Freelander 8: Kult-SUV ist zurück
Der Freelander feiert ein Comeback aus China

Jetzt recyceln Maos Erben das nächste Kultmodell aus dem Vereinigten Königreich. Nach MG und irgendwie auch zumindest dem elektrischen Mini ist nun der Land Rover Freelander dran.
Bild: Hersteller
Als Land Rover vor 30 Jahren den ersten Freelander auf den Weg brachte, war er es, der die Marke für die Mehrheit öffnete und in den Alltag brachte. Der Defender war ein rustikales Raubein für echte Kerle, der Range Rover schon damals teuer und elitär und der Discovery eigentlich zwei Nummern zu groß.
Das neue Einstiegsmodell setzte schon auf SUV, als noch kaum jemand etwas mit einem Sport Utility Vehicle anfangen konnte.
Doch nach knapp 20 Jahren und mehr als einer Million produzierten Autos aus zwei Generationen hatte der einstige "junge Wilde" seine Schuldigkeit getan – und musste dem glücklosen Discovery Sport Platz machen.

Der Freelander 8 ist mit über fünf Metern Länge deutlich größer als seine Vorgänger.
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Und heute sortiert sich nicht nur Jaguar neu, sondern auch Land Rover krempelt das Portfolio um, konzentriert sich auf den luxuriösen Range Rover sowie den zur Design-Ikone aufgestiegenen Defender und schleppt den Discovery irgendwie noch mit durch. Für den Freelander war allerdings schon 2014 kein Platz mehr.
Comeback mit chinesischer Hilfe
Macht nichts, es gibt ja einen Partner in China. Der heißt Chery und hat für die Briten bislang den Evoque gebaut. Jetzt nehmen sie sich des Freelanders an und machen daraus gleich eine eigene Marke. Allerdings nicht nur für China, sondern im Schlepptau von Omoda, Jaecoo, Exlantis und all den anderen Chery-Töchtern soll daraus weltweit eine neue Marke für vornehme und elektrifizierte oder am besten gleich vollelektrische Geländewagen entstehen.

Mit Unterstützung von Chery kehrt der Freelander als eigenständige Marke zurück und startet zunächst in China.
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Los geht es in diesem Herbst in der neuen Heimat hinter der Großen Mauer, danach folgt die Golfregion und später auch Europa.
Freelander 8 wächst deutlich
Mittelfristig soll es dabei ein halbes Dutzend Modelle geben, aber den Anfang macht ein Fahrzeug, das am ganz anderen Ende des ursprünglichen Freelanders positioniert ist. Freelander 8 soll er heißen und mit 5,12 Metern Länge sowie bis zu drei Sitzreihen oder zwei gewaltigen Captain Chairs in der Mitte auftrumpfen.
Trotzdem kann man ihn auf Anhieb als Freelander erkennen. Schließlich wurde das neue Modell von genau jenem Phil Simmons gezeichnet, der schon am ersten Freelander mitgearbeitet und beim Range Rover Velar den Stift geführt hat.

Geplant sind Plug-in-Hybrid Range Extender und eine vollelektrische Version.
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Auch diesmal gibt es wieder die ineinander verschachtelten Scheinwerfer, die wie eine Muschel aufgesetzte Motorhaube und das dreieckig geschnittene Fenster zum Kofferraum, das zur Signatur der Marke wird und sich bis hin zum Logo und den LED-Leuchten durchzieht. Und wer es noch immer nicht glauben mag, kann es wie früher in riesigen Lettern am Bug und am Heck nachlesen – nur dass dort jetzt Freelander statt Land Rover steht.
Innenraum wird Hightech-Lounge
Außen mag der Achter nach Good Old England aussehen, doch im Innenraum gibt China den Ton an. Ein Bildschirm über die gesamte Cockpitbreite, Loungesessel mit integrierter Beinauflage und Zero-Gravity-Technik machen den Freelander beinahe zum modernen Raumgleiter. Und natürlich kann er nahezu autonom fahren und erreicht locker Level 2++.
Drei Antriebe geplant
Beim Antrieb will Freelander dreigleisig fahren und sowohl einen Plug-in-Hybriden als auch einen Range Extender und eine vollelektrische Version anbieten. Für Europa ist zunächst allerdings nur der Plug-in-Hybrid mit rund 120 Kilometern elektrischer Reichweite vorgesehen.
Offroad-Gene bleiben erhalten
Das ist für Land Rover ein neues Spektrum. Gleichzeitig soll der Freelander in anderer Hinsicht zu seinen Wurzeln zurückfinden. Zwar gibt es noch keine konkreten Angaben zu Leistung oder Reichweite, doch von neun unterschiedlichen Offroad-Fahrprogrammen, einer Differenzialsperre an der Hinterachse und einem virtuellen Differenzial im Zentrum ist bereits die Rede, um den Abenteuergeist zu wecken.
Ein wenig Offroad-Technik wird er auch brauchen können. Denn nachdem sich Land Rover – vom Defender einmal abgesehen – mit seiner eigenen Modellpalette in Europa bereits schwertut, dürfte der Weg für den China-Freelander alles andere als einfach werden.
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