Die Autofahrer in Deutschland steigen nur zögerlich um aufs E-Auto, aber die Hersteller arbeiten schon massiv am Verbrenner-Aus! So baut Ford den Standort Köln-Niehl um zu einer Fabrik nur für Elektroautos. Es ist ein radikaler Schritt, mit dem große Erwartungen und Hoffnungen einhergehen – und eine massive Investition: Rund zwei Milliarden Euro investiert der Hersteller, um in Köln das Ford Cologne Electric Vehicle Center entstehen zu lassen.
Reden voller Pathos begleiteten die Werkseröffnung am 12. Juni 2023, und das nicht ohne Grund. Schließlich ist es eine Entscheidung von großer Tragweite für den Hersteller wie auch für den Standort Köln als Zentrum des europäischen Geschäfts von Ford. Das unterstreichen die hochkarätigen Teilnehmer an der Firmeneröffnung: Aus den USA war William Clay Ford Jr. angereist; er begrüßte das Publikum auf Deutsch mit "Guten Tag, Cologne!"
Illustration Ford Köln / Cologne EV Center William Clay Ford Junior
William ("Bill") Clay Ford Jr. kam als Aufsichtsratschef von Ford nach Köln. Er ist Urenkel von Firmengründer Henry Ford.
Bild: Youtube Ford Europe
Zusammen mit dem Urenkel von Firmengründer Henry Ford eröffnete Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) das neue Werk. An der Zeremonie nahmen auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und Henriette Reker teil, die parteilose Oberbürgermeisterin von Köln.

Scholz: "Ford, das ist Köln"

William Ford, der Ford-Aufsichtsratschef, betonte, viele US-Autobauer würden Jobs weg von Europa verlagern, Ford nicht. Auch sei Ford der einzige US-Autohersteller, der das Pariser Klimaprotokoll unterschrieben hat. So werde das neue E-Auto-Werk schließlich klimaneutral arbeiten, kündigte er an. Der Strom für das Werk soll aus erneuerbaren Quellen stammen.

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Bis Ende 2026 wolle Ford in dem neuen Werk zwei Millionen E-Autos produzieren. Bundeskanzler Scholz wies auf die Bedeutung des Werks für den Industriestandort Köln und für den Schwenk zur E-Mobilität hin und fügte hinzu: "Ford, das ist Köln!"
In dem Traditionsstandort baut der zweitgrößte US-Autohersteller schon seit 1931 Fahrzeuge. Das Werk hat legendäre Autos hervorgebracht, die Modelle Taunus, Capri, Granada und auch den Fiesta.

Elektrische Ford entstehen auf MEB-Plattform von VW

Nun will Ford in dem neuen Elektroauto-Werk pro Jahr 250.000 E-Autos produzieren, beginnend ab Ende 2023 mit dem vollelektrischen Ford Explorer, ein weiteres elektrisches Modell soll 2024 folgen.
Damit der schnelle Schwenk zum E-Auto gelingt, musste Ford eine aus firmentechnischen und Imagegründen schwierige Entscheidung fällen: So entstehen die elektrischen Modelle von Ford in Deutschland auf Basis des Modularen E-Antriebs-Baukastens (MEB) von VW.
Und ein scharfer Schnitt war nötig: Mit der Abkehr vom Verbrennungsmotor kommt auch im Juni 2023 das Aus für den einstigen Dauerbrenner, den Ford Fiesta, von dem Ford über die Jahre mehr als 18 Millionen Fahrzeuge herstellte.
Ford Explorer
Der vollelektrische Ford Explorer soll das erste Fahrzeug sein, das in Köln vom Band rollt.
Bild: Ford
Nun erfolgt der Schwenk: Ab 2030 will Ford in Europa nur noch E-Autos verkaufen. Kein unumstrittener Zug: Im Chat zum Livestream der Werkseröffnung im Internet, an dem in Spitze rund 1500 Leute teilnahmen, spielte sich der branchenübliche Streit zwischen E-Auto-Befürwortern und -Gegnern ab.
Die Kommentare rangierten von "Niemand will E-Autos, mit Ausnahme von Naturliebhabern und alten Leuten" bis hin zu "Wo bleibt der elektrische Capri?"