Ford weicht Elektropläne auf
Auch Ford hält länger am Verbrenner fest

Die Autokäufer wählen verstärkt Autos mit Verbrennermotor, nun rücken immer mehr Autohersteller vom zeitnahen Verbrenner-Aus ab. Jüngstes Beispiel ist Ford, wo der Deutschland-Chef Sander andeutet, länger als bis 2030 auf den Verbrennungsmotor zu setzen.
Bild: Ford
Nun denkt auch Ford über ein späteres Ausstiegsdatum aus dem Verbrenner nach: Bislang stand 2030 als Termin fest, an dem für Europa der letzte Verbrenner vom Band laufen sollte. In einem Interview mit einem Autoportal hat nun Martin Sander, der Deutschland-Chef von Ford. öffentlich über ein späteres Verbrenner-Aus nachgedacht: "Wenn wir eine starke Nachfrage sehen, zum Beispiel nach Plug-in-Hybridfahrzeugen, werden wir diese anbieten", sagte Sander der "Automobilwoche"
Damit wackelt bei immer mehr Autoherstellern der fixe Termin, an dem der letzte Verbrenner vom Band läuft. Vor allem in Europa hatten sich die Autohersteller beinahe ein Wettrennen nach dem Ausstiegsdatum für den Verbrennerbau geliefert. Das geschah vor dem Hintergrund, dass sich die EU für 2035 zu einem Aus für den Verbrennungsmotor klassischer Bauart verpflichtet hat. Zuletzt hatte Mercedes Zweifel am zeitigen Verbrenner-Aus gesät.
Vor einiger Zeit hatte ein Ford-Unternehmenssprecher noch gegenüber AUTO BILD angekündigt, in Europa nur noch voll elektrische Pkw anzubieten: "Ab 2030 wird unser Pkw-Angebot in Europa nur noch aus rein elektrischen Fahrzeugen bestehen", hatte er gesagt. In dem aktuellen Interview schwingt nun ein neuer Ton mit. Sander sagte dem Bericht zufolge auf dem "Future of the Car"-Gipfel, den die "Financial Times" in London organisiert hatte, die Nachfrage nach Elektroautos falle "weicher" aus als gedacht. Das würde Ford daran hindern, seine Ziele beim elektrischen Absatz zu verhindern.

Doppelfunktion: Martin Sander ist der Deutschland-Chef und gleichzeitig der Europa-Chef für den Ford Model e.
Bild: Ford
Ford hatte sich ehrgeizige Ziele bei der Elektrifizierung gesetzt. Vergangenes Jahr hatte Ford den Umbau des Werks Köln-Niehl zum einen E-Auto-Werk angekündigt, wo bis Ende 2026 zwei Millionen Elektroautos vom Band rollen sollten, darunter auch die Elektroversion des Erfolgsmodel Puma, das Gen-E heißen soll. Noch Anfang April hatte Sander in der "FAZ" den Elektrokurs des Herstellers bekräftigt und moniert, "wir reden die E-Mobilität kaputt." Stattdessen müssten wir "aufhören mit dem Jammern und Zweifeln am Elektroauto. Nun scheint sich auch bei Ford der Ton zu ändern.
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