La Strada Regent E: Wohnmobil-Test
Wie schlägt sich der neue La Strada Regent E?

Gestatten: Das ist der La Strada Regent E, frisch eingetroffen im Dauertest-Fuhrpark. Doch bevor der Sprinter-Camper für zwei in die freie Wildbahn darf, muss er sich auf dem Testgelände Contidrom beweisen.
Bild: Sven Krieger
- Daniel Eilers
Es gibt Reisemobile, die außerhalb der Reichweite der meisten liegen – und gerade deshalb so begehrt sind. Der Regent E von La Strada ist so ein Fahrzeug. Das Sprinter-Juwel aus der nordhessischen Manufaktur ist in unserer Testkonfiguration ein 163 379 Euro teurer Lebenstraum, der für viele Camper wohl unerreichbar bleibt, aber genau deshalb so viele zum Träumen bringt.
Das Träumen gilt derzeit auch für Inhaber eines Führerscheins der Klasse B. Unser Testfahrzeug ist auf 4,1 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht aufgelastet und darf mit dieser Fahrerlaubnis nicht bewegt werden. Doch La Strada wäre nicht La Strada, wenn es dafür keine Lösung gäbe: Auf Wunsch lässt sich der Regent E auf 3,5 Tonnen bringen – allerdings mit Abstrichen bei der Ausstattung.
La Strada Regent E: Konsequent ausgelegt für zwei
Der Regent E ist konsequent auf zwei Personen ausgelegt. Die Maße des kompakten Sprinter: 5,93 Meter Länge und 2,04 Meter Breite. So weit, so gewöhnlich und so gut. Das Besondere ist: Der Regent E verfügt über zwei Längsbetten mit einer beachtlichen Liegefläche von bis zu zwei Metern in der Länge und je rund 70 Zentimetern in der Breite.
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Dieser ungewöhnliche Grundriss – zwei Längsbetten im 6-Meter-Kastenwagen – ist im Markt nicht so weit verbreitet. Zur hohen Schlafqualität tragen zudem hochwertige Kaltschaummatratzen bei. Folgerichtig wird das Konzept "Campervan für zwei" auch im vorderen Fahrzeugbereich konsequent fortgeführt: Statt einer Sitzbank gibt es … genau: eben keine Sitzbank.

Eine von zwei Tischpositionen im Innenraum ist die zwischen den beiden Fahrerhaussitzen; der Tisch selber kann stufenlos verschoben werden.
Bild: Sven Krieger
Die beiden drehbaren Fahrerhaussitze lassen sich dennoch schwenken und bilden zusammen mit dem Tisch, der in einer Kopfablage im Fahrerhaus verstaut wird, eine gemütliche Sitz- und Essgruppe – allerdings nicht vis-à-vis, wie man es gewohnt ist, sondern, wie Psychologen wohl sagen würden, in einer kooperativen Sitzposition.
Apropos Tisch: Der ist ebenso genial gedacht wie hochwertig verarbeitet, wirkt in der Bedienung aber leicht verkopft. Er wird in eine Bodenaufnahme eingesetzt und eingedreht. Damit er sich nicht verstellt, muss er zusätzlich arretiert werden. Das funktioniert tadellos, ist aber auch etwas fummelig. Der dann extrem stabile und wackelfreie Tisch lässt sich übrigens sowohl im Fahrerhaus als auch draußen oder im Heck nutzen. Im Schlafbereich kann man, wenn die Bettpolster aufgestellt werden, dann doch vis-à-vis sitzen.
Gleichzeitig zeigt sich hier, worum es beim Sechs-Meter-Kastenwagen geht: den begrenzten Raum möglichst intelligent und umfassend zu nutzen. Entsprechend gehören kleinere Umbaumaßnahmen einfach zum Konzept des Regent E dazu.

Wir haben nachgemessen und kommen auch auf zwei Meter Bettlänge.
Bild: Sven Krieger
Im Innenraum überzeugt der Regent E auf den ersten, zweiten und dritten prüfenden Blick mit einem Möbelbau auf höchstem Niveau. Alles wirkt erstklassig verarbeitet, rein gar nichts knarzt oder wackelt. Eine solche Verarbeitungsqualität erlebt man selbst in dieser Klasse nur selten. Unser Testwagen rollte zudem mit einer umfangreichen Serien- und Sonderausstattung an.
Die kompakte Küchenzeile bietet einen zweiflammigen Gaskocher mit elektrischem Piezozünder, vier großzügige Auszüge sowie einen 70-Liter-Kompressorkühlschrank mit beidseitig angeschlagener Kühlschranktür, der sowohl von innen als auch durch die geöffnete Schiebetür erreichbar ist. Das Kompaktbad nutzt den vorhandenen Raum geschickt aus – mit wegklappbarem Waschbecken, platzsparender Falttür und einem Milchglasfenster, das nach außen signalisiert, wenn das Bad besetzt ist, oder indirekt für stimmungsvolles Licht sorgt.
Ergänzt wird die Ausstattung unseres Testfahrzeugs durch eine SOG-Toilettenentlüftung für die Kassettentoilette, die Gerüche zuverlässig nach außen ableitet. Und auch das Lichtkonzept überzeugt: LED-Lichtleisten und mehrere Deckenspots ermöglichen eine wohnliche Atmosphäre und eine hervorragende Ausleuchtung. Für ein angenehmes Raumklima sorgt die Truma Combi D6E mit Warmwasserbereitung, die wahlweise mit Diesel, elektrisch oder im kombinierten Betrieb heizt.

Eine Liga für sich sind das Mercedes-Cockpit und das MBUX-System mit Navigation.
Bild: Sven Krieger
Unser Testfahrzeug war darüber hinaus mit einem summenden Dachventilator ausgestattet. Spannend: Unter dem Heckbett befindet sich eine Auszugsschublade für Kabel und Kabeltrommel, Stromadapter und anderes Servicezubehör. Das sorgt zwar für Ordnung und schnellen Zugriff, nimmt der Heckgarage aber den Platz für ein Fahrrad. Daher gut, dass man den Schrank auch ausbauen kann.
Geländegängiger Kastenwagen
Unser Testwagen war mit dem permanenten Allradantrieb des Sprinter ausgestattet und richtet sich damit an Reisende, die regelmäßig unbefestigte Wege in ihre Touren einbeziehen. Zur Offroad-Ausstattung gehören außerdem ein Ansaugschnorchel zur höher gelegenen Frischluftansaugung des Motors, eine grobstollige All-TerrainBereifung sowie ein Unterfahrschutz, Reserverad und eine Höherlegung um 8,5 Zentimeter, womit der Sprinter auf 2,92 Meter anwächst.

Die Traktionskontrolle greift auf dem Nassparcours früh und entschieden ein.
Bild: Sven Krieger
Großer Pluspunkt sind die Komfortsitze von Mercedes für rund 1200 Euro, die sich elektrisch verstellen lassen und dank Sitzbelüftung auch auf langen Etappen Spaß machen.
Das Fahrverhalten ist angenehm unaufgeregt
Auf der Straße präsentiert sich der Regent E trotz seiner markanten Erscheinung angenehm unaufgeregt. Selbst die grobstolligen All-Terrain-Reifen halten sich akustisch überraschend zurück, und auch insgesamt bleibt das Geräuschniveau im Innenraum selbst bei Autobahntempo gering. Das komfortabel abgestimmte Fahrwerk des Sprinter unterstreicht den dezidierten Reisecharakter des Fahrzeugs.

Der Unterflur-Gastank fasst 16 Kilogramm. Der Füllstand wird auch über eine Fernanzeige im Fahrzeug angezeigt.
Bild: Sven Krieger
Mit 190 PS, permanentem Allradantrieb und einer ausgewogenen Gewichtsverteilung beschleunigt der Campingbus für seine Fahrzeugklasse erfreulich zügig. Auf nasser Fahrbahn greifen ESP und Traktionskontrolle früh ein. Auch im Bremstest überzeugt der La Strada auf ganzer Linie: Zwischen kalten und warmen Bremsen konnten wir praktisch keine Unterschiede feststellen und loben den geringen Bremsweg. Beim Verbrauch reagiert der Regent E erwartungsgemäß sensibel auf hohes Tempo.
Wer längere Autobahnetappen mit höherer Reisegeschwindigkeit absolviert, muss mit mehr Dieselkonsum rechnen. Auf gemischten Strecken und bei entspannter Fahrweise sind rund zwölf Liter pro 100 Kilometer für einen allradgetriebenen Kastenwagen mit 3,3 Tonnen Leergewicht ein realistischer und durchaus erfreulicher Testwert.
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