Jaguar XF 2.2 Diesel: Test
Jetzt kommt der Adel zur Vernunft

Die feinen Herrschaften lernen das Sparen: Der neue Jaguar XF kommt jetzt auch mit einem Vierzylinder-Diesel. Ein Armutszeugnis für die Edelmarke – oder ein schlauer Schritt in die Jaguar-Zukunft?
Blaues Blut muss nicht unbedingt mit einem wachen Geist einhergehen, wie die vielen Skandalgeschichten in den Klatschzeitschriften belegen. Doch manchmal kommen die feinen Herrschaften auch auf richtig schlaue Ideen. Jaguar zum Beispiel, eine der adligsten Automarken überhaupt, macht jetzt einen mutigen Schritt in die Zukunft – und entdeckt die Lust am Verzicht. Wir sprechen vom dezent gelifteten Jaguar XF als 2.2 Diesel. Mit 44.900 Euro nicht nur die günstigste Art, in die Jaguar-Dynastie einzuheiraten, sondern angesichts des Verbrauchs-Versprechens von 5,4 l/100 km auch die sparsamste.
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Fünf Meter britische Eleganz mit einem leichten Coupé-Touch: der leicht geliftete Jaguar XF.
Bild: Roman Raetzke
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Das geht besser: In Sachen Fahrwerk gibt es beim XF noch Optimierungspotenzial.
Bild: Roman Raetzke
Mit den aufpreispflichtigen 19-Zoll-Walzen (1520 Euro) rumpelt der Brite zudem mit der Grazie eines Hooligans über Schlaglochstrecken und belästigt die Insassen fast unentwegt mit einem leichten Zittern. Dazu kommt, dass die auffällig schmalen Sitze keine optimale Sitzposition bieten und im Fond nicht nur gekrönten Häuptern die Luft überm Scheitel ausgeht. Eine Verbeugung, die der Schönheit des Blechs geschuldet ist. Im Zuge des aktuellen Faceclifts hätten wir uns außerdem ein paar Verbesserungen an der immer noch verwirrenden Touchscreen-Bedienung gewünscht und an der direkten, in der Rückmeldung aber viel zu unpräzisen Lenkung. Doch das hat Jaguar sich wohl ebenfalls gespart.
Fazit
Der Einstieg in die Jaguar-Welt wird mit dem XF 2.2 Diesel ein ganzes Stück leichter. Und das liegt nicht nur daran, dass der Brite mit dem französischen Vierzylinder-Herzen die günstigste Art ist, einen Jaguar zu fahren. Nein, der Antrieb passt erstaunlicherweise auch richtig gut in die englische Oberklasse – abgesehen vom nicht sehr standesgemäßen Dieselsound. Die 190 PS reichen dem herrschaftlichen Wagen aber auf jeden Fall locker aus. Nur schade, dass Jaguar mit dem Facelift nicht gleich auch ein paar nervige Fehler des XF beseitigte. So bleiben Federung, Lenkung und Bedienungsfreundlichkeit weiterhin unter Oberklasse- Niveau.
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