Kodo – so nennt Mazda seine Designsprache, was frei übersetzt so viel bedeutet wie "Herzschlag" oder auch "Puls". Dass Kodo auch mit "Kinder der Trommeln" übersetzt werden kann und es eine Musikergruppe namens Kodo gibt, spielt für den Mazda3 keine Rolle. Aber wir schweifen ab. Mazda hebt mit seinem Kodo-Design auf die japanische Ästhetik und Eleganz mit ihrer Präzision und filigranen Umsetzung ab. Der neue Mazda3 trägt so gut wie keine Sicken oder Falten; besonders die glattflächige Flanke wirkt wie aus einem Guss. Mazda verzichtete nach eigener Aussage auf alle überflüssigen Elemente.
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Vorn gibt's reichlich Platz zum Lümmeln

Video: Mazda3 (2019)

Erste Fahrt im Mazda3

Diese ausgesprochen attraktive Linienführung hat allerdings – wie so oft, wenn sich das Design nicht vorrangig dem Diktat der Funktion beugen muss – eine Schattenseite. In der zweiten Reihe sitzen die Mitreisenden nicht wirklich bequem, zudem erfordert der Einstieg in den Fond gewisse akrobatische Fähigkeiten. Auch der Kofferraum bietet mit seinen 351 Litern im Vergleich zur Konkurrenz von VW (380 Liter) oder Kia (395 Liter) einige Liter weniger. Vorn dagegen offeriert der Dreier trotz seiner kompakten Abmessungen reichlich Platz zum Lümmeln. Damit einher ging auch die Neugestaltung des Armaturenträgers, der jetzt deutlich schlanker ist und mit auf den Punkt genauer Reduzierung, erstklassiger Verarbeitung und hochwertigen Materialien aufwartet. Im Zeitalter immer größerer Touchscreens fällt der Mazda mit seinem recht weit vom Fahrer entfernt platzierten 8,8-Zoll-Display etwas aus dem Rahmen. Ein Problem stellt dies jedoch nicht dar, denn die Bedienung erfolgt ohne "Touch" über den Dreh-Drück-Steller, mit Layoutanleihen von BMW oder Audi.
Überblick: Alles zum Mazda3

Der Ausstattungsumfang ist eine echte Ansage

Mazda3
Hochwertig anmutender Innenraum mit fahrerorientierter Ausrichtung. Auch innen legte Mazda Wert auf eine betont sportliche Note.
Richtig spannend neben dem Design gestaltet sich der Blick in die zum Start überschaubare Preisliste. Mazda bietet neben der Serienausstattung einzig die Linie Selection an. Mehr braucht es auch nicht, denn für 22.990 Euro ist der Mazda bereits reichhaltig ausgestattet. Adaptiver Tempomat mit automatischer Tempoanpassung in Verbindung mit der – nicht ganz perfekt arbeitenden – Verkehrszeichenerkennung, Voll-LED-Scheinwerfer, Einparkhilfe hinten, Headup-Display, Spurwechselassistent, Apple CarPlay, Android Auto und Navigationssystem bringt der Mazda3 ohne Aufpreis mit. Der Grundpreis kann auf den ersten Blick zwar abschrecken, ist aber in Anbetracht des Ausstattungsumfangs eine Ansage. Modelle anderer Hersteller sind mit den aufgezählten Optionen schnell einige Tausend Euro teurer.Legen Sie noch 1300 Euro drauf, kommt der 3 zusätzlich mit Einparkhilfe vorn, schlüssellosem Zugang, Klimaautomatik, Sitz- und Lenkradheizung sowie Rückfahrkamera. Bleiben fünf Einzeloptionen: Das Leder-Paket (1800 Euro) bietet neben der Volllederausstattung eine elektrische Sitzeinstellung für den Fahrer, jedoch in keinem Fall für den Beifahrer; 500 Euro berechnet Mazda für 18-Zoll-Alus, 750 Euro für das Bose-Soundsystem – kein Muss, schon die Serienanlage überzeugt mit feiner Akustik. Das i-Activsense-Paket – unser Tipp – mit 360-Grad-Kamera, erweitertem Stau- und Notbremsassistenten sowie Ausparkhilfe mit Bremsfunktion steht mit 1200 Euro in der Liste. Erwähnenswert im Design-Paket, für das Mazda 1500 Euro aufruft: Matrix-LED-Scheinwerfer, LED-Tagfahrlicht und Schaltwippen in Verbindung mit der sechsstufigen Wandlerautomatik (für Diesel und Benziner, 2000 Euro).

Zum Start stehen nur zwei Motoren zur Wahl

Mazda3
Unsere Wahl für alle Lebenslagen: der Benziner. Denn dank Zylinderabschaltung kommt auch er mit erfreulich wenig Sprit aus.
Zu Beginn offeriert Mazda einen Benziner mit 122 PS sowie einen Diesel mit 116 PS. Typisch Mazda: Der Benziner ist ein großvolumiger Sauger, der für seine Nennleistung Drehzahl braucht, damit die 1350 Kilogramm in Gang kommen. Nach den ersten Testfahrten überzeugt der Benziner einmal mehr mit saugertypischen Eigenschaften wie direktem Ansprechverhalten und gleichmäßiger Leistungsentfaltung; auch die Klangkulisse sorgt in Verbindung mit der sportlichen Fahrwerksauslegung für reichlich Fahrspaß, die Lenkung zackig, die Schaltung knackig. Das gilt in Teilen auch für den Diesel, doch schmälert der wenig spritzige Vortrieb den grundsätzlich guten Eindruck. 270 Nm klingen gut, doch los geht es erst bei 2500/min, und auch dann löst der einsetzende Schub keine Begeisterungsstürme aus. Bei Tempo 120 auf der Autobahn fühlt er sich in jeder Hinsicht am wohlsten. Unsere Wahl, ob Kurz- oder Langstrecke, fiele auf den Benziner, denn dank Zylinderabschaltung kommt auch er mit erfreulich wenig Sprit aus. Den mit Spannung erwarteten Skyactiv-X, einen Benziner mit Kompressionszündung (wie beim Diesel) und Kompressoraufladung, konnten wir noch nicht fahren. Laut Mazda soll der neuartige Motor, genau wie der fünftürige Fastback und der weiterentwickelte Allradantrieb i-Activ, in der zweiten Jahreshälfte 2019 folgen.

Fazit

von Christoph Richter
Wenig Platz im Fond und der nicht rundum überzeugende Diesel bleiben als einzige Mankos im Gedächtnis. Davon abgesehen hat Mazda den neuen 3 in jeder Hinsicht konsequent verbessert. Die überaus attraktive Grundausstattung und die nochmals gesteigerte Fahrdynamik dürften bei der Konkurrenz für Stirnfalten sorgen.