Schockmoment für die Formel 1 beim Saudi-Arabien GP: Während des ersten Freien Trainings am Freitag kommt es nur 22 Kilometer entfernt von der Strecke in Jeddah zu einem Drohnenanschlag der jemenitischen Huthi-Rebellen auf eine Anlage des staatlichen Mineralölkonzerns und F1-Sponsors Aramco (mehr Infos hier).
Der Start der zweiten Trainingssitzung wird daher um 15 Minuten verschoben, da sich die Fahrer und Teamchefs kurzfristig zu einem Meeting mit den Organisatoren zusammenfinden. Von offizieller Seite heißt es danach: "Die Veranstalter sind sich der Situation bewusst und stehen in ständigem Kontakt mit den saudischen Behörden, um die Sicherheit zu gewährleisten." Später am Abend soll ein weiteres Meeting stattfinden.
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Als schließlich gefahren wird, setzt sich das Bild vom ersten Rennen und der ersten Trainingssitzung in Jeddah fort: Mit Ferrari-Star Charles Leclerc an der Spitze. Wie schon am Nachmittag (Ortszeit), hat der Monegasse auch unter Flutlicht die Nase mehr als ein Zehntel vor Max Verstappen: 0,140 Sekunden ist Leclerc am Ende schneller als der Weltmeister, vor allem im ersten Sektor holt Ferrari seine Zeit, die Sektoren zwei und drei gehören dann dem Red Bull.
Anders als bei seinem fehlerlosen Auftaktsieg in Bahrain, zeigt Leclerc am Freitag aber Nerven: Bei einem Mauerkontakt in Kurve vier macht sich der WM-Spitzenreiter vorne links die Aufhängung kaputt, seine Session endet damit vorzeitig an der Box und ihm fehlen die wichtigen Longrun-Simulationen fürs Rennen. Verstappen bringt unterdessen wegen gelber Flaggen seine schnellste Runde nicht über die Linie, seine persönliche Bestzeit erzielt er auf deshalb auf den langsameren Medium-Reifen.
Schnell unterwegs: Max Verstappen will in Jeddah zurückschlagen
Für Ex-Weltmeister Jenson Button macht der Red Bull auf dem Highspeed-Kurs trotz der beiden Leclerc-Bestzeiten den besten Eindruck: "Der Red Bull liegt nochmal etwas anders auf der Straße als der Rest, scheinbar können sie etwas tiefer fahrer und auch die Richtungswechsel sehen bei ihnen besser aus", urteilt Button nach seinen Eindrücken an der Strecke. Dass Verstappen noch deutlich Luft nach oben hat, zeigt auch der Umstand, dass Teamkollege Sergio Perez im letzten Sektor am Freitag noxh schneller ist als der Weltmeister.
Für Sorgenfalten bei Red Bull sorgt indes der Honda-Motor: Nach Pierre Gaslys Feuer-Aus in Bahrain geht auch beim AlphaTauri von Yuki Tsunoda mit Trainingsende die Power-Unit kaputt. Verstappen bleibt trotzdem cool: "Das Team hat alles durchgeschaut und ich bin zuversichtlich, dass wir die Zuverlässigkeitsprobleme überwunden haben. Wir hatten ja auch bei den Tests null Schwierigkeiten", sagt er mit Blick auf Red Bulls Doppel-Aus beim Auftakt, das jedoch auf ein Defekt in der Benzinzufuhr zurückzuführen war.
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Mercedes präsentiert sich auch in Saudi-Arabien erstmal als dritte Kraft: Noch hinter Carlos Sainz und Sergio Perez wird Silberpfeil-Superstar Lewis Hamilton mit mehr als vier Zehnteln Rückstand Fünfter, direkt vor Teamkollege George Russell. Wirklich wohl fühlt sich Hamilton im W13 nach wie vor nicht: Zu Beginn der Session verbringt der Brite längere Zeit an der Box, damit die Mechaniker seinen Sitz wechseln.
Einen leichten Aufwärtstrend verzeichnet unterdessen McLaren: Nach dem Vollabsturz beim Auftakt in Bahrain beendet Lando Norris die Session diesmal immerhin als Siebter. Weiter geht die Misere indes bei Aston Martin. Nico Hülkenberg, der auch in Jeddah wieder den Corona-positiven Sebastian Vettel vertritt, kommt unter Flutlicht nicht über Rang 16 hinaus, zwei Zehntel hinter Stallgefährte Lance Stroll.
Nico Hülkenberg sitzt wieder in Sebastian Vettels Aston Martin
Besser läuft es für Landsmann Mick Schumacher, der seinen Haas auf die 13. Position steuert, eine Sekunde hinter der Spitze. "Wir konnten heute gute Dinge lernen. Ich denke, insgesamt wissen wir, was für ein Paket haben und es liegt nun an uns, alles zusammenzubringen", sagt Schumacher und fügt an: "Unglücklich war es natürlich, dass heute nicht beide Autos fahren konnten."
Denn Teamkollege Kevin Magnussen erlebt nach seinem Traumcomeback zuletzt in Bahrain am Freitag einen Tag zum Vergessen. Im ersten Training kommt der Däne mit technischen Problemen gar nicht zum Fahren und auch in der zweiten Session nicht weit: Nach nur 30 Minuten rollt er mit einem Hydraulikproblem an seinem fragilen Haas am Streckenrand aus.

Formel 1 Grand Prix von Saudi-Arabien
2. Freies Training, Ergebnis

1. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari 1:30,074 Min.
2. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull +0,140 Sek.
3. Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Ferrari +0,246
4. Sergio Perez (Mexiko) – Red Bull +0,286
5. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes +0,439
6. George Russell (Großbritannien) – Mercedes +0,590
7. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren +0,661
8. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine +0,686
9. Valtteri Bottas (Finnland) – Alfa Romeo +0,758
10. Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri +0,812
11. Fernando Alonso (Spanien) – Alpine +0,870
12. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpha Tauri +0,889
13. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) – Haas +1,095
14. Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin +1,298
15. Daniel Ricciardo (Australien) – McLaren +1,453
16. Nico Hülkenberg (Emmerich) – Aston Martin +1,541
17. Zhou Guanyu (China) – Alfa Romeo +1,541
18. Nicholas Latifi (Kanada) – Williams +1,740
19. Alexander Albon (Thailand) – Williams +1,792
20. Kevin Magnussen (Dänemark) – Haas +2,270

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Von

Frederik Hackbarth