Formel E: Die ersten Bilder vom "Gen2 Auto"

Formel E: Transfermarkt

Großes Stühlerücken mit neuem Auto?

In der Formel E beginnt allmählich die heiße Phase auf dem Transfermarkt. Weil neue Autos und neue Hersteller kommen, könnte es viele personelle Veränderungen geben.
Im Dezember diesen Jahres startet in der Formel E eine neue Ära. Mit neuen Teams, neuen Autos und neuen Fahrern. Das hat Auswirkungen auf dem Transfermarkt. Bereits jetzt deuten sich viele Fahrerwechsel an.
Zunächst müssen die Serienmacher entscheiden, wie viele Teams in der Saison 2018/2019 überhaupt dabei sind. Derzeit gehen zehn Mannschaften an den Start. Weil der Fahrzeugwechsel mit den neuen Autos künftig wegfällt, sind bis zu zwölf Teams erlaubt. „Mehr geht nicht, weil das die Verträge mit den einzelnen Teams nicht erlauben“, erklärt Formel-E-Serienchef Alejandro Agag gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT. Das Interesse an der Formel E ist riesig. Teams wie Zakspeed oder Brabham sind sogar schon abgeblitzt.
Und doch ist es denkbar, dass in der kommenden Saison noch gar keine zwölf Teams dabei sind. „Es können zwölf sein, aber auch weniger. Wir erwarten aber mehr als zehn“, heißt es aus Formel-E-Kreisen auf ABMS-Nachfrage. Hintergrund: Mercedes und Porsche sind für 2019/2010 als neue Hersteller bestätigt. Während Mercedes schon in der kommenden Saison das HWA-Kundenteam an den Start bringen will, kommt Porsche wohl erst 2019/2020 mit einem eigenen Team. Weil ein bestehender Rennstall weichen müsste, wenn das Feld schon 2018/2019 aufgefüllt werden würde, ist es durchaus denkbar, dass in kommende Saison nur elf Teams zugelassen werden und der Porsche-Platz für ein Jahr vakant bleibt.
Das Fahrerfeld umfasst 2018/2019 also vermutlich 22 Fahrer. Und viele Piloten drängen mit den Herstellern in die Elektro-Formel. In Rom war zum Beispiel Ex-Formel-1-Pilot Felipe Massa dabei. Zu ABMS sagt er: „Ich bin hier, um Kontakte zu knüpfen. Ich würde gern hier mitfahren, aber zuerst brauch ich ein Cockpit. Noch gibt es nichts Spruchreifes.“
DS Techeetah
Das chinesische Renault-Kundenteam wird aller Voraussicht ab kommender Saison Werksteam von DS aus dem französischen PSA-Konzern. Denkbar, dass mit DS auch Rom-Sieger Sam Bird zu Techeetah wechselt. Techeetah-Teamchef Mark Preston ist aber auch mit den aktuellen Piloten Jean-Eric Vergne und André Lotter zufrieden.
Virgin-Audi 
Virgin verliert den Werksstatus von DS, wird wahrscheinlich auf Audi-Kundenmotoren wechseln. Damit ist denkbar, dass Audi Fahrer aus dem eigenen Kader bei Virgin platzieren wird. Zum Beispiel Nyck de Vries. Den Niederländer zieht es derzeit aber noch immer in die Formel 1. Klappt der Sprung in die Königsklasse 2019 aber nicht, könnte die Formel E eine ernsthafte Option für den Niederländer werden. Bisher hat er Angebote etwa von Venturi noch abgelehnt.

Nick Heidfeld fährt um seine Zukunft in der Formel E

Mahindra

Mit Felix Rosenqvist ist Mahindra mehr als zufrieden. Wenn Mercedes den Schweden nicht weglockt, dürfte nichts gegen eine Vertragsverlängerung sprechen. Nick Heidfeld fährt dagegen um seine Zukunft, braucht in den nächsten Rennen gute Resultate für einen weiteren Verbleib.

Audi Sport Abt Schaeffler
Lucas di Grassi hat einen Vertrag bis 2020, Daniel Abt fährt eine starke Saison bisher und dürfte damit ebenfalls an Bord bleiben.
Jaguar
Felipe Massa drängt in die Formel E, hat auch schon für die Raublatzen getestet. Aber Jaguar hat mit dem ersten Formel-E-Meister der Geschichte, Nelson Piquet jr., sowie dem jungen schnellen Mitch Evans ein starkes Fahrerduo.
Nissan e.dams 
Nissan übernimmt das Formel-E-Projekt von Renault. Das könnte auch Auswirkungen auf die Fahrerpaarung haben. Nicolas Prost und Sébastien Buemi haben eigentlich Verträge für die kommende Saison. Prosts Leistungen sind aber schwach – und Buemi hat auch einen Kontrakt mit Nissan-Konkurrent Toyota in der Sportwagen-Weltmeisterschaft. „Ich sehe da aber kein Problem. Mein Vertrag läuft mit e.dams, nicht mit Nissan“, sagt Buemi zu ABMS. Noch ist aber nicht offiziell bestätigt, dass e.dams Einsatzteam der Japaner bleibt. Dazu soll es erst nach der Saison Entscheidungen geben. Prosts Cockpit dürfte aber auf jeden Fall frei werden. Etwa für Nissan-Pilot Jann Mardenborough.
Venturi
Derzeit fährt das monegassische Team mit Maro Engel und Edoardo Mortara, also zwei Mercedes-Piloten. Beide könnten kommende Saison aber zu HWA übersiedeln. Tom Dillmann gilt als heißer Nachfolger einer der beiden Piloten. Weil die Zusammenarbeit mit Mercedes bestehen bleibt, sind aber auch Fahrer aus der DTM wie Lucas Auer und Gary Paffett denkbare Alternativen.
Nio
Bei Nio beginnt der Umbruch schon beim kommenden Lauf in Paris. Dann ersetzt der Chinese Ma Qing-Hua den bisher wenig überzeugenden Luca Filippi beim chinesischen Start-up. Ma fuhr 2016 und 2017 für Aguri und Techeetah schon sieben Rennen. Oliver Turvey dürfte an Bord bleiben.
Dragon
Ford erwägt derzeit einen Einstieg in die Formel E. Dragon kommt als Partner in Frage. Sollte der Deal zustande kommen, dürften Fahrer aus dem Ford-Werksprogramm als Fahrer in Frage kommen. Das Problem: Die meisten davon sind schon Ende 30 oder über 40. Ein möglicher Fahrer, der auch schon Formel-E-Tests absolvierte, ist Harry Tricknell. Mit Jérôme D’Ambrosio und José María López hat Dragon derzeit aber auch ein starkes Fahrerduo.
BMW Andretti 
Ab kommender Saison ist BMW eine offizielle Werksmannschaft. Einsatzteam bleibt Andretti. Schon jetzt sitzen mit Antonio Felix da Costa und Tom Blomqvist zwei BMW-Piloten am Steuer. Bei den Testfahrten mit dem Gen2-Auto in dieser Woche fährt aber auch wieder Bruno Spengler, der einen Wechsel in die Formel E in Erwägung zieht.
HWA
Das HWA-Team wird Kundenmotoren von Venturi einsetzen. Als Fahrer sind Maro Engel, Edoardo Mortara, Gary Paffett, Lucas Auer und diverse andere aus dem aktuellen Mercedes-DTM-Kader denkbar.

Formel E: Die ersten Bilder vom "Gen2 Auto"

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-alliance

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