Welch ein WM-Krimi beim Großen Preis von Brasilien in Sao Paulo! Lewis Hamilton (36) gewinnt das Rennen in Interlagos nach einem harten Kampf mit Max Verstappen (23), der Zweiter wird. Auf Rang drei landet Mercedes-Wingman Valtteri Bottas.
Emotionale Bilder nach der Zieldurchfahrt: Hamilton lässt sich mit der brasilianischen Flagge feiern und erntet Senna-Sprechchöre. "Vor dem Wochenende hätte ich nie gedacht, dass wir die Lücke schließen können", jubelt Hamilton. "Das zeigt mir: Gib nie auf. Das fühlt sich an wie der erste Sieg, weil ich schon so lange keinen mehr hatte."
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Verstappen ist sichtlich enttäuscht, versucht aber optimistisch zu bleiben: "Wir haben heute alles gegeben. Das war ein guter Kampf, am Ende hat uns etwas die Pace gefehlt. Das war Schadensbegrenzung, aber ich bin zuversichtlich, dass wir in den kommenden Rennen zurückschlagen."
Der Schlüssel zum Sieg: ein Überholmanöver des Briten an seinem WM-Rivalen aus Holland in Runde 60. Vor Kurve vier zieht Hamilton auf der zweiten langen Geraden an Verstappen vorbei, nachdem er sich vorher rundenlang die Zähne am Red Bull-Star ausgebissen hat.
Auf der Strecke ging es hart zur Sache.
Nach der Disqualifikation im Qualifying und einer Motorstrafe meldet sich der amtierende Weltmeister damit eindrucksvoll im WM-Kampf zurück. "So schlägt man nach 20 Plätzen Rückstand zurück", jubelt Mercedes-Teamchef Toto Wolff am Boxenfunk.
Das Duell zwischen Verstappen und Hamilton ist bis zum entscheidenden Manöver ein echter Thriller. Am Start können sich Verstappen und Perez noch an Bottas vorbei an die Spitze arbeiten. Doch auch Hamilton erwischt einen Mega-Start, rauscht auf Rang sieben und dann innerhalb von sechs Runden vor bis auf Rang vier. Dann lässt ihn sein finnischer Wingman auf Befehl des Kommandostands passieren.
Es folgen 13 Runden Jagd auf Sergio Perez (Red Bull), bis der tapfere Red Bull-Pilot dem Druck des siebenmaligen Champions nachgeben muss. Anschließend kann Hamilton dank eines früheren Boxenstopps den Rückstand von 3,7 Sekunden zufahren, nach der zweiten Runde der Boxenstopps ist er bereit zum Angriff auf den Führenden Verstappen.
Die erste Attacke misslingt allerdings noch. Der Niederländer schiebt Hamilton in Kurve vier außen von der Piste. Zur Überraschung der Experten drückt die FIA beide Augen zu, leitet keine Untersuchung ein und bewertet die Aktion als Renn-Zwischenfall. Für Schlangenlinien ein paar Runden später bekommt Verstappen aber eine Verwarnung und fährt Platz zwei mit knapp zehn Sekunden Rückstand sicher nach Hause.
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In der WM hat Hamilton drei Rennen vor Schluss nur noch 14 Punkte Rückstand.
Sebastian Vettel (Aston Martin) landet auf Platz elf, Mick Schumacher wird nach einer Kollision mit Kimi Räikkönen 18. und Letzter. Der Haas-Pilot muss sich in der Box einen neuen Frontflügel abholen.
Lewis Hamilton: "Ich erinnere mich nicht, jemals so ein Wochenende gehabt zu haben. Das letzte Mal, dass ich sowas hatte, war in der Formel 3 in Bahrain (2004; d. Red.): McLaren hatte gerade meinen Vertrag zerrissen, ich bin um mein Leben gefahren. Ich hatte einen Schaden am Unterboden, musste von ganz hinten los und es gab ein Vorrennen und ein Rennen. Ich bin dann vor bis auf P10 und von dort dann auf Platz eins. Mein Vater hat mich am Wochenende jetzt daran erinnert. Es war immer mein Ziel, heute zu gewinnen, aber es ist sehr überwältigend, dass es geklappt hat. Natürlich war das Auto in guter Verfassung. Aber wir wussten, wir müssen mindestens fünf Plätze nach hinten. Dann kam die Disqualifikation fürs Qualifying, das war niederschmetternd. Aber alle Mechaniker und Ingenieure sind fokussiert geblieben, ein Riesen-Dank dafür."
Zum Duell mit Verstappen: Ich wusste, dass das die Entscheidung sein würde (keine Untersuchung; d. Red.), egal ob es richtig oder falsch ist. Aber ich habe das nicht an mich rangelassen, bin einfach weiter das Rennen gefahren. Ich muss es mir nochmal anschauen, ob es ein Rennzwischenfall war. Aber es macht jetzt auch nichts mehr, ich habe das Resultat, das ich brauche."
Max Verstappen: "Ich habe alles versucht, aber es war klar, dass heute etwas zu viel Pace gefehlt hat. Besonders auf einer Strecke wie hier, wo der Reifenverschleiß sehr hoch ist, muss man die Reifen dann etwas zu sehr nutzen, um sie hinter uns zu halten. Das hat nicht gereicht, aber ich bin nicht zu enttäuscht, denn ehrlich gesagt denke ich: Das ist ein ziemlich realistisches Resultat. Aber immerhin hatten wir etwas Spaß da draußen, es so auszukämpfen. Wir sind beide sehr spät in die Kurve rein. Ich denke, da war alles fair."

Grand Prix von Brasilien
Ergebnis:

1. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes 1:32:22,851 Std.
2. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull +10,496 Sek.
3. Valtteri Bottas (Finnland) - Mercedes +13,576
4. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +39,940
5. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari +49,517
6. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +51,820
7. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpha Tauri + 1 Rd.
8. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine + 1 Rd.
9. Fernando Alonso (Spanien) - Alpine + 1 Rd.
10. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren + 1 Rd.
11. Sebastian Vettel (Heppenheim) - Aston Martin + 1 Rd.
12. Kimi Räikkönen (Finnland) - Alfa Romeo + 1 Rd.
13. George Russell (Großbritannien) - Williams + 1 Rd.
14. Antonio Giovinazzi (Italien) - Alfa Romeo + 1 Rd.
15. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri + 1 Rd.;
16. Nicholas Latifi (Kanada) - Williams + 1 Rd.
17. Nikita Masepin (Russland) - Haas + 2 Rd.
18. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) - Haas + 2 Rd.
Ausfälle:
Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin (48. Rd.)
Daniel Ricciardo (Australien) - McLaren (50. Rd.)

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Von

Bianca Garloff