Drei Limousinen im Test

Mazda6, Opel Insignia, Toyota Camry: Test

Schlägt der Camry die Konkurrenz?

Ein Hybride gegen zwei klassiche Benziner: Im Test muss der neue Toyota Camry gegen Mazda6 und Opel Insignia zeigen, wo er steht.
Platz 1 mit 532 von 750 Punkten: Opel Insignia Grand Sport 1.5 Direct Injection Turbo. Platz, Komfort und gute Fahreigenschaften bringen den Sieg.
Platz 2 mit 519 von 750 Punkten: Toyota Camry 2.5 l Hybrid. Mit besseren Bremsen wäre er dichter am Insignia.
Platz drei mit 504 von 750 Punkten: Mazda6 Skyactiv-G 165 FWD. Den Tugenden der Konkurrenz hat er zu wenig entgegenzusetzen.
Da haben wir wohl was verpasst. Der Toyota Camry war in Europa in letzter Zeit so selten wie die Blaue Mauritius, legte aber eine steile Karriere in Amerika hin. Dort setzt Toyota durchschnittlich 32.000 Einheiten ab – und zwar im Monat! Ob der Camry Aussichten auf eine langfristige Karriere in Europa hat, soll der Vergleichstest gegen den Mazda6 und den Opel Insignia klären.

Toyota setzt beim Camry ausschließlich auf Hybridantrieb

Wenig Auswahl: Den Camry gibt es hierzulande nur als Hybrid – und mit einer gehobenen Ausstattungsoption.

Die inzwischen achte Camry-Generation wird bei uns nur als Hybrid angeboten. Kaum mehr Spielraum gibt es bei der Ausstattung: Zum Grundpreis von 39.990 Euro lässt sich noch das Executive-Paket für 2400 Euro ordern. Dann montiert Toyota unter anderem 18- statt 17-Zoll-Räder, zusätzliche Assistenzsysteme (Spurhalte-, Rückfahrassistent und Totwinkelwarner), LED-Scheinwerfer und ein Navi mit 8-Zoll-Monitor. Weitere Investitionsmöglichkeiten beschränken sich dann lediglich auf die Lackfarbe – schön einfach! Aber einfach auch eine schöne Stange mehr Geld, als Opel und Mazda kosten. Die vertrauen dafür nur auf ihre 165 PS starken Benziner. Und mit ihren schwungvollen Dachlinien vermeiden beide den Grundriss klassischer Limousinen, die in der alten Welt ja nicht so gut gehen.

Die abfallende Dachlinie macht den Mazda6 etwas eng

Nachteil Coupéform: Vor allem im Mazda6 müssen die hinteren Passagiere den Kopf einziehen.

Hat den Nachteil, dass Passagiere beim Einstieg in den Fond von Insignia und Mazda6 den Kopf weit einziehen müssen. Die Beinfreiheit passt dann bei allen dreien. Doch Sitzriesen stoßen im Insignia und vor allem im Mazda schnell mit dem Kopf an den Dachhimmel. Der Camry – ohne schwungvolle Coupélinie – bietet hinten deutlich mehr Kopffreiheit. Sein Kofferraum fasst auch einen Tick mehr Gepäck. Zumindest vom Volumen her, weil der Nickel-Metallhydrid-Akku (6,5 Ah Kapazität) platzsparend unter der Rückbank verschraubt wurde. Aber schon der Mazda darf einen guten Zentner mehr zuladen, der Opel gar knapp 100 Kilo mehr. Und außerdem reißt sein Fließheck die Klappe am weitesten auf, was für Familien glatt als Kombi-Alternative durchgehen könnte. Auch hinterm Steuer lockt der Insigina mit guten Argumenten: weite Verstellbereiche, viel Platz und die besten Sitze vorn. Die Camry-Sessel haben weniger Seitenhalt, sind weicher (viele Senioren unter den US-Kunden), bieten aber ebenfalls eine Lendenunterstützung. Die suchen Mazda-Fahrer vergeblich. In puncto Verarbeitungsqualität lässt sich keinem etwas ankreiden. Doch Oberflächenhaptik und Cockpit-Gestaltung sind im Camry teilweise bieder ausgefallen. Die aufgeräumten Cockpits von Opel und Mazda wirken edler.

Beim Fahren ist der Insignia am ausgewogensten

Sensible ansprechende Federung, präzise Lenkung, beste Bremsen – am Opel gibt es nichts auszusetzen.

Beim Fahren nehmen wir es gleich vorweg: Der Hybridantrieb des Camry überzeugt nicht erst an der Tankstelle. Ja, es bleibt beim stufenlosen Planetengetriebe, das sehr indirekt mit dem Motor verbunden scheint. Doch wirkt die ganze Einheit viel entspannter als etwa im Prius, der 2,5-Liter-Motor läuft kultivierter als der kleine 1.8er. Obendrein ist der Camry aufwendig gedämmt, die Motoraufhängung über Hilfsrahmen von der Karosserie entkoppelt. Anspringen und Ausschalten des Verbrenners laufen so richtig flauschig ab. Dröhnig wird es nur, wenn der Motor im Stand generatormäßig die Akkus lädt. Davon abgesehen ist der Camry aber extrem leise, stets entspanntes Dahingleiten und der dieselähnliche Verbrauch sind die Folge. Gegenteilig das Empfinden im Mazda, dessen Vierzylinder ohne Zwangsbeatmung immer mit Drehzahl bei Laune gehalten werden will. Der Sauger spricht schnell an – doch es tut sich enttäuschend wenig. Um am abgeregelten Camry vorbeizuziehen, braucht es sehr viel Anlauf.
Der Turbo des Opel bietet da mehr Druck, dämmt dazu viel Motorlärm weg. Die Spritzigkeit des Camry, der Kraft seiner Hybrideinheit jederzeit dynamisch und linear davonspurtet, besitzt er allerdings nicht. Mit sensibel ansprechender Federung (trotz der 20-Zöller), sehr guten Bremsen und präzise abgestimmter Lenkung liegt der ausgewogene Opel letztlich vor Toyota und Mazda. Immerhin kassiert der Camry den 6er im ersten Anlauf deutlich. Und das, obwohl er teurer ist. Aber am Insignia kommt das Hybridmodell dann doch nicht vorbei. Die gute alte Welt – ja, sie lebt noch!
Das Fazit von Stefan Novitski: "Der Camry ist in vielen Punkten auf Augenhöhe mit dem Insignia. Vor allem sein sehr effizienter Antrieb überzeugt. Aber am Ende siegt mit dem Insignia ein Antrieb aus der guten alten Welt. Ein Opel, der Spaß macht."

Autoren: Dennis Heinemann,

Stichworte:

Limousine

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