Hymer B-ML I 880: Wohnmobil-Test
Hymers Flaggschiff setzt auf Connectivity, vernetzt Basis mit Aufbau

Der Hymer B-ML I 880 sieht nicht nur gut aus – dank einer eigens entwickelten App-Steuerung ist er auch ziemlich schlau. Der Integrierte im Test!
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Skeptiker bezeichnen sie als Wanze in der Westentasche, doch Fakt ist: Ohne Smartphones läuft heute nichts mehr. Mal eben die Wetterlage checken, einen Stellplatz buchen oder (ja, darum ging es ursprünglich auch) zu Hause Bescheid geben, dass man wohlbehalten sein Reiseziel erreicht hat – alles per Fingertipp zu machen. Da ist es doch nur folgerichtig, dass diese praktischen Geräte auch in der Welt der Wohnmobile Heimat finden. Hymer hat deshalb eine neue App programmiert, mit der sich alle wesentlichen Funktionen eines Reisemobils steuern und überwachen lassen. Das reicht von der Bedienung der Heizung über das Ausfahren der Sat-Anlage bis hin zum Einstellen der Lichtstimmung, die gerade favorisiert wird. Auch Warnungen per Push-Benachrichtigung erfolgen, wenn beispielsweise der Kühlschrank nicht richtig geschlossen ist.
Damit nicht genug: Als erster Hersteller haben die Baden-Württemberger von ihrem Nachbarn Daimler Zugriff auf die Onboard-Daten des Mercedes Sprinter erhalten. Konkret bedeutet das, dass Reisemobilisten mit der neuen App auch prüfen können, ob ihr beräderter Begleiter genug Diesel im Tank hat oder mal zur Inspektion muss. Außerdem lassen sich individuelle Funktionsabläufe einrichten und Checklisten abarbeiten, damit beispielsweise bei der Abfahrt nicht vergessen wird, das 220-V-Kabel abzuziehen. Weitere Funktionen sollen folgen, denn nach der Hymer-Studie "Connected Mobile Home" in Zusammenarbeit mit dem Center of Automotive Management werden vernetzte (Mobilitäts-)Dienstleistungen stetig an Bedeutung gewinnen. (Alles zum Thema Connectivity im Auto)
Luxuriöses Badezimmer und separates WC im Hymer B-ML I 880

Die Winkelküche bietet richtig viel Stauraum in Auszügen und Doppelanschlag-Kühlschrank.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Weiter vorn steht die Winkelküche mit Gas-/Induktionskocher (695 Euro) sowie ordentlich Arbeitsfläche und Stauraum, auf der anderen Seite der Tec-Tower mit Kühl-Gefrier-Kombi und Backofen (690 Euro). Auf ihn folgt die zentralverriegelte Aufbautür mit schön leiser Zuziehhilfe und Keyless Go (990 Euro), neben der eine Längsbank steht. Sie ist wie die drehbaren Pilotensitze Teil der großzügigen L-Dinette. Über ihr schwebt das Hubbett, das gegen 1995 Euro elektrisch fährt und zwei praktische Auszüge für den Umbau zu Längseinzelbetten mitbringt. (Überblick: Alles zum Thema Wohnmobile)
Weitere Themen: Bluetooth-Kopfhörer im Vergleich
Die Geräuschdämmung ist im integrierten Hymer sehr gelungen

Der neun Meter lange Dreiachser fährt sich einfacher, als es wirken mag.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Fazit
Jetzt ist sie da, die schöne neue Reisemobilwelt, in der Basis und Aufbau optimal vernetzt sind! Die App funktioniert sehr gut und lässt sich so einfach bedienen wie der B-ML I. Das geht übrigens auch ganz klassisch über die Bedienpanels. Nur als Hinweis für die Skeptiker. Urteil: 4,5 von fünf Punkten.
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