Nicht mal die großen Autohersteller haben diese Lichttechnik in Serie gebracht. Der britische Kleinserienhersteller Lanzante will seinen über 850 PS starken Supersportwagen 95-59 mit neuen Laserlicht-Rückleuchten ausrüsten, die es so noch nicht gegeben hat.
Halogen, Xenon, LED, Matrix-LED, Laser und viele weitere Technologien. Die Lichttechnologie in der Automobilindustrie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten rasant entwickelt. Insbesondere in den vergangenen zehn Jahren übertrumpfen sich die namhaften Hersteller mit immer neuen Innovationen wie dynamischen Blinkern, Projektionslicht oder OLED-Rückleuchten.
Beim Thema Licht stets ganz vorne mit dabei sind die deutschen Premiumhersteller – allen voran Audi und BMW. 2014 war der Hybrid-Sportwagen BMW i8 das erste Serienauto, das optional mit Laserlicht erhältlich war. Bis heute hat sich diese Lichttechnik, die bisher nur als Fernlicht verwendet wird, allerdings nicht durchgesetzt. Die Gründe sind hohe Produktionskosten und gesetzliche Vorschriften, die je nach Markt nicht eingehalten werden können.

Laser-Rückleuchten von BMW

Mit dem M4 CSL führte BMW 2022 Rückleuchten mit besonders filigranen Laserfäden ein, die in leicht abgewandelter Form anschließend auch im 4er LCI zum Einsatz kamen. Eine ähnliche Technologie hat jetzt Lanzante in Zusammenarbeit mit den Spezialisten von L.E.S.S. SA und Wipac Technology entwickelt. Lanzante Limited ist in der Szene in erster Linie für spektakuläre Umbauten von Rennautos bekannt. Egal ob Lamborghini Sesto Elemento, Pagani Zonda R oder McLaren Senna GTR: Lanzante baut diese reinrassigen Renngeräte so um, dass sie eine (britische) Straßenzulassung bekommen.
Lanzante 95-59 mit revolutionärer Lichttechnik
Der Lanzante 95-59 basiert auf dem modifizierten Chassis eines McLaren 750S. Nur 59 Stück sollen gebaut werden.
Bild: Lanzante Limited
Darüber hinaus ist Lanzante ein ausgewiesener McLaren-Spezialist mit geballter Rennerfahrung. Und mit dem 930 TAG Turbo by Lanzante wurde eine auf elf Exemplare limitierte Kleinserie aufgelegt, bei der der Porsche 930 Turbo mit originalen 1.5-Liter-V6 twin turbo Porsche-Formel-1-Motoren ausgerüstet wurde. 2025 kündigte Lanzante den nächsten Schritt an und präsentierte im Rahmen des Goodwood Festival of Speed mit dem 95-59 getauften Supersportwagen das erste eigenständige und von Grund auf neu entwickelte Modell.

Modifiziertes Chassis vom McLaren 750S

Basis des Projekts ist ein McLaren 750S, der jedoch vollständig überarbeitet wird. Sogar das Monocoque wird aufwendig überarbeitet, denn der 95-59 verfügt über ein dreisitziges Layout, bei dem der Fahrer in der Mitte sitzt. Eine Anordnung, die nicht zufällig der des legendären McLaren F1 gleicht.
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1995 gewann Lanzante mit einem McLaren F1 GTR das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Die Startnummer damals war die 59, was auch den im ersten Moment etwas kryptischen Namen 95-59 (steht für das Jahr 1995 und die damalige Startnummer 59) erklärt.
Laut Lanzante legen sich die filigranen Rückleuchten buchstäblich um die Karosserie und ermöglichen so die effiziente Abführung heißer Luft.
Bild: Lanzante Limited
Entworfen vom ehemaligen McLaren-Designer Paul Howse zeigt der mit einer Carbonkarosserie ausgerüstete 95-59 Einflüsse verschiedener McLaren-Modelle und ist dennoch eigenständig. Der überarbeitete 4,0-Liter-V8-Biturbo soll über 850 PS leisten, die mit dem nur rund 1250 Kilogramm schweren Supersportwagen leichtes Spiel haben dürften. Diese Fakten waren bereits bekannt.

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Kürzlich hat Lanzante im Rahmen eines Instagram-Posts jedoch die versprochene revolutionäre Luxibright-Technologie veröffentlicht. Die filigranen Rückleuchten erinnern mit ihrer geschwungenen Form stark an die des McLaren P1. Während der mittlerweile über zehn Jahre alte P1 jedoch auf einzelne LEDs setzte, hat Lanzante in Zusammenarbeit mit L.E.S.S. SA und Wipac Technology eine neuartige Lösung entwickelt. Dabei sind drei jeweils nur zwei Millimeter dicke Fasern pro Leuchte für Bremslicht, Rücklicht und Blinker des 95-59 zuständig.
Im Gegensatz zu herkömmlichen LED-Rückleuchten, die mehrere LEDs in einer Kette benötigen, besteht jedes dieser Leuchtelemente aus nur einem Bauteil.

Nur 59 Stück werden gebaut

Anders als beispielsweise beim BMW M4 CSL, wo Blinker und Bremslicht in LED-Technik ausgeführt sind, sind beim 95-59 alle Funktionen in einem sehr schmalen Rücklicht integriert. Laut Hersteller sollen Brems-, Rück- und Blinker-Signatur durch perfekte Homogenität überzeugen. Eine aufwendige Technologie, die alles andere als günstig sein wird. Angesichts eines Basispreises von rund 1,4 Millionen Euro für jeden der geplanten 59 Lanzante 95-59 ist der Preis für die hochmodernen Rückleuchten aber sicherlich einkalkuliert.