Kia Sorento 2.2 CRDi AWD, Skoda Kodiaq 2.0 TDI 4x4: Test
Platz da! Kodiaq und Sorento können als Familien-SUV punkten
Zwei große Familien-SUV im Test
Bild: Skoda
Schwer Eindruck schinden lässt sich mit beiden: Der Kia Sorento trägt jetzt eine die Vertikale betonende Front im Stile des Stromers EV9, die ihn wie eine unheimliche Maschine aus einem Fritz-Lang-Filmklassiker wirken lässt.
Der Skoda Kodiaq der flammneuen zweiten Generation, wie zuvor gebaut in Kvasiny (Tschechien), ist ebenfalls eine echte Fregatte geworden – mit 4,76 Meter Länge, sechs Zentimeter mehr als zuvor.
Im Kodiaq gibt's Geländewagen-Feeling
Angenehmerweise kommen die gewachsenen Außenmaße innen auch an. Es fällt auf, dass man im Skoda extrem hoch sitzt: vorn bis zu 34 Zentimeter über dem Fußboden, 68 Zentimeter über Grund – wie in klassischen Geländewagen. Die Fahrgäste hinten genießen generöse Platzverhältnisse und bequeme Knie- und Hüftwinkel.

Hoch hinaus: Im Kodiaq sitzen wir ordentliche 68 Zentimeter über dem Boden und fühlen uns fast wir im klassischen Geländewagen.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Im Sorento sitzt man vorn nicht ganz so bürostuhlartig, aber SUV-typisch hoch (71 Zentimeter über Grund). Kia hat den Sorento auch innen überarbeitet. Der Zentralbildschirm misst jetzt in der Diagonalen 12,3 statt 10,25 Zoll, auch das Head-up-Display zeigt seine Informationen nun größer an. Die Fondbank ist wie beim Skoda längs- und die Lehne neigungsverstellbar, wobei beim Kia die etwas harte Polsterung auffällt.
Sorento bietet viel Ausstattung
Der von uns getestete Sorento in der mittleren Spirit-Ausstattung bietet bereits Leder, E-Heckklappe und Fahrersitz mit Zweiwege-Lendenwirbelstütze. Im Kapitel Qualitätsanmutung schenken sich die Kontrahenten nicht viel: Es gibt geschäumte Materialien und metallene Drehregler, Gasdruckdämpfer halten die Motorhaube bei beiden – sie kosten ja auch über 50.000 Euro. Auf Kopfsteinpflaster wirken beide solide, aber nicht perfekt – aus Richtung B-Säule zirpt’s ab und zu.

Ordentlich gemacht: In der mittleren Sorento-Ausstattung steckt schon viel Nützliches und Gutes, zum Beispiel Leder. Die Qualität ist gut.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Das Assistenz-Kapitel geht klar an den jüngeren Kodiaq: Er bietet etwa einen Travel Assist, der vorausschauend scharfe Kurven, Kreisverkehre und Ortseinfahrten erkennt und das Tempo anpasst. Auch die Sprachbedienung zeigt sich hellwach, repräsentiert den aktuellen Stand der Entwicklung: Audio, Klima, Sitzheizung, Points of Interest wie Apotheke, Hotel, Krankenhaus – nach "Hey, Laura"-Startbefehl alles auf Zuruf.
Fahrzeugdaten
Modell | Kia Sorento 2.2 CRDi AWD | Skoda Kodiaq 2.0 TDI 4x4 |
|---|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Vierzylinder, Turbo | Vierzylinder, Turbo |
Einbaulage | vorn quer | vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
Nockenwellenantrieb | Kette | Zahnriemen |
Hubraum | 2151 cm³ | 1968 cm³ |
kW (PS) bei 1/min | 142 (194)/3800 | 142 (194)/3500 |
Nm bei 1/min | 440/1750 | 400/1750 |
Vmax | 201 km/h | 220 km/h |
Getriebe | Achtgang-Doppelkupplung | Siebengang-Doppelkupplung |
Antrieb | Allradantrieb | Allradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 235/55 R 19 V | 235/50 R 19 V |
Reifentyp | Continental PremiumContact 6 | Michelin Primacy 4 |
Radgröße | 7,5 x 19" | 7,5 x 19" |
Abgas CO2* | 172 g/km | 167 g/km |
Verbrauch* | 6,5 l/100 km | 6,3 l/100 km |
Tankinhalt | 67 l | 58 l |
Kraftstoffsorte | Diesel | Diesel |
SCR-Kat/AdBlue-Tankinhalt | S/14 l | S/18 l |
Vorbeifahrgeräusch | 69 dB(A) | 69 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | 2500/750 kg | 2300/750 kg |
Stützlast | 100 kg | 100 kg |
Kofferraumvolumen | 705-910**-2100 l | k. A.-910**–2105 l |
Länge/Breite/Höhe | 4815/1900–2170***/1695 mm | 4758/1864– k. A.***/1657 mm |
Radstand | 2815 mm | 2791 mm |
Grundpreis | 55.190 Euro | 49.700 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 60.190 Euro | 53.790 Euro |
Im Kapitel Connected Car zeigt auch der Kia einige starke Seiten. Etwa die Echtzeit-Verkehrsmeldungen: Freie Straßen untermalt das Navi grün. Im Skoda mit seinem Shop-System war nicht alles freigeschaltet, daher konnten wir keinen direkten Vergleich ziehen.
Skoda-Alternative für den Drehdrücksteller
Blickfang im Interieur des neuen Kodiaq sind die drei dicken Drehregler ("Smart Dials") in der Mittelkonsole – eine der besten Ideen jüngerer Zeit. Denn seit so viele Autobauer die Drehdrücksteller wieder einkassiert haben, gab es oft keine Möglichkeit mehr, den Navi-Kartenmaßstab schnell zu verändern ohne ablenkendes Glotzen auf den Zentralschirm.

Sehr gute Lösung: Der mittlere Drehknopf in der Kodiaq-Mittelkonsole lässt sich mit unterschiedlichen Funktionen belegen.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Das geht im Skoda mit dem mittleren der drei dicken Drehknöpfe – endlich ein blind bedienbarer Ersatz für die Drehdrücksteller! Dieser mittlere Drehregler lässt sich mit mehreren Funktionen belegen, was aber keinen Blick in die Bedienungsanleitung erfordert. Leider lässt sich das Lenkrad nicht weit genug herausziehen.
Messwerte
Modell | Kia Sorento 2.2 CRDi AWD | Skoda Kodiaq 2.0 TDI 4x4 |
|---|---|---|
Beschleunigung | ||
0–50 km/h | 3,1 s | 2,5 s |
0–100 km/h | 9,3 s | 7,8 s |
0–130 km/h | 15,4 s | 12,9 s |
0–160 km/h | 25,5 s | 20,7 s |
Zwischenspurt | ||
60–100 km/h | 5,2 s | 4,4 s |
80–120 km/h | 6,9 s | 5,6 s |
Leergewicht/Zuladung | 1908/592 kg | 1820/568 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 58/42 % | 56/44 % |
Wendekreis links/rechts | 12,3/12,3 m | 12,0/12,0 m |
Sitzhöhe | 710 mm | 680 mm |
Bremsweg | ||
aus 100 km/h kalt | 33,9 m | 32,6 m |
aus 100 km/h warm | 33,4 m | 33,1 m |
Innengeräusch | ||
bei 50 km/h | 57 dB(A) | 57 dB(A) |
bei 100 km/h | 64 dB(A) | 63 dB(A) |
bei 130 km/h | 68 dB(A) | 67 dB(A) |
Verbrauch | ||
Sparverbrauch | 6,0 l D/100 km | 5,1 l D/100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 7,5 l D/100 km (+15 %) | 6,8 l D/100 km (+8 %) |
Sportverbrauch | 9,7 l D/100 km | 8,9 l D/100 km |
CO2 (Testverbrauch) | 199 g/km | 180 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 890 km | 850 km |
Der Laderaum legte je nach Stellung der Rückbanklehne zwischen 40 und 80 Liter an Volumen zu. Unter dem Ladeboden findet sich eines der selten gewordenen Noträder – bravo! Faltet man die Fondbank per Fernentriegelung zusammen, bleibt leider eine hinderliche Stufe. Wer gelegentlich gewichtiges Ladegut transportiert, einen schweren Mäher etwa, dem werden die soliden Verzurrösen aus Metall im Skoda-Laderaum gefallen – und sie sind am Blech verankert. Hier bietet der Kia nur Plastikösen, befestigt an der Seitenverkleidung.
DDC-Dämpfer mit Schwächen
Beim Fahren wirkt der Kodiaq leichtfüßiger und leichtgängiger; der Sorento gibt mehr das schwere SUV mit seiner schwergängigeren, aus der Mitte heraus mehr Handmoment fordernden Lenkung. Geschmackssache, mögen kann man beides.

Merkwürdig: Auf den ersten Millimetern wirken die DDC-Dämpfer des Skoda etwas "lose". Im Sportmodus ist der Effekt verschwunden.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Nur der Skoda kam mit Verstelldämpfern (DCC). Die bergen Nachteile: Auf den ersten zwei bis drei Millimetern Federweg scheint eine feste Anbindung zu fehlen, das wirkt auf Autobahnfugen ein wenig, als seien die Vorderachsdämpfer lose. Nur im Sportmodus ist alles sofort straff. Das DCC erscheint uns verzichtbar. Mit langen Fahrbahnwellen aber kommt der Tscheche nochmals besser zurecht als der Koreaner.
Kia ohne sportliche Ambitionen
Der Skoda ist leichter und beschleunigt etwas flotter; obenherum wirkt der Kia zugeschnürter. Und der achte Gang ist bei ihm eher als Overdrive zu verstehen. Bei der Laufkultur liegen beide gleichauf, ebenso in den Kapiteln Ansprechverhalten und Dosierbarkeit. Unseren Messwerten zufolge ist der Skoda leiser, subjektiv ist allerdings kaum ein Unterschied feststellbar.

Schwer in Fahrt: In Sachen Dynamik muss der Sorento passen, er fährt sich eher satt und komfortabel als sportlich.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Wer eine Kurve zu schnell angeht, wird feststellen, dass der Kia untersteuert, während der Skoda leicht übersteuert, was dem Fahrer per Einleiten eines leichten Lastwechsels um die Kurve hilft. Dennoch bleibt der Skoda stets sicher, bei schnellen Lenkmanövern greift das ESP früh und hart ein. Kia gibt sich hier etwas zurückhaltender.
Platzierung
Modell | Skoda Kodiaq 2.0 TDI 4x4 | Kia Sorento 2.2 CRDi AWD |
|---|---|---|
Punkte* | 577 | 546 |
Platz | 1 | 2 |
Fazit | Für die Größe erstaunlich agil. Kurze Bremswege. Spürbar das jüngere Auto mit mehr Assistenz und Top-Sprachbedienung. | Wer das Fahrgefühl eines dicken SUV mag, sitzt hier richtig. Teurer als der Skoda. Sieben Jahre Garantie, aber Kilometerlimit. |
Die Bodenfreiheit beträgt beim Kodiaq 19 Zentimeter, beim Sorento sind es nur 17,5 – Förstern und anderen Gummistiefelprofis wird beides nicht reichen. Nein, diese beiden sind für Familien, nicht für Abenteurer.
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