Formel 1: Testfahrten in Bahrain
Red Bull lässt Hüllen fallen: Verstappen Schnellster

Weltmeister Max Verstappen mit überzeugendem Testauftakt in Bahrain: Aston Martin schnell aber unzuverlässig, Mercedes ist das Bouncing los.
Bild: F1
- Frederik Hackbarth
Endlich hat das lange Warten ein Ende: Die Formel 1 legt in Bahrain mit ihren offiziellen Testfahrten los. Zum Auftakt hat dabei am Donnerstag gleich wieder der Titelverteidiger die Nase vorne. Weltmeister Max Verstappen zeigt mit seiner Bestzeit von 1:32.837 Minuten, 0,029 Sekunden vor Aston-Martin-Pilot Fernando Alonso, nicht nur einen schnellen Einstand in die neue Saison, er legt mit 157 Umläufen auch gleich die meisten Runden des Tages hin.
Red Bull, die beim Launch in New York vor zwei Wochen nur ein Showcar gezeigt hatten, präsentiert der Weltöffentlichkeit in Bahrain erstmals auch den brandneuen RB19. Auffällig: Der jüngste Entwurf aus dem Hause Newey kommt mit extrem stark unterschnittenen Seitenkästen, ausgeklügeltem Unterboden und einer verkürzten Nase im Vergleich zum Vorgänger. "Das Auto ist natürlich eine Weiterentwicklung des RB18, trotzdem gibt es viel zu lernen. Heute haben wir aber einen sauberen Start erwischt, mit vielen Kilometern und gutem Feedback", freut sich Teamchef Christian Horner.

Rote Flagge: Aston Martin startet mit Problemen
Bild: Aston Martin
Zwar sortiert sich Altmeister Alonso kurz vor Ablauf der Testzeit, mit einer schnellen Runde bei besten Bedingungen unter Flutlicht, nur knapp hinter Verstappen ein: Aston Martin ist an Tag eins in der Wüste dennoch so etwas wie das Sorgenkind. Bereits nach wenigen Minuten des Testauftakts sorgt das Ex-Team von Sebastian Vettel für die erste (und einzige!) rote Flagge der Session: "Gleich zum Start hatten wir einen Elektronik-Glitch", verrät Teamchef Mike Krack.
Nur vier Kurven weit kommt deshalb Ersatzpilot Felipe Drugovich, der den nach Fahrradunfall am Handgelenk verletzten Lance Stroll vertritt, ehe er ausrollt und gut eine Stunde an der Box verliert. Auch Alonso, der am Nachmittag übernimmt, wird zwischenzeitlich von Problemen geplagt und muss eine längere Pause für Reparaturarbeiten am Unterboden einlegen, ehe er ganz am Schluss nochmal erfolgreich auf Zeitenjagd geht.

Charles Leclerc landet im Ferrari auf dem vierten Rang
Bild: Ferrari
Bei allen Teams, mit Ausnahme von Red Bull, wo nur Verstappen im Einsatz ist, wechseln sich die Piloten am Donnerstag ab: Die Plätze drei und vier gehen somit an die Ferrari-Stars Carlos Sainz (Vormittag) und Charles Leclerc (Nachmittag). Frei von Sorgen ist Ferrari zum Auftakt aber nicht: Die neue rote Göttin aus Maranello wirkt noch eher instabil, die Fahrer kämpfen mit dem Handling und rutschen viel herum. Die Blicke zieht Ferrari zudem mit einer sich unter Volllast formenden Delle in der Fahrzeugnase auf sich: Ein Problem, das die Mechaniker durch eine Materialverstärkung beheben.
Reibungsloser läuft der Tag bei Mercedes, die mit 152 Runden nur fünf weniger als Red Bull drehen und damit die zweitmeisten des Tages: Rekordweltmeister Lewis Hamilton sortiert sich noch hinter McLaren-Pilot Lando Norris auf Rang sechs ein, fast sieben Zehntel hinter der Verstappen-Bestzeit. George Russell wird Neunter. Teamchef Toto Wolff ist mit dem Auftakt der nun wieder schwarzen Silberpfeile dennoch zufrieden: "Das Auto scheint besser in der Balance zu liegen und es gibt kein Bouncing, was gute Nachrichten sind", sagt der Wiener.

Lewis Hamilton und Mercedes haben wieder Hoffnung
Bild: Mercedes
Das Porpoising hatte Mercedes vor zwölf Monaten an Ort und Stelle noch große Probleme bereitet: "Letztes Jahr wussten wir gleich zu Beginn, dass wir Ärger haben, weil das Auto gehüpft ist und wir nicht richtig damit fahren konnten. Das ist jetzt sehr anders. Nun haben wir eine solide Basis und einen guten Startpunkt, um das Auto zu optimieren und uns durch unser Programm zu arbeiten. Es war ein produktiver Tag", lobt Wolff seine Ingenieure.
Alle Teams scheinen das Phänomen aber trotz Regelanpassung und Anheben des Unterbodens trotzdem noch nicht besiegt zu haben: Sowohl bei Ferrari und Alpine, als auch bei Haas ist das Hüpfen zum Testauftakt vereinzelt noch zu beobachten. Das Team von Nico Hülkenberg, dem einzigen deutschen Fahrer im Feld, kann zum Auftakt zeitenmäßig ebenfalls noch nicht überzeugen: Hülkenberg wird immerhin Elfter, verliert am Vormittag allerdings Teile seines Boliden auf der Strecke. Teamkollege Kevin Magnussen beendet die Session lediglich als 19. und Letzter.

F1-Rückkehrer Nico Hülkenberg in seinem Haas-Boliden
Bild: Haas
Ergebnis: Formel 1 Testfahrten Bahrain 1. Tag
1. Max Verstappen (Red Bull) 1:32,837 Minuten (C3-Reifen) 157 Runden
2. Fernando Alonso (Aston Martin) 1:32,866 (C3) 60
3. Carlos Sainz (Ferrari) 1:33,253 (C3) 72
4. Charles Leclerc (Ferrari) 1:33,267 (C3) 64
5. Lando Norris (McLaren) 1:33,462 (C3) 40
6. Lewis Hamilton (Mercedes) 1:33,508 (C3) 83
7. Alex Albon (Williams) 1:33,671 (C4) 74
8. Guanyu Zhou (Alfa Romeo) 1:33,723 (C3) 67
9. George Russell (Mercedes) 1:34,174 (C3) 69
10. Logan Sargeant (Williams) 1:34,324 (C3) 75
11. Nico Hülkenberg (Haas) 1:34,424 (C3) 51
12. Valtteri Bottas (Alfa Romeo) 1:34,558 (C3) 71
13. Nyck de Vries (AlphaTauri) 1:34,559 (C3) 85
14. Felipe Drugovich (Aston Martin) 1:34,564 (C3) 40
15. Yuki Tsunoda (AlphaTauri) 1:34,671 (C3) 46
16. Pierre Gasly (Alpine) 1:34,822 (C2) 60
17. Esteban Ocon (Alpine) 1:34,871 (C2) 53
18. Oscar Piastri (McLaren) 1:34,888 (C3) 52
19. Kevin Magnussen (Haas) 1:35,087 (C3) 57
2. Fernando Alonso (Aston Martin) 1:32,866 (C3) 60
3. Carlos Sainz (Ferrari) 1:33,253 (C3) 72
4. Charles Leclerc (Ferrari) 1:33,267 (C3) 64
5. Lando Norris (McLaren) 1:33,462 (C3) 40
6. Lewis Hamilton (Mercedes) 1:33,508 (C3) 83
7. Alex Albon (Williams) 1:33,671 (C4) 74
8. Guanyu Zhou (Alfa Romeo) 1:33,723 (C3) 67
9. George Russell (Mercedes) 1:34,174 (C3) 69
10. Logan Sargeant (Williams) 1:34,324 (C3) 75
11. Nico Hülkenberg (Haas) 1:34,424 (C3) 51
12. Valtteri Bottas (Alfa Romeo) 1:34,558 (C3) 71
13. Nyck de Vries (AlphaTauri) 1:34,559 (C3) 85
14. Felipe Drugovich (Aston Martin) 1:34,564 (C3) 40
15. Yuki Tsunoda (AlphaTauri) 1:34,671 (C3) 46
16. Pierre Gasly (Alpine) 1:34,822 (C2) 60
17. Esteban Ocon (Alpine) 1:34,871 (C2) 53
18. Oscar Piastri (McLaren) 1:34,888 (C3) 52
19. Kevin Magnussen (Haas) 1:35,087 (C3) 57
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