Genf Hits: A4 Avant und Konkurrenten
Kombis nach Maß

Gutes Aussehen ist nicht alles. Zumindest bei diesen drei Premiumkombis. Die müssen mehr auf ihre Linie als aufs Ladevolumen achten. Ganz neu dabei: der Audi A4 Avant. Ein erster Vergleich mit seinen feinen Feinden.
- Margret Hucko
Ellenbogen sind gefragt, um $(LB439284:den neuen Audi A4 Avant)$ in den Markt zu drücken. Wolfram Bauer weiß, wie so was funktioniert. Er ist Produktmanager des neuen Avant. Ein echter Ellenbogen-Typ: ausholen, wegboxen – und schon rollt sich die Gepäckabdeckung des Avant zusammen. Mensch, Herr Bauer, eine Lektion wie aus dem Lehrbuch! So funktioniert perfektes Marketing. Taten statt Worte. Die klingen sonst nämlich immer ein wenig nach Baumarktbroschüre: "Gepäckraumabdeckung mit Komfortöffnung". Ja, das schreiben die von Mercedes und BMW auch in ihre Serienausstattungsliste für C-Klasse T-Modell und 3er-Touring. Wolfram Bauers Ellenbogentrick schindet mehr Eindruck. Ende April werden alle Audi-Verkäufer Wolfram Bauer nacheifern und Ellenbogen zeigen, wenn der A4 Avant endlich in den Schaufenstern steht. Ausholen, wegboxen – und wenn es gut läuft, setzt sich der Avant gegen seine Premium-Konkurrenten durch: 3er-BMW Touring oder Mercedes C-Klasse T-Modell.
Großes Styling: Der Avant wächst und sieht noch besser aus

Das Kofferraumvolumen ist eher lifestylig als lasterhaft

Bild: C. Bitmann
Mit 1500 Litern besitzt das T-Modell auch das größte maximale Fassungsvermögen, eine Niveauregulierung für die Hinterachse steht ebenfalls in der Aufpreisliste. Damit ist das T-Modell noch am meisten Kombi. Die anderen beiden fallen eher in die Kategorie verlängerte Limousine mit erhöhtem Freizeitwert. Schnee-Fans erhalten gegen Aufpreis bei Audi und BMW einen Skisack, der sich wie eine Wurstpelle durch die Durchlade drückt. Mercedes-Fahrer verstauen ihre Sportgeräte auf dem Dach. Da hilft die Reling weiter. In Serie ist sie bei Mercedes schwarz, bei BMW nur gegen 230 Euro erhältlich. Audi gestaltete den praktischen Aufsatz als Schmuckstück. Wie beim A6 Avant liegt er nun auf dem Dach auf und steht nicht mehr frei. Was den Wunsch nimmt, den Wagen umzudrehen, um mit ihm Schlitten zu fahren. Auch eine Form von Antrieb, lieber aber einen der Direkteinspritzer aus der Audi-Motorenpalette wählen.

Bild: C. Bitmann
Fazit von Margret Hucko
Mit diesem Kombi ist Audi ganz weit vorn: eben Avant (Französisch für vorn). Zwar nicht, was das Ladevolumen angeht, ganz sicher aber bei der Linienführung. Jeder Strich ist zu Ende gedacht, nirgends scheint Audi gespart zu haben. Der schönste Mittelklasse-Kombi in meinen Augen heißt wieder Avant – und nicht Touring oder T-Modell.
Service-Links