IAA 2007, Teil 6
Frankfurter All(rad)stars

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Achtung, das 4x4-Virus breitet sich aus: Auf der IAA 2007 ist das Thema Allrad allgegenwärtig. Und es infiziert längst nicht mehr nur SUV und Offroader.
Vielleicht ist es diesmal nicht wieder die schiere Masse der Allrad-Neuheiten, die den 4x4-Fans auf der IAA 2005 die Augen überquellen ließen. 2007 dürfte es die technische Vielfalt sein, die fasziniert. Dass die Hersteller das Allrad-Segment keineswegs vernachlässigen, liegt schlicht am ungebrochenen Käuferinteresse an 4x4-Fahrzeugen: Und da die Motorleistungen unaufhörlich steigen, breitet sich die Allrad-Technik zunehmend in mittleren Pkw-Segmenten aus. Angesichts nur noch moderater Aufpreise für die Allrad-Versionen und Mehrverbräuchen am Rande der Messbarkeit wollen sich offenbar immer mehr Neuwagenkäufer dieses Plus an Sicherheit gönnen. Audi konzentriert sich ganz auf den neuen A4 quattro: Längsmotor, Common-Rail-Diesel statt Pumpe-Düse. Die kürzlich in Shanghai vorgestellte Studie Cross Coupé quattro – sie nimmt den Q3 vorweg – ist nicht in Frankfurt zu sehen, um dem A4 nicht die Show zu stehlen. Der A4 bietet die Audi-typische technische Vielfalt mit Dieselmotoren zwischen 145 und 204 PS, Ottomotoren zwischen 130 und 170 PS und einer Auswahl von bis zu drei Getrieben (manuell, Stufenlos-Automatik oder Direktschaltgetriebe).
Die 4x4-Flotte von BMW wird immer sportlicher
BMW erregt mächtig Aufsehen mit der seriennahen Studie des Crossover-Allradlers X6, einer Kreuzung aus Coupé und SUV: große Räder (bis 21 Zoll), die technische Basis vom X5 und ebenfalls in Spartanburg/USA gebaut, vier Türen, abfallende Dachlinie wie beim Sportwagen. Technische Highlights: intelligenter Tempomat mit Stop&Go-Automatik, Torque-Vectoring-Hinterachse, die die Kraft bei Kurvenfahrt asymmetrisch auf die Räder links und rechts verteilt – wie bei einem Kettenfahrzeug. Alle vier Räder lenken mit, das Auto dürfte sich entsprechend agil fahren. Die Motoren entstammen dem X5: 3.0d (231 PS), 3.0sd (286 PS), 3.0si (306 PS), und der V8-Benziner mit 4,4 Liter Hubraum, der auf 408 PS erstarken soll. Im Januar 2008 geht der X6 in Serie. Ansonsten hält BMW seine Allrad-Baureihen mit zusätzlichen Varianten frisch: Den X3 2.0d zeigen die Bayern mit der neuen Sechsgang-Automatik von ZF und 177 PS, den bisher nur für den X3 bestellbaren sd-Biturbo-Diesel mit 286 PS präsentieren sie nun auch im X5. Cadillac gibt sich europäischer denn je und präsentiert den BLS Kombi, eng verwandt mit dem Saab 9-3 XWD und wie dieser im schwedischen Trollhättan gebaut. Beide GM-Produkte wird es optional mit Haldex-Allradantrieb geben – im Falle des Cadillac auch in Kombination mit 180-PS-Turbodiesel. Daihatsu bringt ein Facelift des Sirion. Auch die aufgefrischte Version ist wieder mit automatisch zuschaltendem Visco-Allrad zu haben. Ford hat sein neues Kompakt-SUV auf der sogenannten C-Plattform (C-Max, Land Rover Freelander, künftig auch Volvo XC60) fast fertig und zeigt eine Studie, die deutlich seriennäher sein soll, als der in Paris gezeigte Iosis X. Das Kuga genannte Konzeptauto nimmt ein Serien-SUV vorweg, das Anfang 2008 im Werk Saarlouis vom Band rollen wird. Die Allradtechnik: Haldexkupplung wie beim neuen Land Rover Freelander.
Mazdas CX-7 setzt auf die Crossover-Fraktion der Allrad-Fans

Bild: Christian Köster
Mitsubishi präsentiert präsentiert mit dem Concept-cX die Studie eines kompakten, nur 4,10 Meter langen SUV unterhalb des Outlander mit Euro-5-tauglichem 1,8-Liter-Diesel und automatisiertem Schaltgetriebe – umweltschonend dank niedrigem Verbrauch und vielen Materialen auf Basis nachwachsender Rohstoffe oder Recyclings. Für den Outlander – bisher nur mit dem 2,0-Liter-TDI von VW zu haben – gibt's zwei weitere Motoren: den größeren 2,2-Liter-Diesel von Peugeot/Citroën (156 PS) und den hauseigenen neuen 2,4-Liter-Benziner mit 170 PS. Letzterer ist auf Wunsch auch mit einer CVT-Automatik bestellbar – mit Lenkrad-Schaltwippen im Sportwagen-Stil. Porsche wartet mit der Hybrid-Version des Cayenne auf, die Ende 2009 in Serie gehen soll. Der sogenannte serielle Hybridantrieb ist erstaunlich unkompliziert, weil er auf eine komplexe Kraftverzweigung à la Toyota verzichtet. Der Elektromotor soll sogar bis 120 km/h den Antrieb übernehmen – üblich ist derzeit ein Umschalten auf Verbrennungsmotor schon bei Tempo 50. Der Hybrid entsteht in Kooperation mit VW und Audi.
Neues Gesicht für den Tribeca, erster Allradantrieb für den 9-3

Bild: Christian Köster
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