Über fehlende Spannung auf dem Transfermarkt können die Formel-1-Fans 2018 nicht klagen. Nur Haas und Mercedes gehen 2019 mit einer unveränderten Fahrerpaarung an den Start. Dazu kommt der überraschende Wechsel von Daniel Ricciardo zu Renault, der Rücktritt von Fernando Alonso und wahrscheinlich das Comeback von Robert Kubica nach acht Jahren Abwesenheit.
Aber in der gesamten Formel-1-Saison 2018 wurde kein einziger Fahrer ausgetauscht. Das ist Rekord! 2008 gab es zwar auch keinen Fahrerwechsel, aber das Super-Aguri-Team und damit die Piloten Takuma Sato und Anthony Davidson verschwanden nach vier Rennen. 
F1
Das Starterfeld blieb über die Saison unverändert 
Nur einen Fahrerwechsel erlebte die Formel 1 vier Mal: 1998, als Jos Verstappen zur Saisonmitte Jan Magnussen bei Stewart ersetzte, 2000 als Luciano Burti für ein Rennen Eddie Irvine bei Jaguar vertrat, 2012 als Jérôme D’Ambrosio für den gesperrten Romain Grosjean für ein Rennen bei Lotus einsprang und 2013 als Heikki Kovalainen bei Lotus für die letzten zwei Rennen anstelle von Kimi Räikkönen fuhr, der Rückenverletzungen auskurieren musste.
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All diese Fälle liegen innerhalb der letzten 20 Jahre. Formel-1-Fahrerwechsel während der Saison werden immer seltener. Das hat vor allem einen positiven Grund: Piloten überstehen Unfälle meist unverletzt, müssen also immer seltener verletzungsbedingt vertreten werden. Darüber hinaus waren bis in die früheren 90er Jahre hinein auch viel mehr Teams dabei, was die Chancen für Fahrerwechsel von Grund auf erhöht. 1989 waren 20 Rennställe in der Formel 1, es kam zu 19 Fahrerwechseln während der Saison. Dazu kommt, dass die meisten Fahrer heute langfristig an Hersteller oder Teams gebunden sind.
Die Saison mit den meisten Fahrerwechseln während des Jahres war 1994 mit 36! Nur vor dem Deutschland-GP blieb das Starterfeld unverändert. Nur 15 der insgesamt 46 Fahrer, die 1994 in der Formel 1 dabei waren, standen bei jedem Grand Prix am Start. Selbst Weltmeister Michael Schumacher fehlte aufgrund seiner Sperre zwei Rennen. Nur vier der 14 Teams behielten beide Fahrer für eine ganze Saison (Tyrrell, Footwork, Minardi und Pacific). Larrousse und Lotus setzten sogar je sechs Piloten ein.
In den 90er Jahren gab es insgesamt 123 Fahrerwechsel während der Saison, also 12,3 pro Jahr. In den 2000er Jahren waren es nur noch 61, seit 2010 sogar erst 47. Herausragend oft wurden Fahrer in den Jahren 1994 (36), 1991 (21), 1989 und 1995 (je 19) sowie 1984 (17) ausgetauscht.