Das Wahnsinns-WM-Duell zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen geht weiter. Beim Spanien-GP fuhren die beiden lange im Abstand von einer Sekunde hintereinander her. Doch am Ende gewann Hamilton sein 98. Rennen dank der besseren Strategie. Nach vier Rennen steht es nach Siegen 3:1 und nach WM-Punkten 94:80 für den Mercedes-Star.
Dabei gewann Verstappen im 100. Rennen für Red Bull (fünf Jahre nach dem Einstand im Team des Energy Drink-Herstellers) zunächst den Start gegen Hamilton. Der Brite wollte in der Schikane zwar dagegenhalten, aber Verstappen blieb voll auf dem Gas, drängte Hamilton mit viel Risiko von der Ideallinie ging in Führung. So richtig abschütteln konnte Verstappen den siebenmaligen Champion danach allerdings nicht. Eine Safety-Car-Phase durch den mit einem Motordefekt liegengebliebenen Yuki Tsunoda, die das Feld wieder zusammenführte, verhinderte aber einen Undercut von Hamilton. Mit einem Reifenwechsel wäre Hamilton nämlich in den Verkehr gekommen.
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Stattdessen legte Verstappen mit den Boxenstopps vor. Das Problem: Der Reifenwechsel in Runde 24 war ein Missverständnis bei Red Bull. Verstappen kam ohne Absprache zu früh rein. Daher war der rechte Hinterreifen nicht rechtzeitig da. Die Standzeit betrug 4,5 Sekunden und war damit 1,8 Sekunden langsamer als beim Reifenwechsel der Mercedes-Crew an Hamiltons Schwarzpfeil.
Hamilton siegt in Taktik-Krimi
Lewis Hamilton schlägt Max Verstappen mit einer Zweistoppstrategie.
Hätte Hamilton in Runde 25 sofort nachgezogen, hätte das für den Briten reichen können. Doch er blieb drei Runden länger draußen, wurde dabei auch noch von Nikita Mazepin beim Überrunden aufgehalten. Mercedes-Teamchef Toto Wolff funkte sauer an FIA-Rennleiter Michael Masi: „Blaue Flaggen! Der Typ kostet uns die Position!“
Nach den Reifewechseln war Verstappen also wieder vor Hamilton. Der kam erneut bis auf eine Sekunde heran, aber auf der überholunfreundlichen Strecke in Barcelona nicht vorbei. Die Mercedes-Lösung: eine spontane Zweistopp-Strategie mit dem Wechsel auf Medium-Gummis – und die ging voll auf. Hamilton konnte Verstappen auf der Strecke mit den deutlich besseren Pneus überholen.
„Ich habe es kommen sehen“, sagt Verstappen. „Gegen Ende war er mit den weichen Reifen schneller. Wir konnte nicht mehr viel machen. Als sie zum zweiten Stopp kamen, war es vorbei. Ich hatte da schon Probleme mit den Reifen. Ich war leichte Beute.“
Aber warum kam Verstappen nicht auch direkt zu einem zweiten Wechsel? Antwort: Er hatte nur noch einen Satz weicher Reifen übrig, musste den Stopp entsprechend hinauszögern und verlor dabei zu viel Zeit. Erst nach dem rennentscheidenden Überholmanöver ließ der Niederländer die roten Reifen aufziehen – und sicherte sich immerhin den Punkt für die schnellste Runde.
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Trotzdem ist er enttäuscht vom Ergebnis: „Es zeigt, dass wir nicht da sind, wo wir hinwollen. Wir müssen weiter aufholen und pushen, weil wir immer noch ein bisschen langsamer sind im Moment.“
Hamilton dagegen ist weiter obenauf. „Ich fühle mich fantastisch. Es war eng am Start, da lag viel Gummi auf der Strecke. Dann hatte ich die Jägerrolle, war nah dran, musste aber schauen, dass die Reifen halten. Wir haben mit der Strategie gepokert, aber sie ging auf. Ich weiß aus Erfahrung, dass ein Einstopp-Rennen hier schwer zu managen ist. Ich muss sagen, das Team hat das super entschieden.“

Vettel und Schumacher ohne Chance

Valtteri Bottas kam auf Rang drei ins Ziel, spielte aber im Kampf um den Sieg keine Rolle. Allerdings hat er Hamilton bei dessen Aufholjagd auf Verstappen durch unkooperatives Verhalten (zu spät Platz gemacht) mehr als zwei Sekunden gekostet.
Hamilton siegt in Taktik-Krimi
Für Sebastian Vettel war mehr als Rang 13 nicht möglich.
Für Sebastian Vettel war mehr als Rang 13 nicht möglich. Lance Stroll kam auf Rang elf ins Ziel, muss aber eine nachträgliche Zeitstrafe fürchten, weil der Kanadier im Duell mit Alonso nicht vorschriftsgemäß auf die Rennstrecke zurückkam.
Mick Schumacher war wieder klar schneller als Nikita Mazepin (fast eine Minute), konnte aber den Williams diesmal nicht gefährlich werden. Nur am Start kam er von Rang 18 auf 16 vor, wurde dann aber wieder aufgeschnupft. Platz 18 war das höchste der Gefühle.

GP Spanien: (66 Runden à 4,655 km/307,104 km):

1. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes 1:33:07,680 Std.
2. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull +15,841 Sek.
3. Valtteri Bottas (Finnland) – Mercedes +26,610
4. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari +54,616
5. Sergio Perez (Mexiko) – Red Bull +1:03,671 Min.
6. Daniel Ricciardo (Australien) – McLaren +1:13,768
7. Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Ferrari +1:14,670
8. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren + 1 Rd.
9. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine + 1 Rd.
10. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpha Tauri + 1 Rd.
11. Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin + 1 Rd.
12. Kimi Räikkönen (Finnland) – Alfa Romeo + 1 Rd.
13. Sebastian Vettel (Heppenheim) – Aston Martin + 1 Rd.
14. George Russell (Großbritannien) – Williams + 1 Rd.
15. Antonio Giovinazzi (Italien) – Alfa Romeo + 1 Rd.
16. Nicholas Latifi (Kanada) – Williams + 1 Rd.
17. Fernando Alonso (Spanien) – Alpine + 1 Rd.
18. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) – Haas + 2 Rd.
19. Nikita Masepin (Russland) – Haas + 2 Rd.
Ausfälle:
Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri (9. Rd.)

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