Unter Flutlicht erwacht Sebastian Vettels (34) Aston Martin in Katar zum Leben: Erstmals seit acht Rennen schafft es der Deutsche am Samstag im Qualifying auf dem neuen Wüstenkurs wieder ins Q3. „Ich bin ziemlich zufrieden. Ich hatte einen guten Tag und insgesamt fühlen wir uns hier ein bisschen besser als zuletzt. Wir haben einen Red Bull, einen Ferrari und einen McLaren ausqualifiziert, also damit können wir recht happy sein“, sagt der Deutsche nach Startplatz zehn.
Auch Teamkollege Lance Stroll, der Zwölfter wird, lässt Vettel hinter sich, stellt im Qualifying-Duell damit auf 13:7 gegen den Kanadier.
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Dass Vettel am Samstag volle Attacke fährt, zeigt sich auch in einer Szene mit AlphaTauri-Pilot Pierre Gasly, den er in der Boxenausfahrt überholt. Der Franzose beschwert sich am Funk, Vettel kann darüber aber nur lachen. „Er hätte ja Gas geben können“, schmunzelt der Heppenheimer und macht in Bezug auf das von Gasly monierte Gentlemen's Agreement, wonach man in der Aufwärmrunde nicht überholt, klar: „Mit den Gentlemen nimmt es hier keiner so richtig ernst außer das Wort.“
Vettel rast im Qualifying zum Katar GP in die Top-10.
Doch die späte Rache Gaslys im Privatduell mit Vettel folgt am Ende von Q3 – wenn auch in ungewohnter Form: Der Franzose zerstört sich beim wilden Ritt über die Kerbs Frontflügel und Reifen, sorgt für eine gelbe Flagge. Zu den Leidtragenden zählt vor allem Vettel. „Es ist schade, meine letzte Runde musste ich wegen der gelben Flagge im letzten Sektor abbrechen“, sagt der Deutsche.
Auch Gaslys Verhalten fällt für Vettel nicht unbedingt unter die Kategorie Gentleman: „Er stellt sein Auto doch nur da ab, um allen anderen die Runde zu zerstören“, motzt er am Funk und bemängelt nach dem Qualifying auch den Umgang der Rennleitung damit: „Die gelbe Flagge verschwand dann wieder, wahrscheinlich weil Max (Verstappen, WM-Spitzenreiter; d. Red.) kam. Ich weiß nicht: Jedes Wochenende ist es irgendwie ein bisschen anders. Normalerweise sind das doppelt geschwenkte gelbe Flaggen. Zumindest dachte ich, dass die kommen, deswegen habe ich Fahrt rausgenommen.“
Vettel weiter: „Ich weiß nicht, ob Platz acht oder neun noch drin gewesen wäre. Ich hatte aber das Gefühl, einen guten letzten Sektor zu haben und musste dann vom Gas.“ Im Mittelfeld-Kampf mit Alpine sieht der Heppenheimer sein Team dennoch im Hintertreffen. „Ihr Speed ist hier sehr gut und uns fehlt ein bisschen, um im letzten Quali-Abschnitt wirklich zu attackieren.“
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Der kleine Aufschwung Aston Martins reicht nach Vettels Dafürhalten noch nicht, denn auch die Konkurrenz schläft nicht: „Es gibt ein bisschen einen Trend die letzten Rennen: Der AlphaTauri ist im Moment wahrscheinlich sogar das drittschnellste Auto im Feld und auch Alpine ist deutlich näher an McLaren und Ferrari dran“, erklärt der Heppenheimer und prognostiziert mit Blick aufs Rennen: „Überholen ist nicht unmöglich, aber schwierig. Es ist hier einfach nicht der beste Kurs dafür, so wie zuletzt in Interlagos.“

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Von

Frederik Hackbarth