Die Formel 1 darf sich auch beim letzten Rennen vor der Sommerpause auf einen engen Schlagabtausch zwischen Red Bull und Mercedes freuen. Nach Max Verstappens Bestzeit im ersten Training, schlagen die Schwarzpfeile bei deutlich höheren Temperaturen im Glutofen von Budapest am Nachmittag zurück: Valtteri Bottas dreht die schnellste Runde, liegt mit seiner Zeit von 1:17.012 Minuten nur 27 Tausendstel vor Teamkollege Lewis Hamilton.
"Die Reifen schmelzen da draußen, es ist sehr hart die Balance zu treffen", erklärt der siebenfache Weltmeister. Hamilton: "Ansonsten war es aber eine normale Session für uns und ein guter Start. Vom Grip her fühlt es sich zwar nicht toll an, wir sind viel am Rutschen, aber alle sitzen im gleichen Boot. Umso schöner, dass Valtteri und ich von der Pace her vorne stehen."
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Verstappen muss sich bei den Qualifying-Simulationen mit drei Zehnteln Rückstand und Rang drei begnügen. Der Niederländer beklagt Über- und Untersteuern, motzt am Funk: "Immer wenn ich einlenke, verliere ich das Heck. Ich weiß nicht, was das ist. Irgendetwas fühlt sich komplett gebrochen an." Nach dem Training gibt er sich trotzdem entspannt: "Es war jetzt nichts Schockierendes heute. Die Lücke ist auch nicht so groß, dass man sie nicht schließen könnte. Es war nur einfach kein leichter Tag mit dieser Hitze."
Max Verstappen ist den Mercedes auf den Fersen
Ex-F1-Pilot und Sky-Experte Karun Chandhok analysiert: "Red Bull sah nie so geschmeidig aus wie noch in der Früh, sie fühlen sich nicht ganz so wohl. Parallel hat Mercedes die Latte höher gelegt." Der Inder fühlt mit Verstappen: "Als Fahrer ist es sehr nervig, wenn du so ein Ungleichgewicht zwischen Vorder- und Hinterachse spürst. Sobald du etwas veränderst, um das eine unter Kontrolle zu bringen, ist das andere dafür schlechter."
Red-Bull-Teamchef Christian Horner erklärt nach dem Training: "Wir müssen noch bisschen was finden. Die Fahrer sind nicht happy mit der Balance. Aber wir haben fast 60 Grad Streckentemperatur, das hat natürlich einen großen Effekt auf das Reifenverhalten." Für den Samstag und Sonntag löst sich dieses Problem unter Umständen aber von selbst: Dann sind Gewitter und Regenfälle auf dem Hungaroring möglich.
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Die große Überraschung am Freitag sind die schnellen Alpine: Esteban Ocon wird noch vor Sergio Perez im zweiten Red Bull Vierter, Teamkollege Fernando Alonso sortiert sich hinter Pierre Gasly (AlphaTauri) als Siebter ein. Sebastian Vettel steigert sich im zweiten Training, wird mit 1,2 Sekunden Rückstand Achter und liegt damit auch zwei Plätze vor Stallgefährte Lance Stroll. "Es war okay, wir hatten einen sauberen Tag und keine Probleme. Wenn wir uns morgen da qualifizieren, wo wir heute stehen, wären wir schon in einer guten Position. Aber wir wollen mehr, vielleicht finden wir über Nacht noch etwas", so Vettel.
Enttäuschend verläuft die Sitzung indes für Ferrari, beide Piloten schaffen es nicht in die Top-10. Fast die komplette Session verpasst AlphaTauri-Pilot Yuki Tsunoda. Nach seinem Crash im ersten Training muss das Team sein Getriebe wechseln. Nach Abflügen in den Qualifyings von Imola, Baku und Le Castellet ist es bereits die vierte rote Flagge durch den schnellen aber fehleranfälligen Japaner in dieser Saison.
Am Ende wird Tsunoda mit nur einer gezeiteten Runde 17. und landet damit direkt vor Mick Schumacher. Der Haas-Rookie wird auf Position 18 abgewunken, ist dabei satte zwei Sekunden schneller als Stallgefährte Nikita Mazepin. Der Russe ist allerdings der einzige Fahrer im Feld, der seine schnellste Runde auf dem deutlich langsameren Medium-Reifen dreht.

Ergebnis, 2. Freies Training zum Ungarn GP, 30.7.2021:

1. Valtteri Bottas (Finnland) - Mercedes 1:17,012 Min.
2. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes +0,027 Sek.
3. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull +0,298
4. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine +0,747
5. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +0,812
6. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpha Tauri +1,101
7. Fernando Alonso (Spanien) - Alpine +1,157
8. Sebastian Vettel (Heppenheim) - Aston Martin +1,216
9. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +1,301
10. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin +1,308
11. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari +1,358
12. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +1,429
13. Daniel Ricciardo (Australien) - McLaren +1,725
14. Kimi Räikkönen (Finnland) - Alfa Romeo +2,265
15. George Russell (Großbritannien) - Williams +2,280
16. Nicholas Latifi (Kanada) - Williams +2,467
17. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri +2,659
18. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) - Haas +2,805
19. Antonio Giovinazzi (Italien) - Alfa Romeo +3,174
20. Nikita Masepin (Russland) - Haas +4,869

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Von

Frederik Hackbarth