Denn sie wissen, dass sie nichts wissen. Zumindest nicht viel. Das ist das Fazit, das selbst Formel-1-Insider nach den letzten Testfahrten in Bahrain vor dem Saisonstart der Königsklasse am gleichen Ort kommendes Wochenende ziehen. AlphaTauri-Teamchef Franz Tost erklärt ABMS, warum die Ergebnisse der Übungsfahrten kaum über das Lesen im Kaffeesatz hinauskommen.
Tost: "Wir haben nur mit den Reifenmischungen eine feste Größe, mit denen wir uns selbst mit den anderen Teams vergleichen können. Ansonsten können wir nur spekulieren, wie viel Sprit an Bord war und wie viel der möglichen Leistung vom Motor jeweils abgerufen wurde. Das wissen wir nur bei uns selbst."
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Was der ehemalige BMW-F1-Logistikchef aus Tirol meint: Nur die Reifen sind eine messbare Konstante. Grund: Reifenhersteller Pirelli stellt in dieser Saison fünf Reifenmischungen zur Verfügung. Dabei ist der C5 die schnellste Variante, die aber auch am schnellsten abbaut. Der C1 hält am längsten, liefert aber dafür die geringste Haftung auf einer Runde. Reifenmonopolist Pirelli gibt die Zeitdifferenz zwischen den einzelnen Mischungen auf eine Runde im Durchschnitt mit 0,5 Sekunden an. Soll heißen: Fährt ein Max Verstappen beispielsweise bei gleichen Bedingungen mit den weichen C4-Pneus eine Rundenzeit von 1,32,5 min, würde er mit der vom Härtegrad mittleren C3-Mischung in der gleichen Runde eine halbe Sekunde länger brauchen.
Bei Mercedes soll der Unterschied zwischen Schongang und maximaler Leistung im Renntrim bis zu 30 PS ausmachen.

Was Tost und Co. aber nicht wissen: Wie viel Sprit ein Auto der Konkurrenz an Bord hatte und wie viel Leistung vom Motor abgerufen wurde. Hintergrund: In dieser Saison starten die Formel-1-Autos, deren Mindestgewicht mit Fahrer kurzfristig von 795 auf 798 Kilogramm angehoben wurde, vollgetankt maximal mit 105 Kilogramm Benzin an Bord. Die Faustregel in der Königsklasse heißt aber: Zehn Kilo Mehrgewicht machen einen Boliden in einer Runde um etwa drei Zehntel langsamer. Soll heißen: 40 Kilo Unterschied im Gewicht schlagen gleich mit 1,2 Sekunden zu Buche.
Was den Motor betrifft: Bei Mercedes soll der Unterschied zwischen Schongang und maximaler Leistung im Renntrim bis zu 30 PS ausmachen. Oder umgerechnet streckenspezifisch bis zu einer halben Sekunde pro Runde.
Fest steht: Nur der letzte von sechs Testtagen lichtete den Nebel ein wenig. Erst da haben alle Teams mehr oder weniger das kommende Rennwochenende simuliert. Und da sah Red Bull am besten aus. Motorsportchef Helmut Marko verrät ABMS: "Unser Auto entsprach in größten Teilen dem am kommenden Woche in Bahrain."
Dabei zieht der Grazer nicht die absolute Bestzeit ins Kalkül, die Weltmeister Max Verstappen mit den C5-Reifen setzte. Marko: "Wichtiger war die Zeit, die Max mit den C3-Reifen fuhr. Das ist der Reifen, der im Qualifying am Rennwochenende genutzt wird." Dazu kommt, so Marko: "Unser großes Update hat in Bahrain wie erwartet funktioniert, die beiden Fahrer kommen mit dem Auto sehr gut klar. Wir haben auch kein großes Problem mit dem Hüpfen auf den Geraden, das besonders die Zuverlässigkeit beeinträchtigen kann. Mercedes muss das noch in den Griff bekommen."
Red Bull ist nach eigener Analyse ohne Gewähr vor Ferrari, schätzungsweise drei Zehntelsekunden pro Runde.

Die Red-Bull-Analyse ohne Gewähr ergibt: Man ist vor Ferrari, schätzungsweise drei Zehntelsekunden pro Runde. Dann kommt Mercedes. Dahinter wird es sehr eng zugehen. Marko traut dem Frieden aber noch nicht ganz: "Wir wissen, dass Ferrari ein kompaktes Auto gebaut hat, das zudem sehr zuverlässig ist. Aber wir kennen Mercedes auch: Die jammern immer bei den Testfahrten und dann macht es plötzlich Bumm. Das war im letzten Jahr genauso. Da hatten sie beim Test auch Probleme und gewannen doch das erste Rennen."
Allein: Aus deutscher Sicht gibt es Grund zur Hoffnung. Sebastian Vettel wirkte sehr zufrieden mit der Fahrbarkeit seines Autos. Auf Zeitenjagd ging Aston Martin dabei noch nicht. Vettel: "Wir haben uns auf andere Dinge konzentriert."
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Mick Schumacher könnte  mit dem Haas einen großen Schritt in Richtung Mittelfeld machen und die rote Laterne aus dem Vorjahr abgeben. Nicht nur die Rundenzeiten überzeugten, auch das Gefühl für das Auto hat sich verbessert. Der neue Haas sei viel gutmütiger zu fahren, als die Bestie auf vier Rädern vom Vorjahr. Schumi junior sagt: „Wir sind zwar nicht so viel gefahren, wie wir es uns gewünscht hätten. Aber es geht darum, ob wir schnell sind oder nicht, und das ist das Positive daran - wir sind es! Wir haben ein gutes Auto, mit dem wir arbeiten können.“ Soll heißen: Punkte sind im Bereich des Möglichen.

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Von

Ralf Bach