Es ist ein historischer Tag in der Formel 1: Erstmals in der 72-jährigen Geschichte wird die Startaufstellung des Grand Prix in einem Sprintrennen ausgetragen. 100 Kilometer Vollgas, 17 Runden Mann gegen Mann.
Erster Sieger des neuen Formats: Max Verstappen. Der Red Bull-Star gewinnt vorm Qualifying-Schnellsten Lewis Hamilton, Valtteri Bottas (beide Mercedes) und Ferrari-Pilot Charles Leclerc. Verstappen startet den GP von Großbritannien damit von der Pole Position.
Hinweis
Formel 1 mit dem SKY Supersport Ticket erleben
Die meiste Action gibt's am Start: Verstappen beschleunigt mit brennenden Bremsen Hamilton aus. Danach kommt es eine Runde lang zum Mega-Duell der WM-Führenden, bis Verstappen einen Gang zulegt und sich einen Sekunden-Vorsprung erarbeitet, den er das ganze Rennen lang hält. Damit bekommt der siegende Holländer auch drei WM-Punkte für seinen Premierensieg im Sprint.
"Wir hatten einen guten Start und einen guten Fight mit Lewis, dann habe ich versucht meine eigene Pace zu fahren", rekapituliert der WM-Leader. "Es ist komisch, die Pole auf diese Art zu holen, aber ich nehme sie gerne."
Dabei war Verstappen schon vorm Start "on fire". Seine linke Vorderrad-Bremse brannte. Der Niederländer: "Ich war wirklich besorgt. Ein paar Flammen sind okay, aber die wurden recht groß. Zum Glück wurden die Bremsen nicht beschädigt."
Spannung im Kurzformat: Sprint in Silverstone
Hamilton gibt sich indes enttäuscht: "Ich habe beim Start Platz eins verloren, obwohl ich gut losgekommen bin. Die sind schon stark die Red Bulls, da konnte ich im Rennen nichts machen. Das Qualifying hat mehr Spaß gemacht. Aber dieses Format macht das Wochenende besser und schöner."
Worst-Case-Szenario für Verstappens Flügel-Mann Sergio Perez: Der Red Bull-Star dreht sich auf Platz sechs liegend, fällt ans Ende des Feldes zurück und gibt kurz vor Schluss auf. Damit ist Verstappen im Grand Prix am Sonntag im Kampf gegen Mercedes auf sich allein gestellt.
Red Bull-Chefberater Helmut Marko freut sich trotzdem über Verstappens Sieg. "Wichtiger als der Rekord sind die drei Punkte. Wir haben Max gesagt: Du musst es am Start entscheiden. Überholen geht nicht auf dieser Strecke. Das hat er dann gemacht, alle Attacken verteidigt und gezeigt, wer der Herr im Hause ist. Gruß ans Imperium." Hintergrund: Nach dem Qualifying am Freitag hatte Mercedes-Teamchef Toto Wolff geprahlt: "Das Imperium schlägt zurück."
Heute sagt er: "Es ist ärgerlich das Sprintrennen so zu verlieren. Am Ende ist es nur ein Punkt und die Position für morgen ist trotzdem gut. Die Pace ist da, wir haben zwei Autos im Köcher."
Hinweis
Formel 1 in der Übersicht bei SKY Q
Sebastian Vettel (Aston Martin) fährt sich von Startplatz zehn vor auf Rang acht, schafft es trotz rundenlangem Kampf aber nicht an Fernando Alonso im Alpine vorbei. Der Spanier absolviert einen strategisch starken Start auf weichen Reifen, während die meisten anderen Piloten auf gelben Gummis in den Sprint gehen. Alonso kämpft sich in Runde eins vor bis auf Rang fünf, wird dann aber von Lando Norris, Daniel Ricciardo (beide McLaren) passiert – obendrein bekommt er eine Verwarnung, weil er auf den Geraden im Verteidigungsmodus teils Schlangenlinien fährt.
Vettel: "In der ersten Runde ist Fernando wie eine Rakete an allen vorbeigeschossen. Er war auf den weichen Reifen, und was danach passierte, das habe ich falsch eingeschätzt. Ich war überzeugt davon, dass seine Walzen zum Ende des Sprints stark abbauen würden. Ich war ihm auf den Fersen, aber eben nicht nahe genug, und seine Reifen haben nicht wie erwartet abgebaut. Fernando hat das sehr clever gemacht und sich an den richtigen Stellen gewehrt."
Lokalmatador George Russell fällt von Startplatz acht auf Rang neun zurück. Anschließend wird er für eine Kollision mit Carlos Sainz (Ferrari) zu Beginn des Rennens bestraft: Für den Williams-Star geht es drei Startplätze zurück. Er fährt am Sonntag von Platz zwölf los.
Am Ende des Feldes behaken sich Mick Schumacher und sein Haas-Teamkollege Nikita Mazepin. Der Russe dreht sich. Es bleibt dabei. Schumacher und Haas belegen die letzten Plätze. Schumacher: "Schade zu sehen, dass wir kaum mithalten konnten. Es wird schwierig sein, morgen dabei zu sein bei der Musik."

Ergebnis - Sprint-Qualifying (17 Runden à 5,891 km/100,013 km), 17.7.2021:

1. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 25:38,426 Min.
2. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes +1,430 Sek.
3. Valtteri Bottas (Finnland) - Mercedes +7,502
4. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari +11,278
5. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +24,111
6. Daniel Ricciardo (Australien) - McLaren +30,959
7. Fernando Alonso (Spanien) - Alpine +43,527
8. Sebastian Vettel (Heppenheim) - Aston Martin +44,439
9. George Russell (Großbritannien) - Williams +46,652
10. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine +47,395
11. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +47,798
12. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpha Tauri +48,763
13. Kimi Räikkönen (Finnland) - Alfa Romeo +50,677
14. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin +52,179
15. Antonio Giovinazzi (Italien) - Alfa Romeo +53,225
16. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri +53,567
17. Nicholas Latifi (Kanada) - Williams +55,162
18. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) - Haas +1:08,213 Min.
19. Nikita Masepin (Russland) - Haas +1:17,648
Ausgeschieden: Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull (17. Rd.)

Formel 1 im TV

2021 läuft die Formel 1 bei Sky. Der Sender richtet für die neue Ära eigens einen TV-Sender ein: Sky Formel 1. Hier gibt es 24 Stunden am Tag Motorsport. Alle Trainingssitzungen, alle Qualifyings, alle Rennen immer live und ohne Werbeunterbrechung. Dazu überträgt Sky auch die Rahmenrennen Formel 2, Formel 3 und den Porsche Supercup. Auf dem Programm stehen zudem historische Rennen und Sondersendungen. Mehr Infos dazu finden Sie HIER