Formel 1: Motoren, Red Bull

Formel 1: Motoren, Red Bull

Wie Red Bull: Diese Teams bauten ihre Motoren selbst

Red Bull baut eine eigene Motorenfabrik, in der sogar eigene Antriebseinheiten entwickelt werden können. Dabei ist Red Bull nicht das erste Team.
459 Rennställe sind bisher in der Formel-1-WM mindestens ein Rennen gefahren. 163 davon bauten eigene Chassis, was seit den 1980er Jahren für eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft sogar verpflichtend ist. Aber nur 69 verschiedene Motorhersteller waren bisher in der Formel 1 vertreten. Rechnet man nur die Motorbauer, die das Triebwerk wirklich selbst konstruiert haben (Sauber setzte zum Beispiel jahrelang Ferrari-Motoren unter dem Namen Petronas ein), bleiben sogar nur 58 Motorbauer über.
Ein Formel-1-Triebwerk zu bauen ist schwierig. Nur die wenigsten Teams haben dieses Experiment gewagt. Werksteams von Autoherstellern wie Toyota, Honda oder Ferrari haben natürlich schon ihre eigenen Motoren gebaut. Zwar war 1950 beim Italien-GP ein Ferrari-Jaguar am Start, aber das war ein privater Einsatz von Clemente Biondetti, der sich aus verschiedenen Autos seinen eigenen GP-Rennwagen zusammenschusterte.

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Kann ein Dutzend Rennteams mit eigenen Motoren

Zieht man dann auch noch alle Motorbauer ab, die verschiedenen Teams Aggregate zugeliefert haben wie Cosworth, Hart oder Judd, bleiben tatsächlich weniger als ein Dutzend Teams über, die ihre eigenen Motoren auf Kiel gelegt haben! 

Der Honda F1-Motor

©Honda

Diese Zahlen zeigen, wie historisch das Projekt von Red Bull ist. Natürlich wird Red Bull in seiner neuen 100 Mann starken Firma Red Bull Powertrains erst mal nur die aktuellen Honda-Motoren warten und weiterentwickeln. Aber wie Helmut Marko ABMS verraten hat, will Red Bull ab 2025 notfalls auch ohne Herstellerbeteiligung dazu in der Lage sein, eigene F1-Motoren zu bauen.

Letztes Team krachend gescheitert

Das ist ein großer Schritt. Die heutigen Formel-1-Triebwerke sind im Vergleich zu früheren Jahren ja keinesfalls einfacher geworden. Im Gegenteil: Die 1,6-Liter-V6-Turbohybridmotoren sind die teuersten und komplexesten Aggregate der Formel-1-Geschichte. Zwar soll das Motorreglement 2025 einfacher und billiger werden, aber die Aufgabe für Red Bull ist komplex. Sonst wären diesen Weg in der Vergangenheit ja auch diverse andere Teams gegangen.

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Das letzte reinrassige Rennteam (ohne Hersteller wie Renault, Ferrari, Mercedes und Co.), das seine Motoren selbst entwickelt hat, war der italienische Life-Rennstall 1990. Das Resultat: 14 Mal dabei, 14 Mal war schon in der Qualifikation Schluss, teilweise mit mehr als einer halben Minute Rückstand auf die schnellsten Fahrer. Kurzum: Das Projekt ist krachend gescheitert. Grund: Der Motor war ein Zwölfzylinder in W- statt V-Anordnung – ein Konzept, das nicht aufging. Als Life bei den letzten zwei Rennen auf Kundenmotoren von Judd wechselte, brachte das eine Leistungssteigerung von satten zehn Sekunden. Allerdings war man damit immer noch fast 20 Sekunden zu langsam, was auch die Schwächen des Chassis offenlegte.

Nur Vanwall und BRM konnten gewinnen

Nur zwei Rennteams mit eigenen Motoren waren siegreich: Vanwall und BRM. Vanwall gewann in den 1950er Jahren neun Grands Prix, war 1958 erster Konstrukteurs-Weltmeister der Formel-1-Geschichte. BRM gewann nicht nur 18 Grands Prix, sondern 1962 mit Graham Hill am Steuer sogar den WM-Titel. BRM war lange Zeit das britische Pendant zu Ferrari, stellte die Motoren sogar Kundenteams wie Lotus, Cooper oder McLaren zur Verfügung. Der Niedergang von BRM erfolgte ab 1966 mit der Einführung der 3-Liter-Motoren. Der 16-Zylinder von BRM für 1966 war genauso eine Fehlentscheidung wie das Werksteam 1972 auf sechs Autos aufzublähen. Als 1975 auch noch Finanzier Alfred Owen starb, war der Untergang von BRM nur noch eine Frage der Zeit. 1977 fiel für BRM die letzte Zielflagge in der Formel 1.

Auch deutsches Team mit eigenen Motoren

Christian Danner 1985

©Picture Alliance

Auch aus Deutschland versuchte sich ein Formel-1-Team mit eigenen Motoren: Zakspeed nutzte dafür Ford-Turbomotoren aus der Deutschen Rennsport Meisterschaft als Basis. Erfolg hatte Zakspeed nicht, wie der heutige Chef Erich Zakowski erklärt: „Als wir einen eigenen Motor bauten, war der stark, aber das Auto mies. Und als wir erkannten, dass wir beides zusammen nicht stemmen können und den Motor bei Yamaha einkauften, war das Auto super, aber der Motor schwach.“
Den Weg, den Red Bull jetzt ab 2022 einschlägt (Motoren auf Basis der aktuellen Honda-Triebwerke), ging zuletzt das Benetton-Team 1998. Als Renault Ende 1997 ausgestiegen ist, gründete Benetton-Teamchef Flavio Briatore die eigene Motorfirma Supertec, wartete dort die Renault-Motoren und lieferte sie an diverse Teams – wie auch Benetton selbst. Siege kamen damit aber nicht mehr zustande. Anders als damals gibt es nun aber ab 2022 einen Entwicklungsstopp in der Formel 1 für alle Motoren.

Fotos: Zakspeed/Facebook

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