Kaufberatung: Groß gegen klein
Golf, die clevere Variante

Wer beim Autokauf nur in Klassen denkt, verschenkt bares Geld. Denn nicht immer muss größer und teurer automatisch besser sein. Im Vergleich: VW Passat und Golf.
- Jörg Maltzan
Eigentlich wollte VW auf den Golf Kombi verzichten. Die Rechnung ging nicht auf. Er hat viele Fans – und darum hat {
"alias": "lex",
"anchor": "",
"bid": "482884",
"element": "ir_link",
"params": "",
"target": "",
"text": "VW",
"type": "b",
"url": ""
} den in Mexiko produzierten Golf Variant wieder ins Programm genommen. Noch beliebter ist der Passat Variant. Von den über 55.000 Neuzulassungen im laufenden Jahr sind rund 80 Prozent Kombis. Wir vergleichen die 2.0-TDI-Versionen mit 140 PS.
Alltagstauglichkeit
Obwohl nominell größer, passt in den Kofferraum des Passat Variant in der Praxis nicht mehr als in den Golf. 1731 Liter fasst er nach VDA-Norm bei umgelegten Lehnen. Bei Zuladung und Anhängelast verbucht der Passat leichte Vorteile. Dafür fehlt ihm die im Golf serienmäßige Durchlade in der Rückbank. AUTO BILD-Wertung Passat: 4 Sterne (von 5). Für einen kompakten Kombi hat der "längste Golf aller Zeiten" (VW-Werbung) einen sehr großflächigen Kofferraum. Bei umgelegten Rückenlehnen entsteht ein ebener Ladeboden. Dann passen 1495 Liter rein. In der Praxis ist der Golf-Kofferraum besser nutzbar als das Gepäckabteil des Passat. AUTO BILD-Wertung Golf: 3,5 Sterne.
Dynamik
Der Passat Variant ist ein wuchtiges Auto und mit seinen 140 Diesel-PS nicht übermotorisiert. Bei Kurvenfahrt auf nasser Straße führt der schlagartig einsetzende Turboschub schon mal zu Traktionsproblemen. Beim Beschleunigen auf Tempo 100 nimmt ihm der Golf knapp eine Sekunde ab. AUTO BILD-Wertung Passat: 3 Sterne. Natürlich macht sich der Gewichtsvorteil von rund 100 Kilo im Fahrverhalten bemerkbar. Die gefühlvolle Lenkung und präzise Schaltung erlauben eine sehr sportliche Fahrweise. Beim Zwischenspurt von 80 bis 120 km/h im sechsten Gang nimmt der Golf dem Passat zwei Sekunden ab. AUTO BILD-Wertung Golf: 3,5 Sterne.
Komfort/Sicherheit
Im direkten Vergleich sind die Passat-Sitze etwas gemütlicher, das Raumgefühl ist besser. Auch bei den Fahrgeräuschen liegt der Passat leicht vorn. Das kompensiert der Golf durch bessere Sicherheits- und Komfortausstattung. Das Detailfinish des Passat wirkt gepflegter als beim günstigeren Golf. AUTO BILD-Wertung Passat: 3,5 Sterne. Bei der Sicherheit punktet der Golf mit seinem serienmäßigen Reifendruck-Kontrollsystem. Auch Bordcomputer und elektrische Fensterheber hinten sind aufpreisfrei an Bord des in Mexiko gebauten Golf und verbessern den Komfort. Paradox: Für den Passat müssen diese Dinge extra bestellt werden. AUTO BILD-Wertung Golf: 3,5 Sterne.
Kosten
Die gute Nachricht: Beim Neukauf bleibt der Passat mit 140-PS-Motor unter 30.000 Euro. Die schlechte: Mit selbstverständlichen Extras wie Radio und Klimaautomatik sprengt er die psychologische Grenze. Immerhin halten sich die Unterhaltskosten im Rahmen, liegen aber dennoch über denen des Golf. AUTO BILD-Wertung Passat: 3,5 Sterne. Einen wichtigen Vorsprung hat der Golf beim Verbrauch. Mit dem gleichen Motor an Bord schluckt er auf 100 Kilometer 0,6 Liter weniger Diesel. Das summiert sich. Auch günstigere Haftpflichtversicherung und höherer zu erwartender Restwert sprechen für die frisch eingeführte Golf-Variante. AUTO BILD-Wertung Golf: 4 Sterne.
Fazit: Mehr Varianten bringen Vorteile

Service-Links









