755 PS, keine Straßenzulassung und nur zwölf Mal gebaut: Der MC12 Corsa ist der extremste Maserati aller Zeiten. Ende Januar versteigert das Auktionshaus RM Sotheby's Chassisnummer 0008. Schätzpreis: 2,8 bis 3,5 Millionen Euro!
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2004 enthüllte Maserati mit dem MC12 einen Supersportwagen, der für viel Furore sorgte. Zwar war der MC12 technisch eng mit dem Ferrari Enzo verwandt, nutzte den gleichen 6,0-Liter-V12 mit 632 PS (im Enzo 660 PS) allerdings sah er komplett anders aus. Mit 5,14 Metern Länge war der ausschließlich in Weiß/Blau erhältliche MC12, der über ein Targadach verfügt, eine echte Erscheinung.

MC12 wurde als Rennwagen konzipiert

Dieser ganz besondere Look hatte einen Grund: Anders als bei den meisten Supersportwagen, wurde der MC12 von Beginn an als Rennwagen konzipiert. Die 50 Straßenversionen (jeweils 25 Stück in den Jahren 2004 und 2005, die sich in feinen Nuancen unterscheiden) waren in erster Linie zur Homologation nötig. Streng genommen hätten 25 Fahrzeuge ausgereicht, allerdings war die Nachfrage größer als erwartet, weshalb 2005 noch mal 25 MC12 (steht für Maserati Corse 12 Zylinder) gefertigt wurden.
Maserati MC12 (2004)
Nur 50 Stück: Zu Homologationszwecken legte Maserati auch eine Straßenversion des MC12 auf. Die ist technisch eng mit dem Ferrari Enzo verwandt.
Bild: Maserati
Die GT1 genannte Rennversion des MC12 war von Beginn an extrem erfolgreich. So dominierten die von den Teams Vitaphone und JMB Racing eingesetzten Rennwagen die FIA GT-Langstreckenmeisterschaft in den Jahren 2005 und 2006. Auch in den darauffolgenden Jahren 2007, 2008 und 2009 konnte der MC12 GT1 zahlreiche Erfolge und Titel einfahren, darunter auch mehrere Siege bei prestigeträchtigen Rennen wie dem 24-Stunden-Rennen von Spa. Das führte dazu, dass der MC12 über viele Jahre die Benchmark in der Langstreckenmeisterschaft war.

Der stärkste Maserati aller Zeiten

Zur Feier des ersten Titels in der FIA-Langstreckenmeisterschaft legte Maserati 2006 eine ganz besondere Kleinserie des Maserati MC12 auf. Der MC12 Corsa (auch Versione Corse genannt) hatte keine Straßenzulassung und war eng mit dem GT1 verwandt. Da er keinen FIA-Regularien entsprechen musste, konnte Maserati auf die Luftmengen-Begrenzer rauswerfen, sodass der V12 frei atmen konnte. Mit 755 PS bei 8000 U/Min war der Corsa nicht nur stärker als der GT1, sondern der stärkste Maserati aller Zeiten – und zwar bis heute.
2007 Maserati MC12 Versione Corsa
Nur einer in Orange: Ursprünglich sollten alle zwölf MC12 Corsa in der Farbe "Victory Blue" ausgeliefert werden. Auf expliziten Kundenwunsch waren auch andere Farben möglich.
Bild: Keno Zache Courtesy of RM Sotheby's
So viel Power trifft auf nur 1150 Kilo Leergewicht, denn der Corsa ist noch mal knapp 200 Kilo leichter als die Straßenversion. Wer den MC12 im Grenzbereich bewegen will, sollte genau wissen, was er tut, denn die Rennversion hat keinerlei Fahrhilfen. Im Klartext bedeutet das: kein ABS, keine Traktionskontrolle. Die 755 PS müssen einzig und allein vom Fahrer gebändigt werden. Gelingt das, soll der MC12 Corsa aus dem Stand in nur 6,4 Sekunden auf 200 km/h beschleunigen.

So viele MC12 Corsa wurden gebaut

Wie viele Exemplare des MC12 Corsa gebaut wurden, wird immer wieder diskutiert, was auch daran liegt, dass die GT1-Fahrzeuge teilweise mit den MC12 Corsa vermischt werden. Maserati hat offiziell bestätigt, dass es zwölf MC12 Corsa-Kundenfahrzeuge plus einen Prototypen gibt. Angeblich sollen mindestens drei der zwölf Corsa nachträglich mit einer Straßenzulassung versehen wurden sein.
2007 Maserati MC12 Versione Corsa
Einer von zwölf: Laut Maserati wurden insgesamt zwölf MC12 Corsa an Kunden ausgeliefert, das hier ist Nummer acht.
Bild: Keno Zache Courtesy of RM Sotheby's
Geplant war, dass alle zwölf Autos in der Farbe "Victory Blue" ausgeliefert werden, doch auf speziellen Kundenwunsch waren auch andere Farben möglich. So ist bekannt, dass es MC12 Corsa in Schwarz, Silber, Weiß und Orange gibt. Chassisnummer 0008 in der Farbe "Arancio" wurde 2007 an einen deutschen Sammler ausgeliefert, der auch den technisch eng verwandten Ferrari FXX besessen haben soll.
2007 Maserati MC12 Versione Corsa
Platz für zwei: Wer seine Freunde beim nächsten Trackday mal richtig beeindrucken will, kann in diesem MC12 Corsa sogar einen Copiloten mitnehmen.
Bild: Keno Zache Courtesy of RM Sotheby's
Wie so häufig bei Autos dieser Preisklasse wurde der MC12 Corsa, der vermutlich einzige in orange, nur sehr wenig gefahren wurde. Immerhin wurde er regelmäßig gewartet und durchgeschaut. Außerdem soll in Vorbereitung auf die Auktion in Paris am 31. Januar ein aufwendige Motorrevision von ehemaligen Maserati Corse-Mechanikern ausgeführt.

Schätzpreis 2,8 bis 3,5 Millionen Euro

Angeboten wird der Wagen, der bereits 2020 zum Verkauf stand, im kompletten Set inklusive zusätzlichen Radsätzen, Tankanlage und umfangreicher Dokumentation. Der Schätzpreis ist mit 2,8 bis 3,5 Millionen Euro angegeben. 2007 lag der Neupreis im Übrigen bei einer Million Euro netto – sollte der MC12 Corsa den Schätzpreis erreichen, hat er sich also als solides Investment entpuppt.
2007 Maserati MC12 Versione Corsa
Ohne Restriktionen: Der V12-Sauger darf im Corsa richtig auftrumpfen. Mit 755 PS ist er der stärkste Maserati aller Zeiten.
Bild: Keno Zache Courtesy of RM Sotheby's
Gleichzeitig ist das aber sehr viel Geld für ein Auto, das in diesem Zustand nicht am Straßenverkehr, aber auch an keiner offiziellen Rennserien teilnehmen kann und nur auf privaten Trackdays (und auch da besteht die Gefahr, dass der MC12 Corsa schlichtweg zu laut ist) eingesetzt werden kann.
Auf der anderen Seite bekommt der zukünftige Besitzer nicht nur eines der erfolgreichsten Rennfahrzeuge der Neuzeit und obendrein noch den stärksten Maserati aller Zeiten!