet mit zwei E-Motoren bestückt 436 PS und lässt auf Knopfdruck im Boost für zehn Sekunden 490 Pferde galoppieren. Dazu reicht der Koreaner zwar "nur" 700 Newtonmeter an beide Achsen, geht aber deutlich feinfühliger zu Werke als der Ford.

Zwei Motoren im Tesla mit 514 PS

Das ebenfalls doppelt motorisierte Model Y bringt es sogar auf 514 PS. Über das Drehmoment schweigt sich Tesla aus. Fakt ist aber, dass auch der zweite US-Elektriker die Gummis nicht so aufgeregt am Asphalt wetzt wie der Mustang, der trotz seines adaptiven Fahrwerks auch noch knochenhart federt und vom Lenkverhalten her nicht halten kann, was die PS-Power verspricht.
Tesla Model Y
Kraftpaket: Mit einer Systemleistung von 514 PS ist das Model Y hier das stärkste SUV. Es sprintet aber am langsamsten.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD

Auch der Tesla wirkt am Zügel etwas zittrig, dafür ist das Fahrwerk erstaunlich ruhig, informiert lediglich bei Querfugen genauer über den Straßenzustand.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart vorn/hinten
Synchronelektromotor
Synchronelektromotor
Asynchron-/Synchronelektromotor
Einbaulage
je ein Motor vorn und hinten
je ein Motor vorn und hinten
je ein Motor vorn und hinten
Spitzenleistung gesamt
358 kW (487 PS)
360 kW (490 PS)
378 kW (514 PS)
Dauerleistung
200 kW (272 PS)
120 kW (163 PS)
153 kW (208 PS)
maximales Drehmoment
860 Nm
700 Nm
keine Angabe
Vmax
200 km/h
235 km/h
217 km/h
Getriebe
Einganggetriebe
Einganggetriebe
Einganggetriebe
Antrieb
Allradantrieb
Allradantrieb
Allradantrieb
Bremsen vorn/hinten
Scheiben/Scheiben
Scheiben/Scheiben
Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung
245/45 R 20 Y
265/45 R 20 W
255/45 R 19 W
Reifentyp
Pirelli P Zero Elect
Michelin Pilot Sport EV
Hankook Ventus S1 Evo3 EV
Radgröße
8 x 20"
9 x 20"
9,5 x 19"
Reichweite*
490 km
455 km
565 km (mit 19"-Felgen)
Verbrauch*
21,2 kWh
19,2 kWh
16,9 kWh
Batterieart
Lithium-Ionen
Lithium-Ionen
Lithium-Ionen
Batteriekapazität nutzbar
91 kWh
77,4 kWh
ca. 77 kWh
Ladeleistung AC/DC
bis 11/150 kW
bis 11/240 kW
bis 11/250 kW
Ladezeit (10-80 %, DC-Ladung)
45 Minuten
18 Minuten
keine Angabe
Ladeanschluss
vorn links im Kotflügel
Front
hinten links
Vorbeifahrgeräusch
71 dB(A)
69 dB(A)
68 dB(A)
Anhängelast gebr./ungebr.
750/750 kg
1800/750 kg
1600/750 kg
Stützlast
75 kg
180 kg
100 kg
Kofferraumvolumen
402–1420 l + 100 l vorn
503-1678 l + 25 l vorn
854–2158 l + 117 l vorn
Länge/Breite/Höhe
4743/1881–2097**/1613 mm
4715/1910–2165**/1630 mm
4751/1921–2129**/1624 mm
Radstand
2984 mm
2875 mm
2890 mm
Grundpreis
86.200 Euro
67.300 Euro
59.965 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
86.200 Euro
71.350 Euro
59.965 Euro

Mit vorausschauendem adaptiven Fahrwerk schwebt der GV70 den beiden Konkurrenten in diesem Bereich einfach davon. Die benzinschwangere Verbrennerklientel kann man auf der Autobahn dann auch am besten mit dem Genesis foppen. Der 2,3 Tonnen schwere Luxus-Elektriker fährt nämlich Strich 235. Zugegeben, wer sich über längere Strecken im Eiltempo bewegt, muss bei den 455 Kilometern WLTP-Reichweite deutliche Abstriche machen. Im Test reichte es im Schnitt für mäßige 308 Kilometer.

Mustang lädt zu langsam

Das ist natürlich kein Phänomen, das nur beim GV70 auftritt. Gleiches gilt für das mit zwei Tonnen recht leichte Model Y und den ebenfalls 2,3 Tonnen wiegenden Mach-E. Während der Erstgenannte auf Wunsch forsch bis 217 km/h antritt, reicht der Enthusiasmus beim GT lediglich bis Tempo 130. Dann lässt der Tatendrang nach, und ab 160 km/h wird es bis zur Spitze von Tempo 200 zäh.
Ford Mustang Mach-E GT
Lahmer Lader: Der Ford Mustang Mach-E GT hängt mit maximal 150 kW an der Strippe, braucht 45 Minuten von 10 bis 80 Prozent.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD

Auch beim Stromtanken kann der GT sich nicht vor Tesla und Genesis schieben. Der Koreaner braucht im Test durchschnittlich 28,1 kWh/100 km, füllt den 77,4 kWh fassenden Akku dank einer maximalen Ladegeschwindigkeit von 240 kW an einem Schnelllader aber in knapp 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
1,8 s
1,9 s
2,4 s
0–100 km/h
4,1 s
4,3 s
5,1 s
0–130 km/h
6,5 s
6,5 s
7,5 s
0–160 km/h
11,6 s
9,8 s
10,8 s
0–180 km/h
18,9 s
12,8 s
13,8 s
0–200 km/h
16,8 s
17,9 s
Zwischenspurt
60–100 km/h
2,0 s
2,0 s
2,2 s
80–120 km/h
2,6 s
2,5 s
2,7 s
Leergewicht/Zuladung
2305/412 kg
2305/540 kg
1954/665 kg
Gewichtsverteilung v./h.
51/49 %
50/50 %
49/51 %
Wendekreis links/rechts
12,7/12,7 m
12,2/12,1 m
12,6/12,6 m
Sitzhöhe
660 mm
670 mm
690 mm
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
34,6 m
35,3 m
36,7 m
aus 100 km/h warm
33,7 m
35,5 m
37,1 m
Innengeräusch
bei 50 km/h
57 dB(A)
52 dB(A)
58 dB(A)
bei 100 km/h
64 dB(A)
61 dB(A)
64 dB(A)
bei 130 km/h
66 dB(A)
64 dB(A)
68 dB(A)
bei 160 km/h
71 dB(A)
70 dB(A)
73 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch
19,0 kWh/100 km
18,3 kWh/100 km
16,0 kWh/100 km
Testverbrauch
inklusive Ladeverlust
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
30,0 kWh/100 km
(+41,5 %)
28,1 kWh/100 km
(+46,3 %)
26,8 kWh/100 km
(+58,5 %)
Sportverbrauch
40,0 kWh/100 km
38,0 kWh/100 km
35,1 kWh/100 km
CO2 (lokal)
0 g/km
0 g/km
0 g/km
Reichweite
350 km
308 km
385 km

Der Mustang, mit 30 kWh/100 km der Durstigste, hängt nur mit maximal 150 kW an der Strippe und braucht gut 45 Minuten für 10 bis 80 Prozent Akkufüllung. Auch das Model Y zieht beim Laden am GT vorbei. Hier kann der Akku in der Spitze mit bis zu 250 kW befüllt werden.
Und mit 26,8 kWh auf 100 Kilometer glänzt der Tesla auch mit der besten Energieeffizienz. Da wundert es nicht, dass im Model Y mit 385 Kilometern die größte Langstreckenkompetenz steckt. Dank größtem Akku kommt der Ford auf noch ordentliche 350 Kilometer – immerhin 42 Kilometer weiter als der Genesis.
Genesis Electrified GV70 Ford Mustang Mach-E GT Tesla Model Y
Fährt vorweg: Der Tesla schaffte im Test 385 Kilometer, dahinter folgen Ford mit 350 und Genesis mit 308 Kilometern.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD

Wer die Reichweite verlängern will, muss langsam fahren. Das geht am besten mit aktiven Assistenzsystemen. Was die Funktion angeht, hat der GV70 die Nase vorn. Die Verkehrszeichenerkennung ist gut. Die automatische Geschwindigkeitsanpassung sanft, aber nicht verschlafen, der adaptive Spurhalter werkelt unaufgeregt und ohne boshaft an der Lenkung zu reißen. Das Model Y steht dem kaum nach, hat aber ein Problem beim Erkennen von Tempolimits. Weitere Details zum Test gibt es in der Bildergalerie.

Bildergalerie

Genesis Electrified GV70 Ford Mustang Mach-E GT Tesla Model Y
Tesla Model Y
Genesis Electrified GV70
Galerie "Drei Elektro-SUV im Test" mit 29 Bildern öffnen
Drei Elektro-SUV im Test

Platz 3 mit 509 von 800 Punkten: Ford Mustang Mach-E GT. Irgendwie überambitioniert angetreten und viel zu teuer, bleibt dem Ford nur Rang drei.
Platz 2 mit 561 von 800 Punkten: Tesla Model Y. Mit maximaler Reichweite und viel Platz hätte es bei etwas mehr Komfort der Sieg sein können.
Platz 1 mit 569 von 800 Punkten: Genesis Electrified GV70. Der Sieg wird am Ende hauptsächlich durch den gebotenen Komfort eingefahren.

Fazit

von

AUTO BILD
Es ist ein knappes Ergebnis, aber am Ende überzeugen beim Genesis vor allem der Komfort, die Konnektivität und die Fahrdynamik. Wem das nicht so wichtig ist, wer auf Reichweite und Raum setzt, der wird beim Model Y landen. Der Mustang verspricht einfach zu viel und löst davon doch zu wenig ein.