Dominanter Auftakt für Lewis Hamilton in Istanbul: Der WM-Spitzenreiter und Vorjahressieger erzielt in beiden Freitagstrainings zum Türkei GP die Bestzeit. Nach seiner schnellsten Runde am Vormittag, lässt der Brite im Mercedes auch in der zweiten Session die Konkurrenz hinter sich, verweist Ferrari-Pilot Charles Leclerc und Teamkollege Valtteri Bottas auf die Plätze. WM-Rivale Max Verstappen wird noch hinter Sergio Perez im zweiten Red Bull nur Fünfter, mit 0,635 Sekunden Rückstand auf die Spitze.
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Von der Pole startet Hamilton aber auf kein Fall ins Rennen, denn Mercedes hat beim Weltmeister einen neuen Verbrennungsmotor eingebaut, in der Startaufstellung muss er zehn Plätze nach hinten. "Am Sonntag liegt viel Arbeit vor mir, deswegen müssen wir schauen, dass wir das Beste aus dem Auto rausquetschen. Unser Longrun war schon mal sehr konstant", sagt Hamilton. Rein auf die Rennabstimmung will er sich trotzdem nicht konzentrieren. "Ich muss morgen auf Pole fahren, um den Schaden zu minimieren", erklärt der Brite. Immerhin mit der Balance seines W12 ist er happy: "Das Auto ist schon fast so, wie ich es haben will."
Ganz anders sieht das am Freitag bei WM-Kontrahent Verstappen aus. Der Niederländer beklagt im Training mehrfach extremes Untersteuern, berichtet danach: "Heute war nicht der beste Tag. Jetzt haben wir einen langen Abend vor uns und müssen über Nacht schauen, was wir machen können. Ich hoffe wir verbessern uns, sonst sieht es nicht so gut aus." Die Rückversetzung für Hamilton interessiert Verstappen erst einmal nicht. "Wir konzentrieren uns auf uns", kommentiert er.
Keine gute Balance: Verstappen hat noch Probleme
Red-Bull-Teamchef Christian Horner schielt indes sehr wohl auf die Konkurrenz: "Wir haben erwartet, dass Mercedes auf dieser Strecke sehr stark ist. Jetzt müssen wir versuchen, von der Strafe zu profitieren." Dass die Silberpfeile für die Motorstrafe, so wie Verstappen zuletzt in Sotschi, freiwillig den Istanbul Park ausgesucht haben, glaubt Horner nicht: "Soweit wir wissen ist der Wechsel eher notwendig als gewählt. Lewis hat nur den Verbrenner getauscht. Dadurch ist seine Strafe zwar kleiner, dafür aber die Belastung auf den anderen Komponenten höher."
Zu Verstappens Problemen sagt Horner: "Wir hatten heute ein bisschen ein Durcheinander bei der Balance. Der Kurs hat viel mehr Grip als noch letztes Jahr. Mit Max ist es uns heute nicht gelungen beim Setup ins richtige Fenster zu kommen. Wir wissen aber, dass wir ein gutes Auto haben." Ein wichtiger Indikator dafür ist laut Horner auch Teamkollege Perez: "Checo hatte einen guten Tag, das hilft uns als Team auch."
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Obwohl die offiziellen Hochrechnungen der Formel 1 Verstappen auf den Longruns eine halbe Sekunde und über eine schnelle Quali-Runde sogar eine satte Sekunde hinter Hamilton sehen, warnt Ex-F1-Pilot und Sky-Experte Anthony Davidson davor, Red Bull abzuschreiben. "Wir kennen die Spritmengen nicht. Außerdem weiß auch Red Bull, dass Mercedes die Strafe bekommt. Sie haben sich heute bestimmt schon mehr auf die Rennabstimmung fokussiert, Max' Zeiten müssen also nicht ihre echte Pace reflektieren", so Davidson.
Zum Zünglein an der Waage kann im Rennen auch Ferrari werden. Die Scuderia zeigt am Freitag starke Pace. Nach Platz drei in der ersten Session, ist Charles Leclerc im zweiten Training sogar auf anderthalb Zehntel an Hamilton dran. Der Mercedes-Star warnt mit Blick auf seine angepeilte Aufholjagd am Sonntag: "Es dürfte hart werden, sie zu überholen." Immerhin muss der WM-Leader dann nur am roten Renner von Leclerc vobei: dessen Teamkollege Carlos Sainz wechselt wie Hamilton ebenfalls den Motor, allerdings sämtliche Komponenten, muss als Letzter losfahren.
Vettel droht wie Hamilton und Sainz Rückversetzung
Zusammen mit dem Spanier könnten am Sonntag auch die Aston Martin von Sebastian Vettel und Lance Stroll ganz am Ende der Startaufstellung stehen. Das britische Team zieht am Freitag ebenfalls einen Motorwechsel in Erwägung, die offizielle Bestätigung steht aber noch aus. Das zweite Training beendet Vettel nur auf der 16. Position. Landsmann Mick Schumacher wird im Haas 19. und Vorletzter - langsamer ist einmal mehr lediglich Teamkollege Nikita Mazepin.

Ergebnis - Türkei GP 2021, 2. Freies Training:

1. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes 1:23,804 Min.
2. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari +0,166 Sek.
3. Valtteri Bottas (Finnland) – Mercedes +0,410
4. Sergio Perez (Mexiko) – Red Bull +0,569
5. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull +0,635
6. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren +0,721
7. Fernando Alonso (Spanien) – Alpine +0,856
8. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine +0,868
9. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpha Tauri +0,952
10. Antonio Giovinazzi (Italien) – Alfa Romeo +0,992
11. Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri +1,078
12. Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Ferrari +1,099
13. Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin +1,216
14. Daniel Ricciardo (Australien) – McLaren +1,256
15. Kimi Räikkönen (Finnland) – Alfa Romeo +1,339
16. Sebastian Vettel (Heppenheim) – Aston Martin +1,425
17. Nicholas Latifi (Kanada) – Williams +1,503
18. George Russell (Großbritannien) – Williams +1,554
19. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) – Haas +1,676
20. Nikita Masepin (Russland) – Haas +1,894

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Von

Frederik Hackbarth