Kann man mit Geld Siege kaufen? Nein. Kann man mit Geld aus einem Mittelfeld-Team eine Siegermannschaft formen? Ja. Das ist die Philosophie von Aston Martin-Boss Lawrence Stroll – und die setzt er konsequent um. Zuletzt wurde Aerodynamikchef Dan Fallows von Red Bull abgeworben. Wann der Brite als Technikchef bei Aston Martin anfangen darf, ist noch unklar. Doch schon in Kürze soll die nächste hochkarätige Verkündung folgen.
Fakt bleibt aber: Die wichtigste Verpflichtung aus Sicht von Stroll senior war Sebastian Vettel (34). Der Beweis: Der Heppenheimer ist der Spitzenverdiener bei Aston Martin. Stroll gibt ganz offen zu: „Ist er unser teuerster Angestellter? Ja.“ Das Gehalt des Hessen soll sich dabei aus einem Lohn vom F1-Team (ca. 1,4 Mio Euro) und Einkünfte als Aston Martin-Botschafter (ca. 5 Mio Euro) zusammensetzen. Dazu kommen Erfolgsprämien. Mit eigenen Sponsoren wie BWT verdient der Hesse geschätzte 15 Millionen Euro im Jahr.
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Ein Investment, das sich langsam auszahlt, wie der starke Mann bei Aston Martin einräumt: „Ja, er ist unser teuerster Mann. Aber er leistet großartige Arbeit.“ Vettel habe zwar einen „langsamen Saisonstart gehabt, aber jetzt ist er auf Tempo“, lobt der Kanadier und hat auch gleich eine Erklärung für die Anlaufschwierigkeiten parat. Die haben ihre Ursache in „den Problemen, die wir beim Testen hatten. Da hatten wir alle möglichen technischen Probleme mit dem Auto.“
Auch Stroll junior profitiert von Vettel.
Mittlerweile hat sich Vettel zum Führungsfahrer gemausert, hat auch den Sohn des Chefs, Lance Stroll, teamintern im Griff (5:4 im Qualifying-Duell). Doch der Junior besitzt Welpenschutz beim Herrn Papa. „Lance hat einen außergewöhnlichen Job gemacht“, betont Stroll. „Er ist erst 22, stand aber schon auf Pole und ein paar Mal auf dem Podium. Er ist dieses Jahr ungefähr auf Augenhöhe mit Sebastian. So gesehen habe ich im Hinblick auf seine Leistungen keine Sorgen.“
Fest steht: Auch Stroll junior profitiert von Vettel. Denn der Deutsche habe eine neue Liebe zum Detail mit ins Team gebracht. „Die Debriefings sind viel detaillierter als früher“, verrät Teamchef Otmar Szafnauer, „und wegen dieser Detailtiefe dauern sie auch länger. Wir müssen manchmal auf die Uhr schauen, weil wir sie nicht ewig laufen lassen können. Daher schauen wir, dass wir zuerst die Dinge mit der höchsten Priorität besprechen und uns dann erst den anderen Themen widmen.“
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Der Teamchef schwärmt dabei von einer Fähigkeit, für die Vettel schon bei Red Bull bekannt war. „Wie sich Seb an eine Runde erinnert, das ist schon ziemlich beeindruckend“, so der US-Amerikaner. „Er erinnert sich an jedes noch so kleine Detail aus jeder einzelnen Kurve. So detailliert kenne ich das von keinem anderen Fahrer. In der Hinsicht kriegen wir aus Seb um einiges mehr Informationen raus, als das in der Vergangenheit mit unseren Fahrern der Fall war.“
Soll heißen: Vettel ist sein Geld wert. Trotzdem muss er auch an diesem Wochenende liefern: Der GP in Großbritannien findet vor den Toren der Aston Martin-Fabrik statt. Die Fabrik ist nur einen Kreisverkehr vom Silverstone Circuit entfernt. Heimspiel also für die Renner in British Racing Green. Und Vettel? Der will nach seiner Strafe im Qualifying zum GP Österreich in Zukunft „weniger nett“ sein. Dort wollte er sich an ein Gentlemen’s Agreement halten und blockierte unabsichtlich Fernando Alonso.

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