Ladestrom für E-Autos zum Schnäppchenpreis bei Allego
Schnellladen für nur 19 Cent pro kWh

Bahnt sich eine Dumping-Schlacht beim Schnellladen zum Jahresende an? Ein großer Netzbetreiber senkt die Tarife drastisch – mit einem ungewöhnlichen Preismodell.
Bild: Jens Niering
Mit mehr als 1300 Ladestationen in Deutschland ist Allego einer der großen Anbieter für öffentliches Laden. In vielen Städten und auch an Fernstraßen können Elektroautos bei dem niederländischen Betreiber mit bis zu 400 kW Ladeleistung Strom zapfen. Jetzt hat das Ladenetzwerk eine Preisoffensive gestartet: An rund 250 deutschen Standorten gibt es Energie für minimal 19 Cent pro Kilowattstunde.
Das Sonderangebot gilt bis zum 31. Dezember 2026 und ist als Cashback-Aktion eingerichtet. Heißt: Man bekommt bei jedem Ladevorgang zum jeweils aktuellen Preis nachträglich 20 Cent pro Kilowattstunde gutgeschrieben. Das Cashback kann man anschließend für weitere Ladevorgänge nutzen. Ob die Gutschrift ein Verfallsdatum hat, teilt Allego nicht mit.
Damit können nur Kunden teilnehmen, die über die App laden. Weitere Einschränkung: Den absoluten Tiefstpreis von 0,19 Euro pro Kilowattstunde erhalten nur Abonnenten, die für 9,99 Euro monatlich den "Smart"-Tarif über die App gebucht haben.
Vergleich zum privaten Wallbox-Laden
Doch der Abschluss eines Abos (monatlich kündbar) lohnt sich damit umso schneller: Da Schnellladen über die App bei Allego sonst 0,59 Euro kostet, ist die Abogebühr für November oder Dezember bereits nach rund 25 Kilowattstunden – also bei den meisten Elektroautos etwa nach einer halben Akkufüllung – wieder drin.
Zum Vergleich: Während öffentliches Laden beim Marktführer EnBW aktuell mindestens 0,56 Euro pro Kilowattstunde kostet, zahlt man fürs heimische Laden an der Wallbox aktuell rund 0,35 Euro/kWh (Bestandskundenpreis im Oktober 2026 laut Vergleichsportal Verivox).
Standorte lassen sich in der App filtern
In der App sind alle Allego-Angebote transparent aufgelistet, auch für Nicht-Abonnenten: Wer den Filter "Belohnungen" aktiviert, bekommt auf der Landkarte nur noch die Cashback-Ladestationen angezeigt.
Wer die Allego-Offerte für ein Lockvogelangebot hält, bei dem nur wenige abgelegene Ladestationen dabei wären, liegt daneben. Die teilnehmenden Standorte liegen quer übers Land verteilt, aber auch an wichtigen Verkehrsknotenpunkten und sogar in bzw. bei den Metropolen. So sind in Berlin 22, in Hamburg 4 und in Köln 5 Ladestationen dabei. In München und Leipzig gibt es allerdings nur jeweils 1 Ladestation mit "Belohnungen".
20 Cent Cashback auch in Frankreich
Übrigens ist auch das Allego-Ladenetz in Frankreich an die Aktion angeschlossen – wer also im Grenzgebiet wohnt oder eine Reise zu unseren Nachbarn im Westen plant, hat für November und Dezember gute Karten.
Achtung: Wer den Filter "Belohnungen" aktiviert und im Grenzgebiet sucht, bekommt in den Benelux-Ländern sämtliche Allego-Standorte ebenfalls angezeigt. Doch dass die keine 20 Cent "Belohnung" bringen, ist bereits aus der jeweiligen Tarifanzeige ersichtlich. Offenbar handelt es sich um einen Programmierfehler.
Fazit
Insgesamt ein attraktives Angebot. Was treibt Allego wohl zu der Aktion? Wahrscheinlich sollen einige Standorte, die aktuell nicht gut ausgelastet sind, bekannter gemacht werden. In Deutschland sind das zum Beispiel Ladestationen an ATU-Werkstätten. Aber den Begriff "Cashback" sollte man nicht zu wörtlich nehmen: Das Geld gibt es nicht zurück aufs Bankkonto, man kann es lediglich für weitere Ladevorgänge nutzen.
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