Kleinwagen im Test
Der neue Swift gegen C3 und Fiesta

Langeweile war gestern, selbst kleine Autos werden immer modischer. Neu in der Herbstkollektion ist der Suzuki Swift. Im ersten Vergleich trifft er auf Citroën C3 und Ford Fiesta.
Draußen fallen die Blätter, doch in der großen Welt der kleinen Autos sprießen bunte Blüten. In knalligem Rot vertreiben Suzuki Swift und Ford Fiesta den Herbst-Blues, der Citroën C3 vergoldet den Oktober. Ein farbenfrohes Trio. Der Fiesta mimt im knackig-körpernah geschnittenen New-Edge-Anzug den Sportler, beim rundlichen C3 lässt mit ein bisschen Fantasie die Ente grüßen. Und der Suzuki Swift? Man muss schon genau hinsehen, um ihn überhaupt als Neuen zu erkennen. Die Scheinwerfer sind größer geworden, und das Maßband meldet einen Längenzuwachs von fast zehn Zentimetern. An der Grundform haben die Japaner jedoch nichts geändert. Wozu auch?
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Mit mehr als einer halben Million Käufern weltweit in fünf Jahren war der Vorgänger ein Publikumsliebling; der knuffige Look mit Mini-Anleihen wirkt immer noch sympathisch. Mal sehen, ob die Frischzellen unterm Blech genügen, um die anderen alt aussehen zu lassen. Beim Kofferraum ist der in Ungarn produzierte Swift schon mal kein Siegertyp. 211 Liter – zehn mehr als der Vorgänger – reichen nur fürs Nötigste, beim Packen nervt die 78 Zentimeter hohe Ladekante. Sprudelkisten passen gerade so hinter die Rücksitze. Wer die Lehnen umklappt, vergrößert das Gepäckabteil zwar auf 902 Liter, muss aber mit einer lästigen Stufe in der Ladefläche leben. Die Rivalen können mehr einpacken (Fiesta: 295 bis 965 Liter, C3: 300 bis 1121 Liter). Auch der Absatz im Boden ist flacher. Für die Passagiere geizt der Suzuki weniger mit Platz. Die Kopffreiheit fällt üppig aus, was wesentlich zum guten Raumgefühl beiträgt. Erwachsene sind selbst in der zweiten Reihe manierlich untergebracht. Fiesta und C3 kneifen hier stärker an den Knien. Sind ja auch nur Kleinwagen!
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Bild: Andreas Lindlahr
Auch die Ausstattung erreicht inzwischen ein Niveau wie bei den Großen. Von der Sprachsteuerung für Radio und Telefon (Fiesta) bis hin zum oberklassigen Festeinbau-Navi (C3) reicht die Auswahl an Extras. In den Topausstattungen Titanium (Ford), Exclusive (Citroën) und Comfort (Suzuki) bleiben im Serientrimm kaum Wünsche offen. Bei Suzuki stehen in der Aufpreisliste nur noch Metalliclack und Schiebedach. Klimaautomatik, Tempomat, Sitzheizung und schlüsselfreier Zugang sind schon drin. Der Lockpreis des Basismodells (10.990 Euro) ist dann aber auch um ein sattes Drittel überschritten.
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Bild: Andreas Lindlahr
Weitere Details zu den drei Kleinen und den Testsieger dieses Vergleichs finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Heftarchiv.
Fazit
Ein sympathischer Typ ist er ja, der neue Swift. Doch die Chance auf den ersten Platz vergibt er leichtfertig. Dem Motor fehlt Feuer, dem Kofferraum Platz. Auch beim Komfort kann er dem Ford Fiesta nicht das Wasser reichen. Kleiner Trost: Mit guter Ausstattung zum fairen Kurs wird der Suzuki immerhin Preis-Leistungs-Sieger.
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