Pünktlich zum 50. Geburtstag des Civic legt Honda die Sportvariante Type R neu auf. Der kompakte Japaner baut auf der Silhouette des erst kürzlich vorgestellten Civic e:HEV auf, steht aber satter und tiefer da als sein braver Bruder.
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Unter der Haube schlägt das Herz des Vorgängers. Etwas modifiziert, soll der VTEC-Turbo-Vierzylinder noch mehr Leistung bekommen als zuvor. Anfang 2023 soll der Kompaktsportler in Europa auf die Straßen rollen, der Basispreis dürfte sich in der 40.000-Euro-Region bewegen.
Honda Civic Type R
Es bleibt beim großen Heckspoiler, der jetzt aber mehr an den Motorsport erinnert. Ebenfalls wie beim Vorgänger: drei mittig platzierte Endrohre.

Optik: fünf verschiedene Lackierungen für den Civic Type R

Los geht's mit dem Design. An der Front fällt neben den neuen, schmaleren Scheinwerfern der vergrößerte mittige Lufteinlass auf. Die Motorhaube ist etwas dezenter gehalten als noch beim Vorgänger; über eine Entlüftungsöffnung soll die warme Luft vom Motor abziehen.
Honda Civic Type R
Der große Heckflügel darf beim Civic Type R natürlich nicht fehlen – er sorgt für noch mehr Abtrieb.

Weitere Design-Elemente sind die großen Luftauslässe hinter den Vorderrädern, die der Aerodynamik zugutekommen, sowie ein großer Heckdiffusor. Wie gewohnt sind die Seitenscheiben ab der B-Säule dunkler gehalten. Der Type R wird in fünf Farben zur Verfügung stehen: "Championship White", "Rallye Red", "Racing Blue", "Crystal Black" und "Sonic Grey Pearl".

Nächster Civic Type R wieder mit drei Endrohren

Auch der neue Sport-Civic kommt mit einem großen Heckflügel – der ist jetzt aber etwas filigraner und flacher gestaltet. Ein anderes wichtiges Kennzeichen des Vorgängers wird ebenfalls übernommen: die mittig platzierten Endrohre. Bislang war das mittlere der drei Endrohre allerdings kleiner als die beiden anderen; jetzt ist es das größte in der Reihe.

Innenraum: sportliche Akzente und verbesserte Fahrmodi

Beim Blick in den Innenraum erkennt man, dass Honda grundsätzlich das Cockpit der Civic-Neuauflage mit dem horizontal gestalteten Cockpit und digitalen Instrumenten übernommen hat. Dazu bekommt es aber noch eigene Anzeigen, Sportsitze und den typischen Aluminium-Schaltknauf. Und natürlich dominieren die Farben Schwarz und Rot.
Honda Civic Type R
Der Innenraum wurde vom normalen Civic übernommen, Ausstattungsmerkmale wie rote Type-R-Zierleisten werten den Civic zusätzlich auf.
Der Leistungs-Datenlogger Honda LogR wurde überarbeitet, er schickt die gesammelten Daten in eine Smartphone-App. Der Fahrer kann so verschiedene Messwerte in Echtzeit überwachen und aufzeichnen. Auch die Fahreinstellungen wurden auf Sport getrimmt, in den Modi "Comfort", "Sport" und "+R" lassen sich sechs Parameter individuell einstellen.

Motor und Antrieb: Leak verrät die Leistungswerte

Zu den Leistungsdaten hat sich Honda offiziell bislang nicht geäußert. Aber nach einem Daten-Leak könnte der neue Type R mit seinem zwei Liter großen VTEC-Turbo-Vierzylinder 330 PS bei 6500 Umdrehungen und 420 Nm bei 2600 Umdrehungen haben. Beim Vorgänger presste das Aggregat 320 PS und 400 Nm maximales Drehmoment aus den zwei Litern Hubraum. Der 2.0-Liter-TSI-Motor des aktuellen VW Golf R hat eine Leistung von 320 PS. (Hier geht's zum Dauertest Honda Civic)

Sechsgang-Handschaltung und Frontantrieb

Mehr gute Nachrichten für Puristen: Auch die Neuauflage des Type R wird mit einer Handschaltung kommen. Das Sechsganggetriebe wurde weiterentwickelt, damit sich Fahrer und Auto noch direkter miteinander verbunden fühlen. Zur Verzögerung trägt eine optimierte Brembo-Bremsanlage bei.
Honda Civic Type R
Hinter den 19-Zoll-Leichtmetallrädern verbirgt sich eine weiterentwickelte Brembo-Bremsanlage.

Angetrieben werden auch beim neuen Civic Type R die Vorderräder, 19-Zöller rundum und maßgeschneiderte Reifen vom Typ Michelin Pilot Sport 4S sollen für eine optimale Traktion sorgen. Wie sich das Gesamtpaket auf der Straße schlägt, wird der Power-Civic später im Test beweisen müssen.

Mitfahrt: Civic Type R ist nur optisch brav (Update!)

In den Handel kommt der neue Civic Type R zwar erst im kommenden Jahr, und auch die technischen Daten bleiben noch Mangelware. AUTO BILD durfte ihn aber bereits als Renntaxi buchen, und auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. Optisch wirkt der Kompakt-Sportler erstmal brav, überall scheint der "normale" Civic e:HEV durch.
Damit es aber wieder für einen Nordschleifen-Rekord für Fronttriebler reicht, bemühen die Japaner zahlreiche Leichtbaukomponenten und eine deutlich verbesserte Aerodynamik. Der Turbolader hat ein neues, kompakteres Gehäuse und optimierte Verdichterschaufeln dürften ein Leistungsplus von 10 bis 20 PS bringen.
Honda Civic Type R
Bereits auf dem Beifahrersitz wird klar: Der Civic Type R hat große Ambitionen, schnellster Frontkratzer am Nürburgring zu werden.

Dann mal los. Vom Beifahrersitz aus fällt direkt die neue Innenraumgestaltung auf. Die schaligen Sitze fühlen sich, wie schon beim Vorgänger, auch hier leicht plüschig an – die Sitzposition ist tiefer.

Hohes Gripniveau, präzise Lenkung

Néstor Girolami, argentinischer Rennprofi und Werksfahrer für Honda, pilotiert AUTO BILD heute und beeindruckt mit einer blitzsauberen Vorstellung. Der Sound der neu gestalteten Auspuffanlage klingt sportlicher und voluminöser. Das Gripniveau scheint sehr hoch, die thermisch optimierten Bremsen beißen scharf und sehr definiert. Hier scheinen auch die neuen 19-Zöller zu helfen, vorher waren es 20 Zoll.
Die ebenfalls überarbeitete Schaltung mit der famosen Drehzahlanpassung soll noch besser funktionieren. Den tiefsten Eindruck hinterlässt aber, wie spielerisch der neue Type R beim Einlenken mit dem Heck mitarbeitet und sich optimal positionieren lässt, zumindest von Girolami. Im September darf AUTO BILD dann selbst ans Steuer!

Von

Sebastian Friemel