Besser hätte man es zum 90-jährigen Ferrari-Jubiläum nicht planen können: Charles Leclerc beschert den Roten in Monza den lang ersehnten Heimsieg. Erstmals seit Fernando Alonso 2010 gewinnt die Scuderia wieder beim Italien-GP. Die Tifosi flippen völlig aus und verwandeln den Königlichen Park in ein rotes Fahnenmeer.
Alle Zahlen hier: Rennergebnis im Überblick
„Wenn du ein Rennen mit Ferrari gewinnen willst, dann ist es dieses hier", jubelt Leclerc, der nach dem Triumph in Spa nun seinen zweiten Sieg in der Tasche hat. „Das Podium ist kaum mit Worten zu beschreiben. Von so etwas habe ich nie auch nur zu träumen gewagt.“
Leclerc
Grenzenloser Jubel: Die Tifosi feiern Sieger Leclerc
53 Runden lang hält sich Leclerc die Mercedes von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas vom Leib. Leclerc: „Es war extrem schwer, sie waren schneller als wir und hatten heute zwei Autos zum kämpfen.“
Der Grund: Sebastian Vettel verabschiedet sich schon nach sieben Runden aus der Spitzengruppe. Auf Platz vier liegend dreht sich der Deutsche in der Ascari-Schikane, verursacht beim Zurückfahren auf die Strecke  noch eine Kollision mit Lance Stroll, für die er eine 10 Sekunden Stop-and-go-Strafe bekommt.
Ein extrem bitterer Patzer des Deutschen: Während sein Teamkollege ganz Italien feiern lässt, wird er am Ende abgeschlagen und überrundet nur 13.
Patzer beim Ferrari-Hemspiel Das sagt Vettel zum Dreher
Das interne Mercedes-Duell ums Podium gewinnt Bottas mit der besseren Reifentaktik. WM-Spitzenreiter Hamilton wird dahinter Dritter und dreht die schnellste Rennrunde. 63 Punkte führt er in der WM nun vor seinem Stallkollegen.
Freude auch bei Nico Hülkenberg und seinem Renault-Team. Direkt hinter Teamkollege Daniel Ricciardo wird der Deutsche Fünfter - ein ganz starkes Resultat für das Werksteam der Franzosen. 
Red-Bull-Pilot Alex Albon komplettiert am Ende die Top sechs, zwei Positionen vor Stallgefährte Max Verstappen, der nach einer Motorstrafe vom Ende des Feldes gestartet war.

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So lief das Rennen:

Pole-Mann Leclerc wehrt am Start Hamilton ab. Vettel verliert in der zweiten Schikane Platz vier an Hülkenberg, holt sich diesen aber schon am Ende der Runde zurück. Hinten im Feld knallt es zwichen Sergio Perez und Verstappen, der von hinten gestartet ist. Der Holländer muss sich danach einen neuen Frontflügel holen.
Auch für den anderen Red Bull läuft es nicht nach Plan. In Runde drei kollidieren Carlos Sainz und Alex Albon, der Red-Bull-Pilot muss durchs Kiesbett und verliert viele Plätze. Daniel Ricciardo überholt unterdessen Teamkollege Hülkenberg für Rang fünf.
Aufschrei auf den Rängen in Runde sieben: Vettel dreht sich in der Ascari-Schaikane. Beim Versuch möglichst schnell wieder auf die Strecke zu kommen, fährt er jedoch Lance Stroll vors Auto, die beiden berühren sich und der Kanadier dreht sich. Vettel humpelt mit Schaden am Frontflügel an die Box.
„Er ist wie ein Idiot einfach zurück auf die Strecke gefahren“, funkt Stroll. Nach seinem Dreher macht der Kanadier allerdings das Gleiche gegen Pierre Gasly, erhält dafür eine Durchfahrtsstrafe.
Ferrari
Vettel dreht sich und räumt danach Stroll fast ab
Schlimmer erwischt es aber Vettel. Die Stewards verhängen für die Aktion eine 10 Sekunden Stop-and-go-Strafe, die Vettel in Runde 13 absitzt. Danach ist der Deutsche Letzter.
In Runde 19 versucht Hamilton den Undercut, zieht Medium-Reifen auf. Leclerc kommt einen Umlauf später rein, wechselt aber auf harte Reifen. Knapp vor Hamilton kommt Leclerc zurück auf die Strecke. Den Renault von Hülkenberg überholen beide noch, dann kommt es zum Zweikampf der Führenden in der zweiten Schikane, wobei Hamilton geradeaus durch Notausgang muss.
Hamilton beschwert sich am Funk über Leclercs harte Bandagen: „Er hat mir nicht genug Platz gelassen, mich von Strecke gedrückt.“
Sehen auch die Stewards so. Sie zeigen Leclerc die neue gelbe Karte der Formel 1 (alle Hintergründe hier) in Form einer schwarz-weißen Flagge. Eine Strafe gibt es entsprechend noch nicht, aber die Verwarnung und Aufforderung, das nicht erneut zu machen.
In Runde 27 kommt auch Bottas an die Box, holt sich Medium-Reifen. Unterdessen funkt Hamilton in Bezug auf Leclerc: „Er ist zu schnell auf den Geraden. Es ist schwer an ihm dranzubleiben.“
In Runde 29 wird das virtuelle Safety Car ausgerufen, weil Carlos Sainz nach einem Boxenstopp seinen McLaren mit losem Rad am Rand der Start-Ziel-Geraden parken muss. Wenig später die nächste VSC-Phase, weil Daniil Kvyat seinen Toro Rosso mit rauchendem Honda-Motor vor Kurve eins abstellt.
Hamilton hängt an der Spitze weiter Leclerc im Genick. Der Brite fordert von seinem Ingenieur: „Ich brauche mehr Power.“
In Runde 36 verbremst sich Leclerc unter Hamiltons Druck in der ersten Schikane und kürzt diese leicht ab. Er bleibt aber knapp vor Hamilton. Die Stewards notieren den Vorfall zwar, leiten aber keine Untersuchung ein.
Hamilton funkt unterdessen: „Mir gehen die Reifen aus.“ Von hinten stürmt bereits Bottas auf frischeren Walzen heran. In Runde 42 verbremst sich auch Hamilton in der ersten Schikane und muss durch den Notausgang. Bottas schlüpft durch auf Rang zwei und übernimmt fortan die Jagd auf Leclerc.
Hamilton stoppt unterdessen nochmal und holt sich weiche Reifen - und damit am Schluss immerhin die schnellste Rennrunde.
Drei Runden vor Schluss ist Bottas dann kurz in Schlagdistanz zu Leclerc, macht aber aber ebenfalls einen Fehler in der ersten Schikane. Danach ist Leclerc nicht mehr abzufangen und feiert vor den frenetischen Tisofi einen viel umjubelten Heimsieg.