Land Rover Defender (2020): Design, Offroad, Retro

Der neue Defender ist richtig gelungen!

Der neue Defender hätte richtig in die Hose gehen können. Design ist nach wie vor Geschmackssache. AUTO BILD-Autor Moritz Doka findet: richtig gelungen!
Eine Auto-Ikone in die Neuzeit zu hieven, ist ein harter Job. Beim neuen Defender hätte unglaublich viel schiefgehen können. Ich hatte befürchtet, er würde ein weichgespültes Lifestyle-Mobil werden. Aber nichts da. Meiner Meinung nach hat Land Rover mit dem neuen Defender einen richtig kernigen Geländewagen gebaut. Mission gelungen!

Eine Verneigung vor dem Urmodell

Auf Bildern wirkt der neue Defender bei weitem nicht so bullig wie er wirklich ist. Breite: über zwei Meter!

Es beginnt bei der Optik. Der neue Defender ist für mich mehr moderne Neuinterpretation als Nachfolgermodell. Er zitiert sein Vorbild, ohne es zu kopieren. Die Frontscheinwerfer mit dunklen Einfassungen, die ausgestellten Radhäuser, die doppelten kleinen Heckleuchten: Alles vom Urahn bekannt und neu interpretiert. Die Seitenansicht mit steil stehender Frontscheibe und abgeschnittenem Heck ist unverwechselbar Defender. Auch den Innenraum finde ich gelungen: Das moderne Infotainment fügt sich gut in den solide, handfest und hochwertig wirkenden Innenraum ein. Die sichtbaren Schrauben und lackierten Flächen vermitteln Robustheit, ohne aufgesetzt zu wirken. Es ist wohnlich und mit seinen vielen Ablagemöglichkeiten und abwaschbaren Oberflächen zugleich praktisch. Nettes Detail: Der Fahrer sitzt wie beim Alten sehr nahe bei der Tür. So lässt sich die Position der Räder im Gelände optimal einsehen. Ellbogenfreiheit gibt es dennoch reichlich.

Mehr Fahrkomfort dank Luftfederung

Details wie die ausklappbare Leiter sind sympathisch und machen den Defender noch praktischer.

Gelände kann der Defender laut Land Rover genauso gut wie zuvor. Durch zahlreiche elektronische Helfer sollen die Offroad-Fähigkeiten verbessert werden. Ob dem so ist, muss ein erster Test zeigen. Falls ja: Wer vermisst da noch die Starrachse? Ich bin den alten Defender 110 für drei Wochen auf Island gefahren. Es ist begeisternd, wie diese Kiste über Steine kraxelt und sich durch Sand und Flüsse pflügt. Auf Asphalt fordert er aber ordentlich Durchhaltevermögen. Sollte der neue Landy neben Gelände jetzt tatsächlich auch Komfort können, finde ich den Entwicklungsschritt zum modernen Fahrwerk goldrichtig. Denn sind wir ehrlich: Auch der Defender wird die meiste Zeit auf befestigten Straßen unterwegs sein. Und im Gegensatz zu allen Softroadern kann er auch Gelände. Ja, der Neue hat Einzelradaufhängung. Ja, Luftfederung ist beim 110er Serie. Ja, es gibt ihn nur noch mit digitalem Cockpit und Automatik. Das alles verbessert den neuen Defender aber an den richtigen Stellen, ohne ihn seinem robusten Charme zu berauben. Und das ist gut so.

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Retro

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