Lidl-Konzern zieht Konsequenz: keine neuen E-Dienstwagen mehr
Kehrtwende bei Lidl: Jetzt gibt's wieder Verbrenner

Die Schwarz-Gruppe zieht bei ihren Dienstwagen die Notbremse: Mitarbeiter von Lidl und Kaufland können in Deutschland vorerst keine neuen Elektroautos mehr bestellen.
Bild: Woodfilm
Die Schwarz-Gruppe zieht bei ihren Dienstwagen überraschend die Reißleine: Mitarbeiter in Deutschland können vorerst keine neuen Elektroautos mehr bestellen. Der Handelskonzern hinter Lidl und Kaufland begründet den Schritt mit den schwierigen Marktbedingungen und vor allem dem hohen Wertverlust vieler E-Autos.
Die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, nimmt vollelektrische Fahrzeuge in Deutschland vorerst aus ihrem Dienstwagenprogramm. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher.
Lidl will keine neuen Elektro-Dienstwagen mehr
Als Grund nennt der Konzern die aktuelle Entwicklung auf dem Automobilmarkt: "Aufgrund der hiesigen Volatilität auf dem Automobilmarkt und veränderter regulatorischer Rahmenbedingungen haben wir uns entschieden, vollelektrische Fahrzeuge bei Neubestellungen vorerst nicht mehr aufzunehmen."
Anders als viele Unternehmen least die Schwarz-Gruppe ihre Dienstwagen nicht, sondern kauft die Fahrzeuge selbst und verkauft sie später wieder als Gebrauchtwagen.
Genau darin sieht der Konzern aktuell das größte Problem. Elektroautos verlieren auf dem Gebrauchtwagenmarkt oft deutlich schneller an Wert als vergleichbare Verbrenner. Gleichzeitig entwickeln sich Batterietechnik, Reichweite und Ladegeschwindigkeit derzeit so schnell, dass ältere Modelle schon nach wenigen Jahren nicht mehr so gefragt sind.
Für Unternehmen, die ihre Fahrzeuge selbst vermarkten müssen, kann das die Gesamtkosten erheblich erhöhen.
Steuerlich bleiben E-Autos attraktiv
Für Arbeitnehmer sind Elektro-Dienstwagen dagegen weiterhin besonders interessant. Denn bei der privaten Nutzung gilt in Deutschland für viele Stromer die sogenannte 0,25-Prozent-Regel. Statt ein Prozent des Bruttolistenpreises muss nur ein Viertel davon als geldwerter Vorteil versteuert werden.
Bei einem Listenpreis von 60.000 Euro reduziert sich die steuerliche Bemessungsgrundlage dadurch von 600 auf 150 Euro pro Monat – ein erheblicher Vorteil gegenüber einem Verbrenner.
Klimaziele bleiben bestehen
Eine grundsätzliche Abkehr von der Elektromobilität will die Schwarz-Gruppe in der Entscheidung jedoch nicht sehen. In anderen europäischen Ländern werden weiterhin Elektroautos angeschafft. Außerdem verweist das Unternehmen auf alternative Mobilitätsangebote wie Jobräder und Firmentickets.
Auch an den langfristigen Klimazielen hält der Konzern fest. Das Netto-Null-Ziel bis 2050 bleibe unverändert. Gleichzeitig baut die Schwarz-Gruppe ihre Ladeinfrastruktur weiter aus: Ende des Geschäftsjahres 2025 standen nach Unternehmensangaben mehr als 24.000 Ladepunkte an 6973 Standorten zur Verfügung.
Deutsche Bahn hält an E-Autos fest
Nicht alle Unternehmen ziehen dieselben Konsequenzen. Die Deutsche Bahn kauft ihre Dienstwagen ebenfalls selbst, hält aber bislang an der Beschaffung von Elektroautos fest.
Zwar räumt auch die Bahn ein, dass sinkende Restwerte die Wirtschaftlichkeit beeinflussen. Über die Fahrzeugwahl entscheide man jedoch weiterhin anhand von Einsatzprofil, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit.
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