Der mit Spannung erwartete Thriller beim USA GP der Formel 1 in Texas beginnt gleich am ersten Tag mit einem Duell in bester Western-Manier: Die WM-Rivalen Lewis Hamilton und Max Verstappen kommen sich beim Kampf um freie Fahrt für eine schnelle Runde gefährlich nahe. Erst überholt Verstappen Hamilton in Kurve 15, in der Zielkurve kontert der Brite jedoch und drängt Verstappen neben die Strecke.
Der Holländer gibt nicht nach, bleibt auf der Außenbahn in Turn eins aber über und schimpft am Funk in Richtung Hamilton: "Blöder Idiot!" Während Verstappens Ingenieur versucht seinen Piloten zu beruhigen, schickt der Red-Bull-Star noch den Stinkefinger hinterher. Nach dem Training kommentiert Verstappen: "Eigentlich sollten wir uns alle einreihen. Ich weiß nicht wirklich, was da los war."
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Verstappens Schimpftirade ist aber auch nach dem Hamilton-Vorfall noch nicht vorbei. Der WM-Führende bleibt gleich mehrfach im Stau stecken, verleiht seinem Frust darüber am Funk lautstark Ausdruck: "Verdammt noch mal, warum hab ich immer Verkehr", flucht Verstappen, ehe er einen weiteren Versuch einen Umlauf später entnervt abbricht: "Ich komm an die Box, scheiß drauf!"
Am Ende steht für den Red-Bull-Star ohne Quali-Simulation nur die achtbeste Zeit zu Buche. "Ich habe auf den weichen Reifen keine Runde zusammengebracht. Insgesamt war es nicht einfach mit der welligen Strecke einen Kompromiss zu finden. Es gibt aber auch Positives, das Auto hat sich nicht schlecht angefühlt", berichtet Verstappen.
Wie im Rennen: Hamilton drängt Rivale Verstappen ab
Dass der Quervergleich der Titelrivalen am Freitag zeitenmäßig ausfällt, liegt aber nicht nur an Verstappen. Auch Hamiltons theoretische Tagesbestzeit von 1:34.842 Minuten wird dem Briten wegen Überschreiten der Streckenlimits in Kurve 19 aberkannt. Die Bestzeit geht am Ende in 1:34.946 Minuten an Sergio Perez im zweiten Red Bull, Hamilton wird noch hinter McLaren-Pilot Lando Norris als Dritter abgewunken.
"Generell war es ein guter Tag, aber wir haben schon noch Arbeit vor uns", kommentiert der siebenfache Weltmeister. "Das erste Training war eine sehr gute Session. Dann haben wir aber ein paar Änderungen vorgenommen, damit war ich im zweiten Training nicht so happy. Die Pace war zwar nicht so schlecht, aber im Vergleich zu Red Bull haben wir da etwas verloren." Vor allem die starken Auftritte über eine schnelle Runde machen Mercedes aber zum klaren Favoriten in Austin.
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Dass der Ton trotzdem rauer wird im engen WM-Kampf, beweist am Freitag auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Auf Nachfragen zum Performance-Gewinn seines Teams beim Motor - Insider vermuten schon länger einen Leistungsgewinn durch Entlüftungsventile in der internen Kühlung - reagiert der Wiener dünnhäutig: "Ihr bekommt schon ganz schön viel Bullshit gefüttert", sagt Wolff zu Sky-Reportern und gibt darüber hinaus an, dass Mercedes seine Zeit im Vergleich zu Red Bull nicht nur auf den Geraden sondern vor allem in schnellen Kurven gewinne.
Klar ist jedoch: So gut Mercedes' Motor-Performance auch ist, so groß sind auch die Zuverlässigkeitsprobleme des Aggregats. Am Freitag wird bekannt, dass Valtteri Bottas erneut seinen Verbrennungsmotor tauschen und dafür fünf Plätze in der Startaufstellung zurück muss.
Ex-Weltmeister Jenson Button glaubt: "Das ist das erste Mal seit Beginn der Turbo-Hybrid-Ära (zur Saison 2014; d. Red.) dass Mercedes solche gravierenden Probleme mit der Haltbarkeit hat. Man soll mit drei Motoren durch die Saison kommen, bei Valtteri ist es jetzt schon der sechste! Das kann für sie schon noch zum Problem werden, es sind schließlich noch sechs Rennen."
Mercedes ist schnell, aber der Motor macht Sorgen
Als Aston-Martin-Pilot wird auch Sebastian Vettel Opfer von Mercedes' Misere. Der Deutsche muss in Austin nach Motorwechsel ebenso vom Ende des Feldes starten wie George Russell vom anderen Kundenteam Williams. Die beiden Trainings am Freitag beendet Vettel auf den Plätzen 14 und 15.
Landsmann Mick Schumacher kann sich indes wie Siebenfach-Weltmeister Hamilton fühlen: Denn auch er wird von einem Red-Bull-Piloten am Funk beschimpft, nachdem der Deutsche bereits in der ersten Session Sergio Perez im Rückspiegel übersieht und leicht mit dem Mexikaner kollidiert. Die beiden Streithähne werden anschließend zu den Stewards zitiert, Konsequenzen gibt es aber keine. Nach Platz 19 im ersten Training steigert sich Schumacher in der zweiten Session und beendet diese als 17. vor beiden Williams.

Formel 1 Grand Prix der USA
2. Freies Training:

1. Sergio Perez (Mexiko) – Red Bull 1:34,946 Min.
2. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren +0,257 Sek.
3. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes +0,364
4. Valtteri Bottas (Finnland) – Mercedes +0,414
5. Daniel Ricciardo (Australien) – McLaren +0,511
6. Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin +0,615
7. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari +0,626
8. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull +0,878
9. Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Ferrari +0,973
10. Antonio Giovinazzi (Italien) – Alfa Romeo +1,192
11. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine +1,212
12. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpha Tauri +1,296
13. Fernando Alonso (Spanien) – Alpine +1,430
14. Kimi Räikkönen (Finnland) – Alfa Romeo +1,612
15. Sebastian Vettel (Heppenheim) – Aston Martin +1,772
16. Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri +2,037
17. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) – Haas +2,095
18. Nicholas Latifi (Kanada) – Williams +2,308
19. George Russell (Großbritannien) – Williams +2,544
20. Nikita Masepin (Russland) – Haas +3,080

Formel 1 Grand Prix der USA
1. Freies Training:

1. Valtteri Bottas (Finnland) – Mercedes 1:34,874 Min.
2. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes +0,045 Sek.
3. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull +0,932
4. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari +1,460
5. Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Ferrari +1,634
6. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpha Tauri +1,737
7. Sergio Perez (Mexiko) – Red Bull +1,924
8. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren +1,981
9. Antonio Giovinazzi (Italien) – Alfa Romeo +2,000
10. Kimi Räikkönen (Finnland) – Alfa Romeo +2,001
11. George Russell (Großbritannien) – Williams +2,092
12. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine +2,096
13. Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin +2,098
14. Sebastian Vettel (Heppenheim) – Aston Martin +2,108
15. Fernando Alonso (Spanien) – Alpine +2,194
16. Daniel Ricciardo (Australien) – McLaren +2,584
17. Nicholas Latifi (Kanada) – Williams +2,589
18. Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri +3,080
19. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) – Haas +3,992
20. Nikita Masepin (Russland) – Haas +7,365

Fahrer-Wertung
Stand nach 16 von 22 Rennen

1. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull 262,5 Pkt.
2. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes 256,5
3. Valtteri Bottas (Finnland) – Mercedes 177,0
4. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren 145,0
5. Sergio Perez (Mexiko) – Red Bull 132,0
6. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari 119,0
7. Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Ferrari 116,5
8. Daniel Ricciardo (Australien) – McLaren 95,0
9. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpha Tauri 74,0
10. Fernando Alonso (Spanien) – Alpine 58,0
11. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine 46,0
12. Sebastian Vettel (Heppenheim) – Aston Martin 35,0
13. Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin 26,0
14. Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri 18,0
15. George Russell (Großbritannien) – Williams 16,0
16. Nicholas Latifi (Kanada) – Williams 7,0
17. Kimi Räikkönen (Finnland) – Alfa Romeo 6,0
18. Antonio Giovinazzi (Italien) – Alfa Romeo 1,0
19. Mick Schumacher (Deutschland) – Haas 0
20. Nikita Mazepin (Russland) – Haas 0

Konstrukteurs-Wertung
Stand nach 16 von 22 Rennen

1. Mercedes 433,5 Pkt.
2. Red Bull 394,5
3. McLaren 240,0
4. Ferrari 235,5
5. Alpine 104,0
6. Alpha Tauri 92,0
7. Aston Martin 61,0
8. Williams 23,0
9. Alfa Romeo 7,0
10. Haas 0
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Von

Frederik Hackbarth