Ich gehöre zur Generation Z, bin also in den 1990ern geboren. Laut einer Umfrage bedeutet Mobilität für uns zuallererst: Flexibilität, Unabhängigkeit und Freiheit. Stimmt, so ist es bei mir auch. Ich liebe Autos, gern auch eine Nummer größer und sportlicher. Generation Z wie zisch ...
Und obwohl ich in Deutschlands zweitgrößter Stadt lebe, käme ich nie auf die Idee, auf ein Auto zu verzichten. Meine PS-Biografie: gebrauchter VW Lupo, Opel Karl als Vorführwagen für 14.000 Euro. Und ab nächster Woche … verrate ich später.
Erst mal darf ich Kia fahren. Den elektrischen EV6, unseren Alltagstest, den es ab 52.890 Euro gibt.

Erster Eindruck

Den Tesla 3 kenne ich schon, jetzt also Kia. Meine persönliche Meinung: Ich mag den Koreaner lieber. Das schnittige Design? Hui! Die versenkbaren Türgriffe, die herausfahren, sobald ich mich dem Auto nähere – Doppel-Hui!
Kia EV6
Frida fühlt sich sichtlich wohl auf der Rückbank, genug Platz ist auf jeden Fall da.

Das Einzige, was mich einmal zum Schwitzen bringt, ist der Wendekreis. 11,6 Meter sorgen in engen Parkhäusern für Nervenkitzel (VW ID.4: 11,0 Meter, Tesla Model 3: 12,0 Meter). Aber es handelt sich ja auch um ein großes Auto.
Das Nervenkitzeln wird im Übrigen sogleich übertönt vom Bauchkribbeln, wenn man nach Verlassen des Parkhauses in den Sport-Modus schaltet. Die 325 PS und Allrad sorgen dann für einen Vortrieb, der ... sagen wir so: Mein Karl ist Kinderkarussell, der Kia eine Achterbahn.
Von 0 auf 100 km/h in 5,2 Sekunden. Der Porsche Boxster, auch so ein Vertreter der Generation Z (seit 1996), ist kaum schneller.
Apropos Generation Z: Ja, wir sind schon mit dem Internet aufgewachsen und Smartphone und allem. Aber wenn von der Klimaanlage bis zur Sitzheizung alles per Touch bedient wird, überfordert das auch Digital Natives.
Kia EV6
Großzügiges Cockpit mit zwei großen Displays. Wenig Knöpfe, dafür viel Touch.

Alltag

Mir persönlich fehlt der Motorsound. Wer’s mag, kann zwar ein künstliches Motorgeräusch einschalten. Aber ich mag’s nicht, zu künstlich.
Meine erste Ladung verläuft etwas holprig. Der Kia hat die Ladebuchse am Heck, ich muss gegen die Fahrtrichtung parken, sonst reicht das Kabel nicht. Ist das in diesem Fall eigentlich erlaubt? Im Kofferraum ist genug Platz für Einkäufe und Ausflüge, leider nicht für unseren Hund Frida. Aber dafür gibt es ja die Rückbank.

Pendeln

Ich pendle mehrmals die Woche zwischen Hamburg und Ahrensburg – 30 Kilometer pro Strecke macht der Kia mit links. Ich komme trotz Autobahn mehrere Tage ohne Laden aus, top.
Kia EV6
Ist das Kabel zu kurz, muss man wohl gegen die Fahrtrichtung parken.

Fazit: ein tolles Auto. Und was fahre ich künftig? VW T-Roc, einen Benziner mit 115 PS, geleast auf vier Jahre. Ich habe mich sehr bemüht, einen bezahlbaren Hybrid oder womöglich sogar ein E-Auto zu finden. Aber ganz ehrlich: Dafür muss man wohl zur Generation G gehören.
G wie Geld. (Schlägt der Kia EV6 den VW ID.5 GTX im Vergleichstest?)

Beziehungsstatus

Pendeln: Hamburger Innenstadt–Speckgürtel macht er mit links. Punkte 5/5
Einkaufen: Reichlich Raum für einen Großeinkauf. Punkte 4/5
Transportieren: Genug Platz, nur für größere Hunde nicht. Punkte 3/5
Hobby: Der Kofferraum ist zu klein für mein Rennrad. Punkte 3/5
Familienleben: Hier fühlt sich die ganze Familie wohl. Punkte 4/5

Kurz Gesagt

Was sagen die Nachbarn, wenn ich damit vorfahre? Das ist ja ein richtig flotter Stromer, den würde ich auch fahren.
Warum würde ich das Auto meinem besten Freund empfehlen? Weil der schnelle, sportliche EV6 auch auf der Langstrecke richtig Spaß bringt.
Was bleibt mir im Gedächtnis? Der Sport-Modus – und der eingebaute Blitzerwarner.

Technische Daten und Preis: Kia EV6 AED GT Line

• Leistung 239 kW (325 PS)
• Akkukapazität 77,4 kWh
• L/B/H 4680/1890/ 1550 mm
• Kofferraum 490-1300 l
• 0–100 km/h 5,2 s
• Spitze 185 km/h
• Verbrauch (WLTP) 18 kWh/100 km
• Preis ab 54.890 Euro