Formel 1: Die besten Bilder aus Silverstone

Formel 1: Ferrari gewinnt in Silverstone

Auswärtssieg für Vettel

Sebastian Vettel siegt beim Heimrennen von WM-Rivale Lewis Hamilton. Der Lokalmatador kollidiert am Start mit Kimi Räikkönen, wird aber Zweiter.
Mega-Rennen beim Großen Preis von Großbritannien! Ausgerechnet in Silverstone gewinnt Sebastian Vettel (Ferrari) vor Lewis Hamilton (Mercedes), der bei seinem Heimrennen nur Zweiter wird. Auswärtssieg also für den deutschen Ferrari-Star, den am Samstag noch Nackenprobleme eingebremst haben! Auf Rang drei landet sein Teamkollege Kimi Räikkönen.
Alle Zeiten und Zahlen: Die Ergebnisse im Überblick
Vettel: "Ich habe mir gestern tatsächlich ein bisschen Gedanken über gemacht, aber mit dem ganzen Adrenalin habe ich keine Schmerzen gespürt." Für ihn ist es der 51. Triumph in der Formel 1. Damit zieht er mit Alain Prost gleich.
Der GP war ein echter Krimi!

Bitter: Schon am Start wird Hamilton umgedreht

Großes Pech für Hamilton gleich am Start! Erst kommt Vettel besser weg, dann rammt ihn der zweite Ferrari mit Räikkönen am Steuer von der Strecke. Der Finne will sich in Kurve drei neben Hamilton setzen, um den Briten zu überholen. Dabei geschieht das Missgeschick. Räikkönen verbremst sich ähnlich wie Vettel in Frankreich und räumt Hamilton ab.
Der Mercedes-Star fällt bis ans Ende des Feldes zurück, kann weiterfahren, klagt aber über Probleme hinten rechts. Räikkönen bekommt eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe. Vettel setzt sich an der Spitze ab.
Zwischenzeitlich hat der Ferrari-Star sechs Sekunden Vorsprung. Selbst Probleme mit starkem Reifenabbau vorne links können ihn nicht stoppen. Der Deutsche bleibt auch nach dem Reifenwechsel vorne. Hamilton ist währenddessen der schnellste Mann im Feld, liegt schon auf Rang vier.
Runde 33 schreibt die Geschichte des Rennens neu: heftiger Abflug von Marcus Ericsson (Sauber). Der Schwede bleibt unverletzt. Aber: Das Safety-Car kommt raus. In dem Moment biegen beide Ferrari und auch beide Red Bull erneut in die Box ab, wechseln auf neue, weichere Reifen. Bottas (nun in Führung) und Hamilton (auf Platz drei) bleiben mit alten, harten Gummis draußen. Das stellt Hamilton auch am Funk fest: "Warum haben alle um mich herum neue Reifen?"

Vettel hat die WM-Führung auf acht Punkte ausgebaut

Nächstes Safety-Car in Runde 39. Grund: Romain Grosjean (Haas) und Carlos Sainz (Renault) kollidieren. Der Franzose hatte dem Spanier in Stowe nicht den nötigen Platz gelassen.
Hochspannung danach: Bottas, Vettel, Hamilton und Räikkönen kämpfen im Sekundenabstand ums Podest. Enge Kiste zwischen Bottas und Vettel: Mehrfach attackiert der Deutsche den führenden Finnen, Bottas aber schlägt hart die Tür zu. Fünf Runden vor Schluss macht Vettel kurzen Prozess, geht in Führung und haut ab. Klar: Bottas wehrt sich jetzt nicht gegen Hamilton, damit der Brite 18 Punkte für Platz zwei kassiert. Danach schnappt sich Räikkönen den Finnen auf Platz drei.
Auf Rang fünf landet Daniel Ricciardo vorm zweiten Deutschen Nico Hülkenberg im Renault. Red-Bull-Teamkollege und Spielberg-Sieger Max Verstappen fällt sechs Runden vor Schluss mit einem Defekt am Bremssystem aus.

So lief das Qualifying:

Da wollte einer wohl ganz schnell vor den Fernseher! Während seine Engländer im WM-Viertelfinale gegen Schweden spielen, rast Mercedes-Star Lewis Hamilton mit einem neuen Rundenrekord von 1:25.892 Minuten in Silverstone zur Pole - quasi ein Heimsieg in der Nachspielzeit für den Weltmeister, der Ferrari-Rivale Sebastian Vettel erst im allerletzten Versuch in Q3 schlägt.

Geschafft: Hamilton schlägt die Ferraris ganz knapp

Auch auf den Tribünen brandet danach Applaus auf wie im Fußballstadion. "Diese Fans sind die besten", jubelt Hamilton sichtlich emotional der Menge zu. "Ich habe alles gegeben. Es war so eng mit Ferrari. Aber ich habe gebetet, dass ich es für die Fans schaffe."
Vettel muss sich der Nummer 44 am Ende um gerade mal 44 Tausendstel geschlagen geben, Teamkollege Kimi Räikkönen ist als Dritter ebenfalls knapp dran. Die Top-3 liegen innerhalb einer Zehntelsekunde. Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil wird Vierter, mit 0,325 Sekunden Rückstand.
Vettel trotz Nackenproblem selbstbewusst: "Sind schneller"
Deutlich mehr abreißen lassen muss indes Red Bull. Spielberg-Sieger Max Verstappen auf Platz fünf fehlen 0,7 Sekunden, Daniel Ricciardo dahinter sogar 1,2 Sekunden zur Spitze. Beim Australier funktioniert in Q3 allerdings wegen eines Software-Problems das DRS nicht. "Sehr frustrierend", kommentiert Ricciardo.
Alle Zeiten und Zahlen: Die Ergebnisse im Überblick

Teamchefin Claire Williams kann es nicht glauben...

Los geht das Qualifying in Silverstone mit einer Unterbrechung: In Q1 dreht sich Lance Stroll beim Heimspiel seines Williams-Teams ins Kiesbett, sorgt für eine rote Flagge. Kurze Zeit später fliegt auch noch Teamkollege Sergej Sirotkin ab. Teamchefin Claire Williams schlägt die Hände vor dem Mund zusammen. Der Russe kann zwar weiterfahren, schafft aber auch nicht mehr den Sprung in Q2.
Anders als Nico Hülkenberg: Der deutsche Renault-Pilot wird am Ende Elfter. Teamkollege Carlos Sainz scheidet als 16. bereits im ersten Quali-Abschnitt aus. Gar nicht erst am Qualifying teilnehmen kann Brendon Hartley. Nach dem heftigen Abflug im Abschlusstraining (s. unten) ist sein Toro Rosso zu stark beschädigt.

So lief das Abschlusstraining:

Mega-Schock für Fans und Fahrer beim Abschlusstraining in Silverstone! Beim Anbremsen zu Kurve sechs fliegt Brendon Hartley bei Tempo 300 ab, verschwindet in einer Staubwolke. Der Toro Rosso des Neuseeländers wird im Kiesbett ausgehebelt und droht sich gefährlich zu überschlagen, bevor er mit voller Wucht in die Begrenzung eintaucht.
"Aufhängungsbruch vorne links, sobald ich auf die Bremse bin", funkt Hartley noch aus dem Wrack heraus - die TV-Zeitlupen belegen diese Einschätzung eindrucksvoll: Unter Volllast beim Bremsen knickt Hartleys Vorderrad einfach ab. Erinnerungen werden wach an den bizarren Unfall von Sebastien Buemi 2010 in China, ebenfalls im Toro Rosso.
Hartley-Teamkollege Pierre Gasly fährt nach dem technischen Defekt aus Sicherheitsgründen nicht mehr - auch die anderen Fahrer sind beunruhigt. Daniel Ricciardo kriegt beim Betrachten der Wiederholung an der Red-Bull-Box den Mund nicht mehr zu, Sebastian Vettel erkundigt sich am Ferrari-Funk: "Ist er okay?"

Hartleys Auto hebt im Kiesbett gefährlich ab

Die Antwort gibt Hartley selbst, zeigt beim Aussteigen aus dem zerstörten Toro Rosso den Daumen nach oben - zu weiteren Checks wird er aber trotzdem ins Streckenhospital gebracht. Die Session wird für zwölf Minuten mit der roten Flagge unterbrochen.
An der Spitze geht es danach weiter eng zu: Lokalmatador Lewis Hamilton dreht zwei Stunden vor dem Qualifying (15:00 Uhr / RTL und F1 TV) die Bestzeit, 0,093 Sekunden vor Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen. Valtteri Bottas wird Dritter, Vettel mit über einer Sekunde Rückstand Vierter - der Deutsche dreht im dritten Training allerdings auch nur acht Runden. Grund: Er hat Nacken, muss vorm Qualifying fit massiert werden.
Dritte Kraft sind dahinter einmal mehr die Red Bulls, Sauber-Pilot Charles Leclerc überzeugt als Siebter. Nico Hülkenberg muss sich im Renault indes mit Rang 14 begnügen.

So lief der Freitag:

Er hat bisher die meisten Führungsrunden gesammelt, führt in der WM-Wertung. Doch das ist auch für Sebastian Vettel eine Premiere: Erstmals in dieser Saison erzielt der Ferrari-Pilot eine Trainingsbestzeit am Freitag. Auch seinem Team ist das - in Person von Kimi Räikkönen in Bahrain - zuvor erst einmal im Jahr 2018 gelungen.
Alle Zeiten und Zahlen: Die Ergebnisse im Überblick
"Es darf ja auch mal gut sein zur Abwechslung", sagt ein gut gelaunter Vettel nach dem Training mit Blick auf Ferraris zuletzt eher schwache Freitagsperformance. "Heute ging es darum, auf die richtige Spur zu kommen und das ist uns ganz gut gelungen. Wir hatten keine Probleme, haben ein paar Fortschritte gemacht, was das Set-Up angeht. Soweit hat sich alles gut angefühlt", lobt Vettel.
An seinem Ferrari sind dieses Wochenende diverse Updates im Aerodynamik-Bereich angebracht. Vettel sieht auch deshalb noch mehr Potenzial und "Luft nach oben". "Wir können uns hier und da noch steigern. Aber heute war es einfach wichtig, in den Rhythmus zu finden, denn die Bedingungen morgen sollen ähnlich sein wie heute."
Die für den Großbritannien GP ungewöhnlich hohen Streckentemperaturen kommen Ferrari entgegen. Die Silberpfeile, für die Lewis Hamilton am kühleren Vormittag die Teagesbestzeit dreht, können am heißeren Nachmittag nicht mehr nachlegen. 0,187 Sekunden fehlen Hamilton auf WM-Rivale Vettel.
Teamkollege Valtteri Bottas wird im zweiten Mercedes Dritter. Der Finne setzt am Wochenende eine neue Power Unit ein. Zuletzt in Österreich hatte ein Hydraulikleck einen Hitzestau in Bottas' Motor verursacht, der Finne war deshalb früh im Rennen ausgeschieden. Eine Strafe droht Bottas für den Einbau seines dritten Motors in der Saison noch nicht - auch soll das Österreich-Aggregat nach umfangreichen Checks in Deutschland später in der Saison wieder zum Einsatz kommen.
Der Kampf um die Spitze ist in Silverstone indes gewohnt eng. Der Blick auf die Longruns zeigt einen kleinen Vorteil für Mercedes. Mit durchschnittlichen 1:33,1-er Zeiten zirkuliert Hamilton am Freitag auf den weichen Reifen, Teamkollege Bottas ist vier Zehntel langsamer. Während Vettel seinen Longrun auf den langsameren Medium-Pneus absolviert, spult Kimi Räikkönen im anderen Ferrari auf weichen Reifen im Schnitt 1:33,8-er Zeiten ab. Daniel Ricciardo im Red Bull fehlen weitere drei Zehntel.
Der Australier ist in der zweiten Session bei Red Bull Einzelkämpfer. Stallgefährte Max Verstappen setzt sein Auto auf kalten Reifen schon nach einer Viertelstunde in die Wand, sorgt damit für eine rote Flagge und das vorzeitige Ende seines Arbeitstages.
Besser läuft der Nachmittag für Nico Hülkenberg. Nach dem enttäuschenden Beginn, mit Rang 18 in der ersten Session, kann sich der Renault-Pilot im zweiten Training auf den starken siebten Platz steigern.

So lief das erste Training:

Nach vier Siegen in Folge und fünf insgesamt, kennt Lewis Hamilton den Kurs in Silverstone wie seine Westentasche. Doch eine komplette Neuasphaltierung der Strecke nördlich von London stellt auch den Weltmeister vor kleine Umstellungsschwierigkeiten: "Die Strecke hatte noch nie so viele Bodenwellen, seit ich hier gefahren bin", stellt Hamilton im Auftakttraining zum Großbritannien GP fest.
Am Ende der anderthalbstündigen Session ist Lokalmatador Hamilton dann trotzdem wieder der Schnellste, dreieinhalb Zehntel vor Teamkollege Valtteri Bottas und eine halbe Sekunde vorm Drittplatzierten Sebastian Vettel im Ferrari.
Alle Zeiten und Zahlen: Die Ergebnisse im Überblick
Zahlreichen Fahrern bereitet der neue Belag beim Kennenlernen Probleme: Sergey Sirotkin, Daniel Ricciardo, Kimi Räikkönen und Fernando Alonso kommen alle von der Strecke ab.
So wie einmal mehr auch Romain Grosjean - beim Franzosen hat das jedoch einen anderen Grund: Der Haas-Pilot vergisst vor der ultraschnellen Kurve eins, sein DRS wieder zu schließen. Abflug und Einschlag in die Reifenstapel unausweichlich. Bitter für Grosjean: Gerade schien er seine Seuchensaison mit vielen unnötigen Crashs (zuletzt in Frankreich), mit Rang vier und seinen ersten Punkten in Österreich hinter sich gelassen zu haben.
In Kurve eins sind die Piloten dieses Jahr vor eine Besonderheit gestellt. Nur wer das Gaspedal durchgedrückt lässt und das DRS manuell schließt, kann es nach dem Rechtsknick noch einmal für den Weg bis zu Kurve zwei öffnen. Schließt das DRS beim Bremsen automatisch, ist eine zweite Aktivierung nicht mehr möglich. Eine zusätzliche Herausforderung für die Fahrer - für Grosjean wohl eine zu viel.
Der Franzose löst mit seinem Abflug eine halbe Stunde vor Schluss eine virtuelle Safety-Car-Phase aus. Für die zweite sorgt fünf Minuten vor Ablauf der Uhr Spielberg-Sieger Max Verstappen, der langsamer wird und ein Getriebeproblem meldet. "Nicht mehr schalten und Auto abstellen", lautet prompt der Befehl vom Kommandostand. Diesem kommt Verstappen auf der Start-Zielgeraden nach. Am Ende wird der Holländer noch hinter Teamkollege Daniel Ricciardo und Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen Sechster.

Autoren: Frederik Hackbarth, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance / F1

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