Kaufberatung Mazda6 Facelift

Mazda6 Facelift: Kaufberatung

Dieser Japaner zielt aufs Herz

Das nützlichste, sparsamste und geräumigste Mittelklasseauto zu bauen ist im Konkurrenzumfeld schwer. Mazda geht einen anderen Weg – und zielt aufs Herz.
Mit dem VW Passat und seinem Bruder Skoda Superb ist das derzeitige Ende der Fahnenstange erreicht: Keiner in der Mittelklasse bietet eine so populäre Mischung aus Preis, Sparsamkeit und vor allem so viel Platz. Logische Folge: Die Konkurrenz setzt geschlossen auf Luxus statt Ökonomie, auf Designvielfalt statt Raum. Diesen Weg geht auch der 2012 vorgestellte Mazda6, der im September 2018 ein umfangreiches Facelift erhalten hat und taufrisch wirkt. Das fällt an der ohnehin straffen Außenhaut weniger auf als im Innenraum. Hier hat sich Mazda eigenen Aussagen zufolge am Können japanischer Handwerksmeister orientiert – Marketingfabeln, sicher. Wer aber in einem voll ausgestatteten Sports-Line mit Plus-Paket Platz nimmt, fühlt sich doch wie in der Werbefalle ertappt. Die Ledersitze (ab 2000 Euro, inklusive Heizung und stark kühlender Lüftung) sind von großartiger Qualität und werden mit geschmacklicher Trittsicherheit von einem Wildlederimitat an den Verkleidungen eingerahmt, was in seinen Eigenschaften dem beliebten Alcantara ähnelt, dabei aber eine noch glattere und deutlich hochwertigere Optik aufweist. Das Material nennt sich Ultrasuede und wird zukünftig sicher auch bei Premiummarken Einzug halten. Mazda hat's zuerst. Weiter geht es mit Leisten aus Sen-Holz (eine Art Esche), welche durch ihre fühlbare Maserung und mattes Finish in glatter Versiegelung auffallen. Das Ganze garniert Mazda mit akkuraten Ziernähten in Hülle und Fülle.

Mazda6 im autobild.de-Gebrauchtwagenmarkt

Das Qualitätsempfinden ist weiter gestiegen

Video: Mazda6 Facelift (2018)

Mazda6 im Connectivity-Check!

Bis hierher könnte es durchaus auch um einen neuen Jaguar gehen, so elegant gibt sich der Mazda. Das war schon immer seine Stärke. Nun wurde das Augenmerk auf eine weitere Anhebung des Qualitätsempfindens gerichtet. Alle Blechteile im Umfeld der Fahrgastzelle wurden in ihrer Dämmung deutlich verbessert. Das Resultat: eine spürbar ruhigere Abrollcharakteristik und ein sattes Wumms beim Türzuschlagen. Mazda hat gelernt, was den Deutschen gefällt. Noch besser: Als Limousine wiegt der 6 in Basisausstattung keine 1500 Kilo. In Zeiten immer größer werdender Autos verdient dieses Leichtgewicht ein großes Lob. Leichtbau ist auch Bestandteil eines weiteren Werbebegriffes: "Skyactiv-Technologie" heißt die Einflussnahme auf die Fahrökonomie, die zudem eine im Markt einzigartige Motorenphilosophie mit sich bringt.

Unbedarfte landen bei einem Verbrauch von rund 8,5 Litern

Mazda bietet den in Europa wichtigen Kombi zum Preis der Limousine an.

Die Benziner kommen ohne Aufladung aus, bieten aber Merkmale wie eine gewichtserleichterte und feingewuchtete Kurbelwelle und verbrennen durch eine hohe Verdichtung (13,0:1) besonders sauber und effizient. Damit einher gehen hohe Laufruhe und ein lebendiges Ansprechverhalten. Turboverwöhnte Fahrer vermissen aber kräftigen Drehmomentschub. Die Leistungsabgabe muss dem Motor in Form erhöhter Drehzahlen abgerungen werden, was die Sparmaßnahmen relativiert. Wer nicht darauf achtet, landet meist bei rund 8,5 Liter auf 100 km. Interessanterweise unterscheiden sich die drei Benziner trotz der serienmäßigen Automatik des 2,5-Liters dank dessen Zylinderabschaltung hier nicht. Der 2,2-Liter-Diesel erfüllt mit neugestaltetem Kopf und variablem Turbolader die wichtige Euro-6d-Temp-Norm und verfügt über einen SCR-Kat samt Harnstoffeinspritzung. Das gilt für beide Ausbaustufen, deren Topversion statt 175 nun 184 PS leistet, denen ein bäriges Drehmoment von 445 Nm zur Seite steht. Die 380 Nm der 150-PS-Version erscheinen uns aber bereits vollkommen ausreichend. Der Alltagsverbrauch pendelt sich bei rund fünf Litern ein.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Der 6 wir zur All-inclusive-Oase

Dank feiner Linienführung und hochwertigen Materialien ist das Cockpit dem eines Audi ebenbürtig.

Die umfangreiche Serienausstattung des 6 ist ein enormer Pluspunkt. Wenn Ihnen die 145 PS genügen, bekommen Sie mit der Basis Prime-Line ein mehr als ordentlich ausgestattetes Auto mit Navi, Head-up-Display und vollständiger Fahrassistenz, zu dem sich ganz Findige noch ein Lederlenkrad als Mazda-Ersatzteil nachrüsten könnten. Auf der anderen Seite locken die großen Motoren mit ihren Fahrleistungen, aber auch den für Fernostautos typischen Zwangskoppelungen mit Toplinien. So kommen wir beim Benziner zu unserem Volle-Hütte-Ausstattungstipp. Sports-Line bietet eines der übersichtlichsten Digitalkombiinstrumente und ist zudem die einzige Linie mit Wahlextras. Hier können Sie 2000 Euro für Ledersitze oder gleich 3450 Euro für das Plus-Paket mit weiteren Feinheiten im Interieur ausgeben und er halten dafür ein hochwertig ausstaffiertes Auto, das fast jedem Anspruch genügt. Auch das Glasschiebedach für 800 Euro gibt's nur mit der Sports-Line. Falls Sie zuletzt noch vor der Wahl der Karosserieform stehen, erschwert Ihnen Mazda die Entscheidung: Limousine und Kombi kosten nicht nur exakt gleich viel, der Viertürer ist auch 80 Millimeter länger als der Kombi. Die kommen dem Radstand zugute, was der Limousine einen entsprechend geräumigeren Fond mit mehr Beinfreiheit beschert.

Kaufberatung Mazda6 Facelift

Mazda6Mazda6Mazda6

Modell Skyactiv-G 194 Skyactiv-D 150
Motor/Hubraum R4 / 2488 cm3 R4-Turbo / 2191 cm3
Getriebe (man. | automat.) – | 6-Stufen-Wandler 6-Gang | 6-Stufen-Wandler
kW (PS) bei 1/min 143 (194) / 6000 110 (150) / 4500
Nm bei 1/min 258 / 4000 380 / 1800-2600
Höchstgeschwindigkeit 223 km/h 211 km/h
0–100 km/h 8,1 s 10,0 s
Verbrauch (ECE-Mix) 6,7 l S 4,4 l D
Abgas CO2 • EU-Norm 153 g/km • Euro 6d-Temp 117 g/km • Euro 6d-Temp
Ottopartikelfilter / SCR-Kat 1) – / – – / ja, AdBlue-Tank: 15 Liter
Grundpreis 39.090 Euro 33.490 Euro
Wertung Trotz Zwangskopplung mit teuerster Linie und Automatik ist der 2.5 sein Geld wert – 2000 Euro Aufpreis zum gleichwertigen 2.0. So gibt’s genügend Dampf. Sparsam, günstig, zukunftssicher (6d-Temp), dazu noch angenehm kräftig und laufruhig. Ihn gibt’s nicht als Sports-Line, aber optional mit Allrad.
Ökotrend-Wertung 3+ 3+


Andreas Jüngling

Fazit

Mazda zündet mit dem 6 ein wahres Ausstattungsfeuerwerk. Zwar gibt es nur wenige Individualisierungsmöglichkeiten, doch macht die Fülle serienmäßiger Extras weitere Optionen obsolet. Kombiniert mit dem feinen Interieur, der eleganten Außenhülle und der astreinen Qualität, sammelt der Japaner Kaufargumente und gleicht Raumnachteile aus.

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